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Fazit: Das Buch ist eins der best platzierten bei Amazon zu Indien. Es ist auch eins der schlechtesten. Es gibt nicht den Inder (als Kategorie), so wie es nicht den Deutschen gibt. Ersetzen Sie einmal alle pauschalierenden und generalisierenden Zitate in diesem Buch über "den" Inder durch "den Deutschen", und stellen Sie sich vor, ein Inder würde so über uns Deutsche schreiben. Inder sind keine Herdentiere, auch nicht, wenn man sie in Gänsefüßchen setzt, der Inder an sich (als "Rassenmitglied", als "Vertreter einer Nation"...?) hat keinen "Farben-Komplex". Der indische Dorfbewohner ist nicht qua Kategorie abergläubischer als der Stadtbewohner, abgesehen davon, dass Aberglaube eine herabwürdigende Aussage von Vertretern christlich-westlicher Kultur darstellt. Das Buch mag gut gemeint sein, aber manchmal ist das Gegenteil von gut eben gut gemeint. Dass hinter dem Autor ein Indologe steckt, der Hindi spricht, angeblich unerforschte Adivasisprachen studiert und auf über 20 Jahre Indienerfahrung zurückblickt, ist nach Lektüre des Buches kaum zu glauben, zumindest aber nicht zu fassen.
Das Buch thematisiert und reflektiert - im Gegensatz zu der englischsprachigen cultureShock-Reihe, die dem Thema teilweise ein ganzes Kapitel widmet - explizit überhaupt nicht den "Kulturschock" (weder die reichhaltige Theorie dazu, noch die Praxis). Es gibt keinerlei praxistaugliche Hinweise vom Umgang und der Verarbeitung von Kulturschockerfahrungen, bzw. wie man sich auf sie vorbereiten könnte. Das Buch handelt nicht vom Kulturschock Indien, es ist einer. Es betreibt Etikettenschwindel und ist für alle, die sich um einen Dialog der Kulturen bemühen kontraproduktiv, weil es kulturelle Vorurteile, Ethnozentrismen und Exotismen bedient, anstatt sie zu hinterfragen oder gar aufzulösen.
Das es auch ganz anders geht, beweisen Sie z.B. in dem hervorragenden Vietnam Buch von Monika Heyder, das von der ersten Seite an kultursensibel und differenziert vorgeht (z.B. bzgl. des Problem des westlichen Alternativ-Denkens und westlicher Kategorien).
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