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Kultur und Kulturwissenschaft: Eine Einführung (Uni-Taschenbücher S)
 
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Kultur und Kulturwissenschaft: Eine Einführung (Uni-Taschenbücher S) [Taschenbuch]

Klaus P. Hansen
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch EUR 18,90  
Taschenbuch, 2003 --  


Produktinformation

  • Taschenbuch: 400 Seiten
  • Verlag: UTB, Stuttgart; Auflage: 3. A. (2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3825218465
  • ISBN-13: 978-3825218461
  • Größe und/oder Gewicht: 19,1 x 12,3 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 305.719 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
  • Komplettes Inhaltsverzeichnis ansehen

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Kultur, das wäre ihre einfachste und zugleich allgemeinste Definition, umfaßt die Gewohnheiten einer Gemeinschaft. Darauf aufbauend gliedert sich das Buch in zwei Teile. Der erste stellt den Komplex der Gewohnheiten bzw. Standardisierungen dar; der zweite behandelt die Problematik der Gemeinschaft. Zentrale Fragen dieser letzten Problematik sind das Verhältnis von Individuum und Kollektiv und die besondere Art von Kollektivität von Volk und Nation. In einem abschließenden Kapitel werden die Aufgaben skizziert, die sich einer Kulturwissenschaft stellen.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
40 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kultur und Kulturwissenschaft 12. September 2002
Format:Taschenbuch
Mit seinem Buch „Kultur und Kulturwissenschaft" ist Klaus P. Hansen eine äußerst hilfreiche und didaktisch wertvolle Einführung in den Komplex der Kulturwissenschaft gelungen. Zahlreiche humorvoll erdachte Beispiele und eine verblüffend klare und amüsante Schreibe führen den Leser durch das Labyrinth der Kulturtheorie und erleichtern so das Verstehen und vor allem Verinnerlichen der wissenschaftlichen Aspekte.

Nach einer einführenden Bestimmung und Definition des Begriffs Kultur und seiner Abgrenzung von Natur steht eins fest: Kultur umfasst die Gesamtheit der Gewohnheiten eines Kollektivs, bzw. Standardisierungen, die in einem Kollektiv gelten.

Aus diesen Vorüberlegungen wird dann im Folgenden eine komplexe Kulturtheorie entwickelt, die den Leser step by step entdecken lässt, wie vielfältig im eigentlichen die Phänomene Standardisierung und Kollektiv sind.

Wenn z.B. Außerirdische zur Weihnachtszeit mit ihrem Raumschiff unbemerkt in einem verschlafenen Wintersportstädtchen landen, um ihre Kulturstudie durchzuführen, wie würden sie die Spezies Mensch in ihrem Bericht darstellen? Oder: Was genau haben ein Manager aus Kölle, ein Schreiner aus München und eine Romanistikstudentin aus Bochum gemeinsam? Antworten auf diese Fragen werden explizit und wissenschaftlich belegt und anschaulich verdeutlicht. Dabei werden allerdings wichtige Theoretiker aus den verschiedensten Disziplinen von Hansen mit einbezogen und diskutiert : Sigmund Freuds: „Das Unbehagen in der Kultur", Jan Assmanns „Kollektives Gedächtnis und kulturelle Identität", sowie Auguste Comte und zahlreiche andere, die in einer Kulturtheorie ihren Platz haben sollten.

Abgerundet wird Hansens interessanter und lehrreicher Überblick mit dem Entwurf einer Taxonomie der Geschichte des Kulturbegriffs und aktuellen Fragestellungen zu den Phänomenen der Interkulturalität, Globalisierung und seiner Einbettung in angrenzende wissenschaftliche Fächer.

Alles in Allem: Nicht nur für angehende Kulturwissenschaftler ein unerlässlicher Ausflug ins Reich der Kulturtheorie, bei dem ein Englischwörterbuch oftmals nicht schadet und dessen Gastgeber sichtlich bemüht ist, Humor und Wissensvermittlung zu vereinen.

