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Kulturgeschichte der Neuzeit.
 
 
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Kulturgeschichte der Neuzeit. [Unbekannter Einband]


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Produktinformation

  • Unbekannter Einband
  • Verlag: München; C.H. Beck`sche. 1927-1931.; Auflage: 33.-53. Tausend. (1927)
  • ASIN: B003N4GPUO
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (22 Kundenrezensionen)
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Egon Friedell wurde 1878 in Wien geboren. Er gehörte dort bis zu seinem Selbstmord einige Tage nach dem Einmarsch der nationalsozialistischen Hitlertruppen am 16. März 1938 zu den prägenden und bestimmenden Persönlichkeiten des Wiener Kulturlebens. 1927 veröffentlichte er den ersten Band seiner "Kulturgeschichte der Neuzeit" die er als Trilogie 1931 abschloss. C.H.Beck stellt sie hier in einer preiswerten gebundenen Dünndruckausgabe einem Publikum zur Verfügung, das, bei entsprechender Berücksichtigung der Umstände, auch nach fast 80 Jahren dieses Werk als ein geistiges und intellektuelles Erlebnis lesen kann und wird.

Ulrich Weinzierl schreibt in einem ausführlichen Nachwort, in dem er den zeitgenössischen Leser in die Gedankenwelt Friedells einführt und auch seine einmal als "Modultechnik" beschriebene Art der literarischen Produktion erläutert, seine Texte "wirken streckenweise, mit heutigen Augen gesehen, ideologisch bedenklich, manche Formulierungen sind die reinste Provokation."

Besonders deutlich wird es an der Religion. 1897 war Egon Friedell konvertiert, vom Judentum zum lutherischen Bekenntnis. Er hatte dabei keinerlei assimilatorische oder opportunistische Gründe, sondern seine Konversion geschah aus glühender Überzeugung. Und ähnlich wie bei anderen Juden in der Geschichte, wurde der Jude Friedell ein kämpferischer Antisemit. Auch in der hier vorliegenden "Kulturgeschichte der Neuzeit" hat er nicht verhehlt, dass er den "jüdischen Geist", den Einfluss der jüdischen Religion für ein großes Verhängnis hält.

Dennoch: wenn man all diese Bedenken, von denen Weinzierl Dutzende aufzählt, einmal beiseite lässt, "kapitulieren wir auch vor dessen Vorzügen." Mit selten gelesener Präzision umreißt der Untertitel Wesen und Konzept der Studie: "Die Krise der europäischen Seele von der Schwarzen Pest bis zum Ersten Weltkrieg."

Alfred Polgar nennt Friedells Kulturgeschichte der Neuzeit 1950 "ein glänzend daneben gelungenes, an überzeugenden Absurditäten reiches, den Leser aufs vergnüglichste ärgerndes Buch einer laienhaften Fachmanns, dessen Fehler so erheblich sind wie das geistige Kapital, das er aus ihnen zu schlagen weiß."

Die eng bedruckten Seiten lesen sich auch deswegen und vor allem wegen ihrer sprachlichen und geistigen Frische wie ein Roman. Auch die Lektüre einzelner Teile davon bringt, wie gesagt, bei entsprechender kritischer Leserhaltung, hohen Gewinn.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Die Schwarte aus der Zeit um 1930 habe ich vor drei Jahren mit großer Spannung und großem Gewinn gelesen (und zwar eine schöne Ausgabe von Beck auf Bibeldruckpapier, wohl aus den frühen 1960er Jahren). Nirgendwo sonst findet man so lebendig geschriebene Porträts, die z. B. das Denken Raffaels, Shakespeares, Bacons, Descartes', Lichtenbergs oder Schuberts beleuchten. Genial, wie es Friedell in seinem intellektuellen Größenwahn schafft, den jeweiligen Stil der verschiedenen Zeitalter nachzuzeichnen. Dabei ist er in seiner eigenen Haltung erstaunlich konservativ und antidemokratisch, andererseits aber von einer erfrischenden geistigen Unabhängigkeit und einer ergreifenden Humanität geprägt, die ihresgleichen suchen.
Ein paar seiner Marotten stören auch: seine maßlose Verehrung für Friedrich II. von Preußen, seine ostentative Verachtung für Österreicher, Juden und Frauen (sie so gut wie gar nicht vorkommen), seine merkwürdigen Biologismen, sein völliges Unverständnis von Darwin, Marx und der sozialistischen Arbeiterbewegung. Nun gut, man kann nicht alles in einem Buch haben.
Friedells Liebe zur Welt und zu den Menschen mag man aus diesen Zeilen ablesen, die zugleich Friedells Liebeserklärung an das Mittelalter enthalten:

"Man hatte eben [im Mittelalter] die Lehre Jesu voll begriffen, deren Kern in der ernsten und einfachen Mahnung besteht, zu glauben; nicht daran zu zweifeln, dass diese Welt ist und dass sie ein Werk Gottes ist; dass alles ist, auch das Geringste und Niedrigste: die Ärmsten und Einfältigsten, die Kinder, die Sünder, die Lilien und Sperlinge; dass dies alles ist, wenn man dran glaubt oder, was dasselbe ist, wenn man es liebt."
(2. Kap.: Die Seele des Mittelalters, S. 93)
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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein wunderbares Werk 30. Oktober 2005
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Ich kaufte dieses Buch vor etwa 10 Jahren und eines ist für mich persönlich ganz sicher, es wird immer eines meiner Lieblingsbuecher bleiben. Mit ungeschlagenem Witz, einem Kenntnistum das zum Staunen einlädt, beschreibt Fridell die kulturhistorische Entwicklung von der frühen Neuzeit bis hin zum ersten Weltkrieg. Selbstverständlich nicht auf irgendeinem aktuellen Stand von "Wissen" und teilweise höchst subjektiv, aber immer fesselnd unterhaltsam und zum "denken" anregend. Die Geschichte des Autoren selbst ist leider tragisch, da er als Österreicher und Jude den Freitod wählte als die Nazis in Wien einmarschierten. Mit diesem Werk aber hat er sich ein Denkmal im deutschprachigen Europa gesetzt. Ich jedenfalls kann dieses Buch all denen sehr empfehlen, die ein allgemeines Interesse an Geschichte, aber auch insbesondere Interesse an kulturellen Entwicklungen haben.
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Ein Meister aus Wien
Viel Zutreffendes ist in den vorangegangenen Rezensionen geschrieben worden. Eines noch - und nicht das Unwesentlichste denke ich - sollte hinzugefügt werden. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Dilettant veröffentlicht
zwiespältig
Zwiespältig ist mein Eindruck von diesem Buch, durch das ich mich endlich durchgekämpft habe. Lesen Sie weiter...
Vor 9 Monaten von flo veröffentlicht
So sollen Geschichtsbücher sein!
Lassen sie sich vom Umfang und von der Einleitung nicht abschrecken,sie werden mit einem großartigen Buch belohnt. Lesen Sie weiter...
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Vor 20 Monaten von ulderico veröffentlicht
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Veröffentlicht am 30. September 2009 von R. Sachße
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Veröffentlicht am 8. Mai 2009 von Frank Reibold
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Veröffentlicht am 14. März 2009 von musik7
Schön, wenn ein wichtiges Werk auf diese Weise weiterlebt.
An die 1'600 Seiten umfasst meine Ausgabe von Egon Friedells Kulturgeschichte der Neuzeit. Ich habe sie alle gelesen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 4. Oktober 2008 von Fuchs Werner Dr
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