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KulturSchock Indien
 
 
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KulturSchock Indien [Taschenbuch]

Rainer Krack
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (22 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch, Mai 2007 --  


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Rainer Krack
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die Bücher der Reihe Kulturschock befassen sich schwerpunktmäßig mit den Denk- und Verhaltensweisen der jeweiligen Einwohner, erklären Hintergründe, die zu diesen Lebensweisen führen und bieten eine Orientierung im Dschungel des fremden Alltags. Familienleben, Moralvorstellungen und Anstandsregeln werden genauso erläutert wie Umgangsformen, religiöse Gebote oder Tischsitten.

Umschlagtext

Dieses Buch will helfen, Indien und die Inder zu verstehen. Es ist ein Reiseführer durch den Dschungel des indischen Alltags, ein Knigge für bewußtes Reisen und Erleben. Es beschreibt die Denk- und Verhaltensweisen der Einwohner, erklärt die geschichtlichen, religiösen und sozialen Hintergründe, die zu diesen Lebensweisen führen und bietet somit eine Orientierung im Dschungel des fremden Alltags. Familienleben, Moralvorstellungen und Anstandsregeln werden genauso erläutert wie Umgangsformen, religiöse Gebote oder Tischsitten. Davon abgeleitet werden Empfehlungen für den Reisealltag, z.B. im Hotel, unterwegs, beim Einkaufen und beim alltäglichen Umgang mit den Einwohnern des Gastlandes. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

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405 von 432 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Etikettenschwindel, 9. September 2002
Rezension bezieht sich auf: KulturSchock Indien (Taschenbuch)
Ich möchte nicht verhehlen, dass mich der Kulturschock schon beim Lesen des Büchleins von Rainer Krack überkam. Da ich mich mit dieser Einschätzung nicht im Fahrwasser seiner überschwänglichen Fangemeinde befinde, möchte ich das etwas ausführlicher begründen. Allein auf den ersten 35 Seiten bedient Krack unzählige eurozentrische Vorurteile, die so ein Buch eigentlich überwinden helfen soll: Beispiele?: "Die Religion durchdringt jeden Aspekt indischen Lebens" (S. 11) "Der (sic!) Inder begreift jedes Naturereignis...als Ausdruck des Willen Gottes" (:11). „Allzu leicht werden augenblickliche Zustände den Folgen früherer Leben angelastet...Man ergibt sich dem Fatalismus. Diese Haltung hat den Inder...." (:12). Kapitel-Titel: Der Aberglaube: „Logischerweise ist der Aberglaube sehr eng mit dem Bildungsgrad der Bevölkerung verknüpft, und daher ist der Dorfbewohner viel anfälliger für magische Riten als ein Stadtmensch" (:18) .. Der indische Stadtmensch ist der Magie selbstverständlicherweise weit weniger zugetan als der Dörfler... (:21) „Noch heute hegen die Inder einen ausgeprägten Farbenkomplex ... Der Anblick eines schwarzen Gesichts erfüllt ihn (den Inder!, ms) mit extremem Unbehagen" (:24).Die Großfamilie gibt Geborgenheit von der Wiege bis zum Scheiterhaufen" (:32) „...haben Psychologen herausgefunden , daß es eine überdurchschnittliche Rate von Impotenz unter Männern gibt, die in engsten Behausungen von Großfamilien wohnen. Die Raumnot wird zum quälenden Liebestöter...: Mehr als 5 Minuten sollten es (für den Liebesakt, ms) nicht sein, denn der Opa hat ja so einen leichten Schlaf, und Oma schläft eh den ganzen Tag und kriegt nachts dafür kein Auge zu..."(:34). Die Großfamilie macht den Inder zeitlebens zu einem ‚Herdentier', das sich immer nach der Wärme einer ihn aufsaugenden Gruppe sehnt. Anders als der Westmensch blüht er im Gruppenverband auf... (:35).
Als wäre das nicht genug, zieren Zitate des Abbé Dubois die meisten Kapitel. Dessen Buch führt Krack als "eine Art Kulturschock-Band des frühen 19. Jahrhunderts" ein, seine teilweise kulturfeindlichen Aussprüche lässt er unkommentiert stehen. Dadurch werden Vorurteile nicht hinterfragt sondern bestenfalls zementiert. Auch eingestreute reißerische Zeitungsausrisse (Motto: "Ritualmöder verhaftet", "Priesterin trank Kinderblut", "Mutter mit Axt erschlagen um Göttin zu besänftigen", alles auf Seite 20) werden ausschließlich mit der Bemerkung kommentiert: "Indien ist ein Land, in dem das 'Moderne' unlösbar mit der Tradition - in diesem Falle dem Aberglauben - verschmolzen ist" (:21). Das grenzt an Rassismus. Zu Sex, "dem großen Tabu" (:45) fällt dem Indienkenner unter anderem folgendes ein: "Der junge Inder weiß zunächst einmal nichts" (vom Sex, ms)..... der Inder fürchtet permanent um seine Lebenskraft.." - und er bekräftigt seine Pauschalierungen mit "beliebig herausgegriffenen" (sic!: 47) Annoncen aus einem hindi-sprachigen Magazin.