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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von sonaleu
Format:Taschenbuch
Für den Passauer Kulturwissenschafter und Anglisten Klaus P. Hansen umfasst das Phänomen Kultur drei Faktoren: Standartisierung, Kommunikation und Kollektivität. Um den Lesern diese recht einfache Definition des Kulturbegriffs eingängig und überzeugend darzulegen, stellt uns Hansen Standartisierungen der Kommunikation, des Denkens, Empfindens und Verhaltens dar. Er beginnt dabei didaktisch einleuchtend bei Null und zeigt uns zunächst an einem Beispiel auf, wie Standartisierungen unsere Erkenntnis prägen: Die ausseriridischen Wissenschafter vom Planeten Alterius, die zur Erforschung der Menschen ausgerechnet im Winter in einem Engadiner Skigebiet landen, auf ihrem Heimatplaneten nur eine zweckgebundene Form der Bewegung kennen und denen die Fähigkeit zu dieser Bewegung ausserdem bereits angeboren ist, werden in der Tat bereits bei ihren Beobachtungen und später auch bei der Deutung von Snowboardern und Skifahrern von ihren andersartigen Standartisierungen so geprägt sein, dass ihre „Forschungsergebnisse“ uns mitteleuropäischen, wintersportbeflissenen Menschen nur sehr „strange“ erscheinen können.
In einem weiteren Kapitel befasst sich Hansen mit dem Verhältnis Individuum und Kollektivität, das er wiederum an einem eingängigen Beispiel – verschiedene Deutsche treffen sich im „Mono-Kollektiv“ Tennisclub – darstellt. Der Rheinländische Manager, der Passauer Schreiner, die reiche Ärztin und die links-grüne Romanistin, alle Mitglieder desselben Tennisclubs, gehören zudem alle dem „Super-Kollektiv“ „Deutsche“ an: Was verbindet sie, was trennt sie? Was hält bei aller Unterschiedlichkeit, aller Individualität der Mitglieder Kollektive zusammen?
Hansen lässt nun ein Kapitel über die Taxionomie des Kulturbegriffs folgen, wobei der Autor, auch hier wieder bei Null beginnend, auch gleich erklärt, was eine Taxionomie ist („modellhafte Ordnungsstiftung, mit deren Hilfe man ein unübersichtliches Feld in den (Be)griff bekommt“). In einem guten historisch fundierten Abriss stellt der dann die Debatten über die Gegenständlichkeit, die Kohärenz und die Funktion von Kultur dar, nimmt dabei Bezug auf so unterschiedliche Ansätze wie diejenigen des Idealisten Hegels, des Materialisten Marx um dann selbstverständlich auf neuere Ansätze wie diejenigen von Clifford Geertz oder Marshall Shalins zu kommen. Immer wieder warnt Hansen in diesem Kapitel davor, Kultur in einer meist metaphysischen Sichtweise als etwas „Ganzes“, Kohärentes zu betrachten: „Kultur ... ist nicht das grosse Ganze, zu dem man ehrfürchtig aufblickt.“
Informativ ist das nächste Kapitel über „Interkulturalität“, das die Schwierigkeiten des sogen. „Fremdverstehens“ in den Vordergrund rückt. Hier geht Hansen noch einmal auf verschiedene Ansätze (psychoanalytisch, hermeneutisch etc.) ein, um dann den Begriff „Interkulturalität“ durch „Interkollektivität“ zu ersetzen: „Es liegt in der Natur eines jeden Kollektivs, dass es sich abgrenzt, ein positives Selbstverständnis bereitstellt und sich von rivalisierenden kollektiven mit Hilfe vorgestanzter Abwertungen distanziert.“
Ein abschliessendes kurzes Kapitel geht noch der Frage nach, inwieweit der Kulturbegriff und kulturwissenschaftliche Fragestellungen das Selbstverständnis der einzelnen Wissenschaften beeinflusst haben.
Insgesamt: sicherlich eine lesenswerte Einführung, eine, die sich leicht liest und von grosser Anschaulichkeit ist. Allerdings: 392 anschauliche Seiten, ein nur geringes Ergebnis (Kultur = Standartisierungen in Kollektiven)...
Die Lektüre einer weiteren Einführung ist empfehlenswert, etwa die „Orientierung Kulturwissenschaft“ von Böhme, Matussek und Müller.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Es scheint außer Frage, dass Kultur und damit auch die Kulturwissenschaften in all ihren Facetten im 21. Jahrhundert sowohl in privaten als auch beruflichen Kontexten eine neue Phase der Hochkonjunktur nach sich ziehen. 'Nach 16 Jahren eine 4. Auflage zu erleben, ist höchstens Einführungen und Lehrbüchern vergönnt' (2011:7), dies schreibt der renommierte und bekannte Passauer Professor und Kulturwissenschaftler Klaus P. Hansen hierzu in seinem Vorwort zu diesem Band.

