Eckhard Henscheid und seine zwei Mitstreiter haben sich die Mühe gemacht, einmal genauer unter die Lupe zu nehmen, was eigentlich alles im allgemeinen "Diskurs" falsch verstanden wird. Herausgekommen ist ein trotz seines Umfangs unterhaltsam zu lesendes Werk, das 5 Jahre nach der ersten Auflage als Taschenbuch erhältlich ist. Ob es sich nun um die "Unfähigkeit zu trauern" oder das Heine-Zitat "Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht" handelt - die meisten öffentlichen Beiträger, die sich mit solchen Zitaten schmücken, um ihre angeblich fundierte Bildung unter Beweis zu stellen, haben offenbar gar nicht richtig nachgelesen und sind Gerüchten und Vorurteilen aufgesessen. Bei fortschreitender Lektüre stellt sich beim Leser langsam die Gewissheit ein, das eigentlich das meiste, was allgemein unter "Geistesleben" verstanden wird, auf dem Hörensagen basiert. Man verkaufe also seine opera omnia von Schwanitz und erwerbe dieses Buch. Wer dieses Werk durchgearbeitet hat, wird vieles neu bewerten können, er wird das tägliche Feuilleton anders und den TV-Kulturtrash ("Aspekte"!) als solchen genießen.