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Kulturgeschichte der Neuzeit: Die Krisis der europäischen Seele von der schwarzen Pest bis zum Ersten Weltkrieg [Gebundene Ausgabe]

Egon Friedell
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)

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Kulturgeschichte der Neuzeit: Die Krisis der europäischen Seele von der Schwarzen Pest bis zum Ersten Weltkrieg Kulturgeschichte der Neuzeit: Die Krisis der europäischen Seele von der Schwarzen Pest bis zum Ersten Weltkrieg
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Kurzbeschreibung

23. Oktober 2007
"Mit einer unglaublichen Belesenheit, einem bestrickenden Witz, einem exakt wissenschaftlichen Verstand und wahrhaft subtilen Kunstgeschmack gibt Friedell unzählige Aspekte der kulturellen Entwicklung des europäischen - und amerikanischen - Menschen von der Renaissance bis zum Ersten Weltkrieg. Er stellt ihn in seine äußere und geistige Umwelt, schildert seinen Alltag, seine Tracht und Sitte mit derselben evokativen Frische wie die großen ideologischen Strömungen der Zeit." Hilde Spiel Die Kulturgeschichte der Neuzeit von Egon Friedell, erstmals 1927 bis 1931 als dreibändiges Werk herausgegeben, 1989 als einbändige Sonderausgabe aufgelegt, 1996 in Beck's Historische Bibliothek übernommen, erscheint jetzt in neuer Ausstattung. "Die Darstellung besitzt spielerische Leichtigkeit, bezwingenden Charme, der das Publikum seit Jahrzehnten verführt. Zauber des Schriftstellers Egon Friedell: Wir gehen ihm mit Vergnügen auf den Leim, ohne uns je düpiert zu fühlen." Ulrich Weinzierl, Frankfurter Allgemeine Zeitung "Friedells Kulturgeschichte liest sich dank seiner literarischen Gestaltungskraft wie ein spannender Roman." Neue Zürcher Zeitung.


Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 1580 Seiten
  • Verlag: Beck C. H.; Auflage: 2 (23. Oktober 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406564623
  • ISBN-13: 978-3406564628
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13 x 5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 306.695 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Friedells genialer intellektueller Größenwahn 15. März 2011
Format:Gebundene Ausgabe
Die Schwarte aus der Zeit um 1930 habe ich vor drei Jahren mit großer Spannung und großem Gewinn gelesen (und zwar eine schöne Ausgabe von Beck auf Bibeldruckpapier, wohl aus den frühen 1960er Jahren). Nirgendwo sonst findet man so lebendig geschriebene Porträts, die z. B. das Denken Raffaels, Shakespeares, Bacons, Descartes', Lichtenbergs oder Schuberts beleuchten. Genial, wie es Friedell in seinem intellektuellen Größenwahn schafft, den jeweiligen Stil der verschiedenen Zeitalter nachzuzeichnen. Dabei ist er in seiner eigenen Haltung erstaunlich konservativ und antidemokratisch, andererseits aber von einer erfrischenden geistigen Unabhängigkeit und einer ergreifenden Humanität geprägt, die ihresgleichen suchen.
Ein paar seiner Marotten stören auch: seine maßlose Verehrung für Friedrich II. von Preußen, seine ostentative Verachtung für Österreicher, Juden und Frauen (sie so gut wie gar nicht vorkommen), seine merkwürdigen Biologismen, sein völliges Unverständnis von Darwin, Marx und der sozialistischen Arbeiterbewegung. Nun gut, man kann nicht alles in einem Buch haben.
Friedells Liebe zur Welt und zu den Menschen mag man aus diesen Zeilen ablesen, die zugleich Friedells Liebeserklärung an das Mittelalter enthalten:

"Man hatte eben [im Mittelalter] die Lehre Jesu voll begriffen, deren Kern in der ernsten und einfachen Mahnung besteht, zu glauben; nicht daran zu zweifeln, dass diese Welt ist und dass sie ein Werk Gottes ist; dass alles ist, auch das Geringste und Niedrigste: die Ärmsten und Einfältigsten, die Kinder, die Sünder, die Lilien und Sperlinge; dass dies alles ist, wenn man dran glaubt oder, was dasselbe ist, wenn man es liebt."
(2. Kap.: Die Seele des Mittelalters, S. 93)
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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Egon Friedell wurde 1878 in Wien geboren. Er gehörte dort bis zu seinem Selbstmord einige Tage nach dem Einmarsch der nationalsozialistischen Hitlertruppen am 16. März 1938 zu den prägenden und bestimmenden Persönlichkeiten des Wiener Kulturlebens. 1927 veröffentlichte er den ersten Band seiner "Kulturgeschichte der Neuzeit" die er als Trilogie 1931 abschloss. C.H.Beck stellt sie hier in einer preiswerten gebundenen Dünndruckausgabe einem Publikum zur Verfügung, das, bei entsprechender Berücksichtigung der Umstände, auch nach fast 80 Jahren dieses Werk als ein geistiges und intellektuelles Erlebnis lesen kann und wird.

Ulrich Weinzierl schreibt in einem ausführlichen Nachwort, in dem er den zeitgenössischen Leser in die Gedankenwelt Friedells einführt und auch seine einmal als "Modultechnik" beschriebene Art der literarischen Produktion erläutert, seine Texte "wirken streckenweise, mit heutigen Augen gesehen, ideologisch bedenklich, manche Formulierungen sind die reinste Provokation."

