Puh! Nach dem Lesen dieses Buches muss man erst mal tief durchatmen. Die Geschichte von Nathan dem Waisen geht ans Herz und ist dabei doch so alltäglich: Nachdem der Schäferhund zweimal ins Tierheim abgeschoben wird, verweigert er das Fressen. Der Hund in dem Buch bekommt zum Glück noch eine dritte Chance und versöhnt die jungen Leser dadurch mit seinem schweren Schicksal.
Emotional so aufwühlend wie Bambi oder die Geschichte vom häßlichen Entlein ist der Autorin meiner Meinung nach hier etwas ganz Besonderes gelungen: Sie schafft es von der ersten bis zur letzten Seite, sich in die Sicht des Hundes zu versetzen. So erschnuppert Nathan bspw. seine Umwelt und der Leser begreift, wie die Welt aus Sicht des Hundes aussieht. Er kann auch mitfühlen, wie unbegreiflich dem Tier manche Dinge erscheinen, die wir Menschen tun. Doch im Unterschied zu den beiden oben erwähnten Disney-Geschichten ist diese Geschichte auch noch hundert Prozent realistisch! Eine starke Leistung der Autorin!
Man merkt, dass Astrid Frank weiß, wovon sie spricht und so überrascht es auch nicht, wenn man erfährt, dass sie Biologie studiert hat und Verhaltensforschung ihr Spezialgebiet ist. Und auch, wenn der Verlag diese Information über seine Autorin nicht preisgibt, so gibt es nur einen logischen Schluß: Astrid Frank muss Hundebesitzerin sein!
Dieses Buch sollte einfach jeder lesen, der einen Hund hat oder einen Hund haben möchte, und zwar egal, welchen Alters! Nie wieder hat er die Gelegenheit auf so unterhaltsame Weise so viel über die Gefühle seines Vierbeiners zu erfahren! Auch als erwachsener Leser kommt man hier voll auf seine Kosten. Für Kinder ab 10 Jahren, die sich mit dem Thema Hund beschäftigen, meiner Meinung nach das beste Buch, das es zur Zeit auf dem Markt zu diesem Thema gibt!