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Kulturgeschichte Griechenlands
 
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Kulturgeschichte Griechenlands [Taschenbuch]

Egon Friedell
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

Dieses posthum 1950 erschienene Werk bildet einen in sich geschlossenen Bestandteil der von Egon Friedell als Pendant zur ›Kulturgeschichte der Neuzeit‹ geplanten dreibändigen ›Kulturgeschichte des Altertums‹, die infolge seines tragischen Todes unvollendet blieb.

Friedells Kulturgeschichte gibt ein vielschichtiges Bild des Lebens und der Kultur im alten Griechenland, vom grauen Alltag bis zur hohen Politik, von der Haustierhaltung bis zur Vasenmalerei und der Philosophie der Eleaten - so, wie es sich dem geistreichen Wiener Causeur, der alles gelesen hat und alles weiß, darbietet.

Friedells Bericht über das alte Hellas stimmt freilich nicht überein mit dem klassischen, dem heiteren Griechenlandbild Winckelmanns, Hölderlins und Goethes, das ist sozusagen von den Säulen auf die Straße heruntergeholt, denn »das Altertum war nicht antik«. Friedell sieht und zeigt - und darin folgt er Bachofen, Burckhardt und Nietzsche - auch die Nöte und Zwänge, die Grausamkeit und die Verzweiflung des griechischen Lebens, der unerlösten ›vorchristlichen Seele‹.

Klappentext

„Mit eminenter Sachkenntnis und nicht zuletzt mit einem von keiner Tradition befangenen Urteil bereitet Friedell eine umfassende Entwicklungsgeschichte des Lebens der vorchristlichen Seele aus, wobei Tragödie und Göttervorstellung nicht weniger berücksichtigt werden als der Alltag eines Athener Bürgers zur Zeit des Perikles.“ -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von year10191
Format:Gebundene Ausgabe
Egon Friedells „Kulturgeschichte Griechenlands" (1938; Erstveröffentlichung 1950) ist ein glänzend geschriebener Klassiker, spannend, lebendig, humorvoll, außerordentlich informativ und unbefangen im Urteil. Das Buch ist in zwei Kapitel aufgeteilt, „Ionischer Frühling" und „Der Welttag Athens". Auf eine geographische Einführung folgt - mit Freiheiten - chronologisch die Schilderung der Kulturgeschichte Griechenlands von Homer bis zu Alexander dem Großen. Immer wieder stellt Friedell Vergleiche mit Personen, Ereignissen oder Lehren anderer Epochen an, um sie verständlicher zu machen.
Charakteristisch für Friedell ist seine „christliche" Grundauffassung der Weltgeschichte. Demzufolge sei erst mit der christlichen Weltsicht die „Seele" in die Geschichte gekommen; was genau er unter „Seele" allerdings versteht, führt er leider weder in seiner „Kulturgeschichte Griechenlands" noch in seiner „Kulturgeschichte Ägyptens und des Alten Orients" aus. Über den genauen Sinn lässt sich also nur spekulieren, oder man überliest es einfach.
Griechischkenntnisse sind für die Lektüre von Vorteil, da viele griechische Wörter die Darstellung durchziehen, doch sind sie in der Regel zugleich auch übersetzt, so dass es für „Nicht-Griechen" nur etwas holprig, aber nicht unverständlich ist. Manche kulturhistorische Details sind natürlich nicht mehr auf dem neusten Stand der Forschung, aber diese schöne Gesamtdarstellung zu lesen ist dennoch ein Gewinn, da sie sehr plastisch die Andersheit der antiken Griechen und ihrer Vorstellungen deutlich macht.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Diese Zeile aus der FAZ passt zu einem der großen Feuilletonisten der alten Wiener Kaffeehaus-Szene. Als Schauspieler, Partylöwe und Nichtstuer bekannt oder verschrien, erlangte er mit seinem Buch: Kulturgeschichte der Neuzeit Weltruhm. Gleichzeitig deckte dieses Buch das Doppelleben auf, vor allem sein Bücherleben im Schlafrock. Posthum im Jahre 1950 erschien dieser Band der "Kulturgeschichte Griechenlands". Friedell, der in und wegen der NS-Zeit freiwillig aus dem Leben schied, war kein Historiker, dennoch wohl gebildet und äußerst eloquent. Mit diesen Voraussetzungen gelingt ein bravouröser Band über Land, Klima, Vegetation und der Geographie Griechenlands insgesamt als "Ionischer Frühling", eher er auf die kulturellen, literarischen Aspekte eingeht im "Welttag Athens". Alles, was Friedell bewegt, zeigt er als anekdotische Porträts. Seine Seiten lesen sich in spielerischer Leichtigkeit, gepaart mit Witz und vielleicht einem Wiener Charme.

Man muss also nicht alles für bare Münze nehmen, getreu dem Motto von Oscar Wilde, dass Kunst auch die Fähigkeit habe, die Wahrheit zu verbergen. Und doch gelingt es ihm, die als Totenmaske bekannten Größen griechischer Kultur wieder zu beleben. So zu beleben, dass "der wirkliche Mensch [als] Mensch des Tages und des täglichen Lebens" neu erscheint aus der Kunst, aus der Idee und in seiner (Friedells) Sehnsucht eine neue Gestaltung sich vollzieht.

In diesem Sinne gelesen, ist Friedell in seiner Art ein Meilenstein der gebildeten und bildenden Erzählkunst.
~~~
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Eine anregende Lektüre 4. November 2003
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch von Egon Friedell ist inzwischen über 60 Jahre alt. Zudem war Egon Friedell kein Fachmann auf dem Sachgebiet, nur ein sehr belesener interessierter Laie. Auch der Wissenstand ist weiter. Aber und darum ist dieses Buch weiterhin lesenswert. In Egon Friedell Sprache wird das Griechenland der Antike lebendig, so lebendig, das der interessierte Leser an die Archäologie herangeführt wird. Leider ist es den wenigsten Fachwissenschaftlern gegeben, interessant, amüsant und auch kurzweilig zu schreiben, die vergangenen Epochen dadurch zum Leben zu erwecken. Genau das können sie von Egon Friedell lernen, die Faszination der Wissenschaften Archäologie und Geschichte auch auf ihre Lesern und Lernenden zu übertragen. Jede Wissenschaft lebt in der farbigen, bildreichen Sprache, auch zwischen Papierseiten. Egon Friedell ist einer der deutschen Schriftsteller, der zeigte, wie das geht. Viele Fachwissenschaftler, auch mein verehrter Lehrer, sind der Meinung, das eine Darstellung a la Egon Friedell nicht wissenschaftlich, sondern nur journalistisch wäre. Diese Meinung ist nicht nur falsch, sie ist dumm.
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