Besonders deutlich wird es an der Religion. 1897 war Egon Friedell konvertiert, vom Judentum zum lutherischen Bekenntnis. Er hatte dabei keinerlei assimilatorische oder opportunistische Gründe, sondern seine Konversion geschah aus glühender Überzeugung. Und ähnlich wie bei anderen Juden in der Geschichte, wurde der Jude Friedell ein kämpferischer Antisemit. Auch in der hier vorliegenden "Kulturgeschichte der Neuzeit" hat er nicht verhehlt, dass er den "jüdischen Geist", den Einfluss der jüdischen Religion für ein großes Verhängnis hält.

Dennoch: wenn man all diese Bedenken, von denen Weinzierl Dutzende aufzählt, einmal beiseite lässt, "kapitulieren wir auch vor dessen Vorzügen." Mit selten gelesener Präzision umreißt der Untertitel Wesen und Konzept der Studie: "Die Krise der europäischen Seele von der Schwarzen Pest bis zum Ersten Weltkrieg."

Alfred Polgar nennt Friedells Kulturgeschichte der Neuzeit 1950 "ein glänzend daneben gelungenes, an überzeugenden Absurditäten reiches, den Leser aufs vergnüglichste ärgerndes Buch einer laienhaften Fachmanns, dessen Fehler so erheblich sind wie das geistige Kapital, das er aus ihnen zu schlagen weiß."

Die eng bedruckten Seiten lesen sich auch deswegen und vor allem wegen ihrer sprachlichen und geistigen Frische wie ein Roman. Auch die Lektüre einzelner Teile davon bringt, wie gesagt, bei entsprechender kritischer Leserhaltung, hohen Gewinn.
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34 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unerreicht 27. Dezember 2007
Von jojo
Format:Gebundene Ausgabe
"Literaten" wie Friedell mangelt es in unserer Zeit. Hier schreibt noch einer, der zu fesseln weiß, Zusammenhänge aufdeckt und dabei immer klar Stellung bezieht. Friedell konnte wie kein anderer die großen Bögen schlagen und dabei unterhalten.

Was sehen wir heute: Entweder unverständlich schreibende Wissenschaftler mit grauenhaften Stil, deren Werke mehr Fussnoten als Sätze haben, oder die faselnden Marionetten aus dem Medienzirkus/ Kulturbetrieb, die selbstgefällig in Ihren Büchern schwadronieren wie z.B. Roger Willemsen, Klaus Bednarz, Ralf Platzeck, Maybritt Illner etc.

Fazit: Friedel verbindet Stil, Witz und Kenntnissreichtum wie kein anderer.Ihn hätte ich mir einmal abend bei J.B. Kerner auf der Couch gewünscht. Da wären dem Kerner die Karteikarten um die Ohren geflogen.
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Die neuesten Kundenrezensionen
3.0 von 5 Sternen Buchdrucktechnische Ausführung
Das Buchformat (Stärke/ Breite/ Höhe) ist beim Lesen sehr Schlecht handhabbar.
Die Schriftgröße ist für ein ermüdungsfreies Lesen zu klein.
Vor 3 Monaten von Turbine veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen genialer Geist
Das Buch habe ich schon vor 20 Jahren gelesen und diesmal wieder. Hier ist Philosophie im besten Sinne vorhanden. Als richtungweisende Reflexion zum eigenen Denken. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von MrCelovec veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Mit Vorsicht zu genießen
Im Einklang mit einer Zeitstimmung nach 1918 war Friedell ein überzeugter Irrationalist, oder hielt sich jedenfalls selbst dafür (denn irgendwie kann ich mir nicht... Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von Walter Imlenz veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Ein ganz großer Wurf
Egon Friedell lebte von 1878 bis 1938 in Wien. Kurz nach dem Einmarsch der Nazis in Österreich stürzte er sich wegen seiner jüdischen Abstammung aus dem Fenster... Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von Tom Kadi veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Ein Meister aus Wien
Viel Zutreffendes ist in den vorangegangenen Rezensionen geschrieben worden. Eines noch - und nicht das Unwesentlichste denke ich - sollte hinzugefügt werden. Lesen Sie weiter...
Vor 14 Monaten von Dilettant veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen zwiespältig
Zwiespältig ist mein Eindruck von diesem Buch, durch das ich mich endlich durchgekämpft habe. Lesen Sie weiter...
Vor 21 Monaten von flo veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen So sollen Geschichtsbücher sein!
Lassen sie sich vom Umfang und von der Einleitung nicht abschrecken,sie werden mit einem großartigen Buch belohnt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 2. April 2011 von Meknes
5.0 von 5 Sternen Bildungsereignis ersten Ranges
Friedells fulminantes Werk dürfte etwas für Leser sein, die insofern dem klassischen Bildungsgedanken folgen, als dass sie immer noch der Geistesgeschichte Priorität... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 13. Oktober 2010 von Heino Bosselmann
5.0 von 5 Sternen Kunst und Philosophie
Seit 50 Jahren eines meiner Lieblingsbücher. Immer wieder gelesen und als Ausgangspunkt weiterer Studien benutzt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 15. September 2010 von ulderico
5.0 von 5 Sternen Geschichte als Literatur
Ein grossartiges Buch. Pflicht. Die Sprache ist Literatur. Der Geist des Autors sprüht vor Witz und Boshaftigkeit; er bezieht Stellung, was bei Historikern so nicht erwartet... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. Oktober 2009 von Fritz Thurn Und Taxis
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