Sehr gute Gründe für die vorliegende, in weiten Teilen vollständig überarbeitete Publikation gibt es viele. Hervorzuheben sind dabei insbesondere die Komplexität von Globalisierungsprozessen und damit die Entstehung von transnationalen Räumen im Rahmen der gesellschaftlichen Veränderungen. Diese wurden durch Migrationsentwicklungen, Demografie, Mergers in der Wirtschaft oder auch durch die Entstehung von Social Networks im Internet während der letzten Jahre maßgeblich begünstigt.

Die skizzierten Kontexte bleiben somit nicht ohne Folgen für unser Kulturverständnis, denn damit verbunden ist gleichsam ein Wandel weg von statischen, homogenisierenden und in sich abgeschlossenen Kulturmodellen hin zu offenen, dynamischen netzwerkorientierten Kulturkonzepten (Bolten 2007:45ff.) Diesen Ausgangsbedingungen trägt Klaus P. Hansen in seiner Auseinandersetzung mit dem neuen Kulturbegriff und der zugrundeliegenden Kulturwissenschaft in vollem Umfang Rechnung und veranschaulicht diese in angemessener Weise. Dabei bricht er das nationalstaatliche Denken ganz bewusst auf, ohne jedoch nationalkulturelle Aspekte komplett in Frage zu stellen. Basierend auf der Kohärenzproblematik (Rathje 2009:83ff.) und der bis heute gängigen Ethnisierung des Kulturbegriffs setzt sich der Autor kritisch mit den klassischen Kulturdimensionen-Modellen, Kulturstandardsierungen und
den daraus resultierenden Wertephilosophien auseinander.

Da in komplexen Kollektiven als multikulturelle Konstrukte keine Einheit im klassischen Sinne des Kohärenzdenkens möglich ist, stellt Klaus P. Hansen bewusst die Frage nach dem Kulturträger und der Zusammengehörigkeit von Kulturen in den Mittelpunkt seiner Argumentation des komplett überarbeiteten Kollektivteils der vorliegenden Einführung. Nicht der kulturelle Einheitsgedanke, sondern die ausführlich beschriebene 'Multikollektivität' und 'Polykollektivät' und damit verbundene Vielfalt führen letztlich zu einem kohäsiven Zusammenhalt in einer Kultur (Hansen 2011:139ff.). 'Kultur schwebt nicht über den Wassern, sondern wird konkret an Gegenständen angetroffen, die man Kulturträger nennen könnte.' (Hansen 2009a:7).

Das theoretische Gerüst der vierten Auflage basiert daher auf der skizzierten Annahme, dass Kollektive als Kulturträger eine Kultur haben. Das kulturtheoretisch fundierte und nachvollziehbare Konzept der menschlichen Kollektivität speist sich andererseits aus zahlreichen Unterkollektiven, wie zum Beispiel den Team- oder Organisationskulturen.