Fazit: Das Buch ist eins der best platzierten bei Amazon zu Indien. Es ist auch eins der schlechtesten. Es gibt nicht den Inder (als Kategorie), so wie es nicht den Deutschen gibt. Ersetzen Sie einmal alle pauschalierenden und generalisierenden Zitate in diesem Buch über "den" Inder durch "den Deutschen", und stellen Sie sich vor, ein Inder würde so über uns Deutsche schreiben. Inder sind keine Herdentiere, auch nicht, wenn man sie in Gänsefüßchen setzt, der Inder an sich (als "Rassenmitglied", als "Vertreter einer Nation"...?) hat keinen "Farben-Komplex". Der indische Dorfbewohner ist nicht qua Kategorie abergläubischer als der Stadtbewohner, abgesehen davon, dass Aberglaube eine herabwürdigende Aussage von Vertretern christlich-westlicher Kultur darstellt. Das Buch mag gut gemeint sein, aber manchmal ist das Gegenteil von gut eben gut gemeint. Dass hinter dem Autor ein Indologe steckt, der Hindi spricht, angeblich unerforschte Adivasisprachen studiert und auf über 20 Jahre Indienerfahrung zurückblickt, ist nach Lektüre des Buches kaum zu glauben, zumindest aber nicht zu fassen.

Das Buch thematisiert und reflektiert - im Gegensatz zu der englischsprachigen cultureShock-Reihe, die dem Thema teilweise ein ganzes Kapitel widmet - explizit überhaupt nicht den "Kulturschock" (weder die reichhaltige Theorie dazu, noch die Praxis). Es gibt keinerlei praxistaugliche Hinweise vom Umgang und der Verarbeitung von Kulturschockerfahrungen, bzw. wie man sich auf sie vorbereiten könnte. Das Buch handelt nicht vom Kulturschock Indien, es ist einer. Es betreibt Etikettenschwindel und ist für alle, die sich um einen Dialog der Kulturen bemühen kontraproduktiv, weil es kulturelle Vorurteile, Ethnozentrismen und Exotismen bedient, anstatt sie zu hinterfragen oder gar aufzulösen.

Das es auch ganz anders geht, beweisen Sie z.B. in dem hervorragenden Vietnam Buch von Monika Heyder, das von der ersten Seite an kultursensibel und differenziert vorgeht (z.B. bzgl. des Problem des westlichen Alternativ-Denkens und westlicher Kategorien).

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47 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Zulässige Verallgemeinerungen, 17. März 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: KulturSchock Indien (Taschenbuch)
Der Author erweckt bisweilen den Eindruck, 'die Inder', also 1 Millarde Menschen, haben diese und jene Eigenschaften. Andererseits habe ich einige Jahre mit indischem Chef und indischen Kollegen verbracht und muss sagen, dass dieses Buch sehr gute Anhaltspunkte gibt. Dass der Author manchmal etwas übertreibt oder grob verallgemeinert ist meiner Ansicht nach hinreichend klar. Fazit: Mit ein bischen Distanz unbedingt lesenswert, auch, wenn nicht alle Details exakt den Tatsachen entsprechen oder immer alles akademisch abgewogen ist.
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22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Zuviel altmodische Klischeesammlung, 23. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: KulturSchock Indien (Taschenbuch)
Ich habe dieses Buch vor meinem 6-monatigen Praktikum in Delhi gelesen. Und auch wenn ich nach meinen 6 Monaten in vorrangig einer Ecke des Landes nicht behaupten würde, das unglaublich vielseitige und komplexe Land auch nur ansatzweise zu verstehen, habe ich nicht den Eindruck, dass dem Autor diese Aufgabe gelungen ist.

Auch mein Eindruck war, dass sich der Autor viel Mühe gegeben hat, Indien so schockierend wie möglich darzustellen. Was aber weder realistisch noch hilfreich ist, da kein westlicher Tourist oder Kurzzeit-Arbeitnehmer (also jemand wie ich) je so intensiv mit den Abgründen der indischen Kultur (die es zweifelsohne AUCH gibt) in Kontakt kommen wird. Dazu ist die indische Kultur und Gesellschaft viel zu unzugänglich und es gibt sie als "die indische Kultur" auch wirklich nicht, sondern sie zerfällt in ein unendliches Sammelsurium von regionalen, religösen und schichtspezifischen Untergruppen und Kulturen.

Meine Erfahrungen des indischen Alltags waren reichlich anders - viel, viel moderner, westlicher und entspannter. Nach der Lektüre dieses Buches war ich umgekehrt geschockt, wie ähnlich das Leben meiner indischen Bekannten zu meinem Leben in Deutschland war.

Ich habe zwei Sterne vergeben, da mir keine besseren deutschsprachigen Werke bekannt sind, die versuchen, den indischen Alltag zu behandeln. Ich würde es aber nur im absoluten Notfall empfehlen und auf keinen Fall zur Vorbereitung einer kurzen Touristenreise oder gar als Lektüre über die indische Kultur aus der Ferne ohne dass man sich selbst vor Ort einen Eindruck verschafft. Dafür gibt es sowohl über das moderne Indien, als auch das traditionelle Indien, als auch die sozialen Probleme genügen deutlich bessere Literatur.
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