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Produktinformation
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Welche menschlichen Folgen hat die politische Ökonomie, in der wir leben? Manche nennen das System "neoliberal" und erwecken so den Anschein, als handle es sich dabei um nichts Neues, sondern lediglich um die Ausweitung der Marktwirtschaft auf einen globalen Maßstab. Andere meinen, neue Informations-, Transport- und Produktionstechnologien hätten die Welt in einem Ausmaß umgestaltet, das für unsere Großeltern unvorstellbar gewesen wäre. Für Richard Sennett geht die ganze Diskussion jedoch am eigentlichen Kern der Sache vorbei. Die tatsächlichen psychologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen des Kapitalismus zeigen sich laut Sennett vielmehr daran, wie Institutionen organisiert sind und wie die Menschen in ihnen leben. Der "neue Kapitalismus" betrifft also ein soziologisches Ganzes und nicht bloß Wirtschaft oder Technologie. Die Institutionen, in denen wir uns bewegen, haben nach Sennetts Überzeugung unsere Zeitwahrnehmung verändert: Arbeitsplatz, Sozialstaat und Gemeinschaftsleben sind als Bezugsrahmen einem immer rascheren Wandel unterworfen; Ursachen lassen sich kaum noch Wirkungen zuordnen; Absichten und Vorhaben verlieren sich in einem Netz von Unwägbarkeiten und Zufälligkeiten, über die Einzelne und Gruppen immer weniger Kontrolle haben. Kurzum: Institutionelles Leben vermag nicht mehr als Erzählrahmen zu dienen, als eine Geschichte, in der Menschen eine signifikante - aktive - Rolle spielen. Nach dem Bestseller Der flexible Mensch und dem auch autobiographisch geprägten Buch Respekt im Zeitalter der Ungleichheit zieht Richard Sennett eine ebenso bestechende wie provokante Bilanz seiner langjährigen Beschäftigung mit der Kultur des Kapitalismus.
4 Audio-CDs, Laufzeit 4:29 Stunden. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Und wie sieht die neue Kultur, die neue Bürokratie aus? Die Menschen müssen beweglich, anpassungsfähig, dynamisch, umtriebig und flexibel sein. Die alten Ordnungen werden aufgelöst und durch scheinbar .bessere ersetzt. Das dies wirklich nur virtuelle Verbesserungen sind, zeigt er an Hand von zahlreichen Fallbeispielen auf.
Da fallen dann die „Heuschrecken“ über die Unternehmen her, kaufen ganze Unternehmen auf, kommen mit den Unternehmensberatern, oft jungen praxisfernen Leuten zu dem Ergebnis, ganze Unternehmen, trotz schwarzer Zahlen, zu verkaufen, zu zerschlagen oder um zu strukturieren. Alles wird vom Kopf auf die Füße gestellt Und letztendlich sitzen die Mitarbeiter an Stellen, wo sie gar nicht mehr wissen was sie tun sollen. Die Chefs heißen nur noch Chefs, haben aber nichts mehr zu sagen. Es sind die Globalplayer, die die Fäden ziehen. Schnelligkeit ist gefordert, solide Arbeit und Identifizierung der Arbeitnehmerschaft mit dem Unternehmen nicht mehr gefragt. Arbeitsqualität und Arbeitsmoral gehen zunehmend verloren und die Kultur des neuen Kapitalismus erleidet Schiffbruch.
Das Buch ist rasant geschrieben, unglaublich gut geschrieben, mit einer Meisterschaft die hinreißend und zugleich zu tiefst irritierend ist. Es hat so viele Ebenen auf denen man es betrachten kann.
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