Die aktuelle Publikation lässt sich inhaltlich in sechs große Abschnitte unterteilen:
Der erste Abschnitt umreißt Kultur als ein Phänomen, das uns alle betrifft. Es geht hierbei in erster Linie um ein Begriffsverständnis der Kultur und Kulturwissenschaft. Im zweiten Kapitel wird das Verhältnis von Kultur und Natur anhand von Beispielen kritisch diskutiert.
Den dritten Schwerpunkt bilden 'Standardisierungen, die in Kollektiven gelten' (Hansen 2011:31ff.) Diese umfassen die Sprache, Aspekte des Denkens, Fühlens und Handelns, die auf den Grundlagen der Institutionentheorie basieren. Im Verlauf des vierten Abschnittes stellt der Autor seine neuen Erkenntnisse der Kollektivforschung vor, die auf der Veröffentlichung
seines vorab erschienenen Buches 'Kultur, Kollektiv,Nation' (Hansen 2009b) basieren. Damit stellt Klaus P.Hansen den bis heute gebräuchlichen und teils unreflektierten Kategorisierungs- und Reduktionsschemata des 20. Jahrhunderts eine neue zeitgemäße Perspektive gegenüber. Diese belegt er im Rahmen seiner Argumentation ausführlich und nachvollziehbar mit anschaulichen Beispielen aus der alltäglichen,lebensweltlichen Praxis.
Bis auf das bewährte Beispiel aus der Tennisclubszene wurde der vierte Schwerpunkt zu Individuum und Kollektiv komplett neu gefasst. Der Leser erhält somit eine fundierte Einführung in relevante Aspekte der Kollektivitätsforschung. Dazu gehören inhaltlich Begriffe wie Dachkollektiv, Multikollektivität, Polykollektivität, Präkollektiviät oder die pankollektive Klammer.
All diese Aspekte sind untereinander vernetzt und machen Kultur und ihre vielfältigen Facetten in ihrer Komplexität erst begreifbar.
Der fünfte Bereich diskutiert die Konsequenzen im Rahmen von Verallgemeinerungen und Pauschalurteilen, die mit der kollektiven Wahrnehmung verbunden sind. Den Abschluss der Einführung bilden philosophie- und sprachgeschichtliche Aspekte zu den Herausforderungen im Umgang und der Realisierung eines angemessenen Kulturverständnisses vor dem Hintergrund der Multi-, Inter- und Transkulturalität. Diese Aspekte leisten darüber hinaus einen Beitrag für ein entsprechendes Sinn- und Selbstverständnis.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass Kollektivität bisher ein zu wenig beachtetes Forschungs- und Praxisfeld im Rahmen der
interkulturellen Kompetenzforschung ist. Mit seinem vorgelegten Band wendet sich der Autor an alle Leserinnen und Leser aus Wissenschaft und Praxis, die sich mit Kultur und Fragen der Kollektivität beschäftigen.

Die Publikation bietet im Zeitalter der Transnationalsierung und Hybridisierung eine hervorragend fundierte theoretische und anwendungsbezogene Grundlage zur praktischen Kultur bzw. Kollektivbeschreibung. Des Weiteren bietet sie die Möglichkeit, die Komplexität der beschriebenen Phänomene und
damit verbundene Aspekte wie Zugehörigkeit oder Ausgeschlossenheit in Gesellschaft und Wirtschaft angemessen analysieren und abbilden zu können.

Darüber hinaus offeriert das Buch eine solide Basis, um für die spezifischen Besonderheiten interkulturellen Handelns und des interkulturellen Kompetenzerwerbs vor dem Hintergrund eines offenen Kulturbegriffs zu sensibilisieren. Der Autor versteht diesen Sachverhalt zu thematisieren, ohne die Komplexität, mit der Kulturverstehen traditionell verbunden ist, unrechtmäßig zu reduzieren. Die besondere Leserfreundlichkeit des Bandes und pointierte Darstellungsweise mit Praxisbezug bleibt in der überarbeiteten Auflage vollständig erhalten.

Rezensiert von Alexandra Stang für Interculture Journal

Literatur
Bolten, J. (2007): Einführung in die interkulturelle Wirtschaftskommunikation. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
Hansen, K. P. (2009a): Zulässige und unzulässige Komplexitätsreduktion beim Kulturträger Nation. Interculture Journal 8(8), S. 7-18.
Hansen, K. P. (2009b): Kultur, Kollektiv, Nation. Schriften der Forschungsstelle Grundlagen Kulturwissenschaft. Passau: Karl Stutz Verlag.
Hansen, K. P. (2011): Kultur und Kulturwissenschaft. Tübingen: A. Francke Verlag UTB.
Rathje, S. (2009): Der Kulturbegriff. Ein anwendungsorientierter Vorschlag zur Generalüberholung. In: Moosmüller, A. (Hrsg.): Kulturelle Differenz.
Münchner Beiträge zur Interkulturellen Kommunikation. Münster: Waxmann Verlag, S. 83-106.
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