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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
33 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unerreicht,
Rezension bezieht sich auf: Kulturgeschichte der Neuzeit: Die Krisis der europäischen Seele von der schwarzen Pest bis zum Ersten Weltkrieg (Gebundene Ausgabe)
"Literaten" wie Friedell mangelt es in unserer Zeit. Hier schreibt noch einer, der zu fesseln weiß, Zusammenhänge aufdeckt und dabei immer klar Stellung bezieht. Friedell konnte wie kein anderer die großen Bögen schlagen und dabei unterhalten.Was sehen wir heute: Entweder unverständlich schreibende Wissenschaftler mit grauenhaften Stil, deren Werke mehr Fussnoten als Sätze haben, oder die faselnden Marionetten aus dem Medienzirkus/ Kulturbetrieb, die selbstgefällig in Ihren Büchern schwadronieren wie z.B. Roger Willemsen, Klaus Bednarz, Ralf Platzeck, Maybritt Illner etc. Fazit: Friedel verbindet Stil, Witz und Kenntnissreichtum wie kein anderer.Ihn hätte ich mir einmal abend bei J.B. Kerner auf der Couch gewünscht. Da wären dem Kerner die Karteikarten um die Ohren geflogen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein wunderbares Werk,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Kulturgeschichte der Neuzeit (Gebundene Ausgabe)
Ich kaufte dieses Buch vor etwa 10 Jahren und eines ist für mich persönlich ganz sicher, es wird immer eines meiner Lieblingsbuecher bleiben. Mit ungeschlagenem Witz, einem Kenntnistum das zum Staunen einlädt, beschreibt Fridell die kulturhistorische Entwicklung von der frühen Neuzeit bis hin zum ersten Weltkrieg. Selbstverständlich nicht auf irgendeinem aktuellen Stand von "Wissen" und teilweise höchst subjektiv, aber immer fesselnd unterhaltsam und zum "denken" anregend. Die Geschichte des Autoren selbst ist leider tragisch, da er als Österreicher und Jude den Freitod wählte als die Nazis in Wien einmarschierten. Mit diesem Werk aber hat er sich ein Denkmal im deutschprachigen Europa gesetzt. Ich jedenfalls kann dieses Buch all denen sehr empfehlen, die ein allgemeines Interesse an Geschichte, aber auch insbesondere Interesse an kulturellen Entwicklungen haben.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Bei entsprechender kritischer Grundhaltung bringt die Lektüre dieses Werkes auch in Einzelteilen höchsten Lesegenuss,
Von Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen (HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 10 REZENSENT)
Rezension bezieht sich auf: Kulturgeschichte der Neuzeit: Die Krisis der europäischen Seele von der schwarzen Pest bis zum Ersten Weltkrieg (Gebundene Ausgabe)
Egon Friedell wurde 1878 in Wien geboren. Er gehörte dort bis zu seinem Selbstmord einige Tage nach dem Einmarsch der nationalsozialistischen Hitlertruppen am 16. März 1938 zu den prägenden und bestimmenden Persönlichkeiten des Wiener Kulturlebens. 1927 veröffentlichte er den ersten Band seiner "Kulturgeschichte der Neuzeit" die er als Trilogie 1931 abschloss. C.H.Beck stellt sie hier in einer preiswerten gebundenen Dünndruckausgabe einem Publikum zur Verfügung, das, bei entsprechender Berücksichtigung der Umstände, auch nach fast 80 Jahren dieses Werk als ein geistiges und intellektuelles Erlebnis lesen kann und wird.Ulrich Weinzierl schreibt in einem ausführlichen Nachwort, in dem er den zeitgenössischen Leser in die Gedankenwelt Friedells einführt und auch seine einmal als "Modultechnik" beschriebene Art der literarischen Produktion erläutert, seine Texte "wirken streckenweise, mit heutigen Augen gesehen, ideologisch bedenklich, manche Formulierungen sind die reinste Provokation." Besonders deutlich wird es an der Religion. 1897 war Egon Friedell konvertiert, vom Judentum zum lutherischen Bekenntnis. Er hatte dabei keinerlei assimilatorische oder opportunistische Gründe, sondern seine Konversion geschah aus glühender Überzeugung. Und ähnlich wie bei anderen Juden in der Geschichte, wurde der Jude Friedell ein kämpferischer Antisemit. Auch in der hier vorliegenden "Kulturgeschichte der Neuzeit" hat er nicht verhehlt, dass er den "jüdischen Geist", den Einfluss der jüdischen Religion für ein großes Verhängnis hält. Dennoch: wenn man all diese Bedenken, von denen Weinzierl Dutzende aufzählt, einmal beiseite lässt, "kapitulieren wir auch vor dessen Vorzügen." Mit selten gelesener Präzision umreißt der Untertitel Wesen und Konzept der Studie: "Die Krise der europäischen Seele von der Schwarzen Pest bis zum Ersten Weltkrieg." Alfred Polgar nennt Friedells Kulturgeschichte der Neuzeit 1950 "ein glänzend daneben gelungenes, an überzeugenden Absurditäten reiches, den Leser aufs vergnüglichste ärgerndes Buch einer laienhaften Fachmanns, dessen Fehler so erheblich sind wie das geistige Kapital, das er aus ihnen zu schlagen weiß." Die eng bedruckten Seiten lesen sich auch deswegen und vor allem wegen ihrer sprachlichen und geistigen Frische wie ein Roman. Auch die Lektüre einzelner Teile davon bringt, wie gesagt, bei entsprechender kritischer Leserhaltung, hohen Gewinn. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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