Franz Hinkelammert, Kultur der Hoffnung
Ein ausgezeichnetes Buch für Menschen, die sich nicht damit zufrieden geben gegen links oder gegen recht zu schlagen oder Schuldzuweisungen vorzunehmen, sondern die wissen wollen, wie es war. Wie es war mit der Geschichte des Kapitalismus und des Sozialismus und wo beide gelandet sind. Und wo der Ansatz für ein Lernen aus diesen Geschichten zu finden ist, um sich auf dem Weg zu machen zu einer menschlichen Gesellschaft ohne Aus-grenzung und Naturzerstörung.
Franz Hinkelammert hat schon immer dezidiert für das Leben Stellung bezogen. Seine "Her-kunft" aus der Vision für eine menschliche Gesellschaft, in der Menschen nicht ausgebeutet werden verleugnet er keinen Augenblick. Aber er ist nicht blind auf dem linken Auge. Sowohl seine Kritik am unmenschlichen Neokapitalismus/Neoliberalismus, wie jene am sozialisti-schen Experiment ist gründlich und klar verständlich. Auch den mit der Materie weniger vertraute LeserInnen - guter Wille vorausgesetzt - können ihm auf der Wanderung durch die Geschichte und des "beider" Wege, des "kapitalistischen" wie des "sozialistischen" gut folgen. Der ideologischen Unterbau beider wird verständlich. Ebenso erkennbar wird das, worüber beide unterlassen haben nachzudenken. (S.153 ff und 159 ff)
"Eine Gesellschaft in der alle Platz haben". ( Wunsch der Zapatisten auf die Frage nach ihrer Auffassung von Gesellschaft . S. 171) "Das gut Leben des einen darf das Leben des anderen nicht unmöglich machen" . (S. 173). "Indem jeder Markteilnehmer sich selbst zu retten versucht, trägt er zum Ruin aller bei" (zit. Kindleberger St. 179)