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Kultstätte an der Grünwalder Straße. Die Geschichte eines Stadions
 
 
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Kultstätte an der Grünwalder Straße. Die Geschichte eines Stadions [Gebundene Ausgabe]

Roman Beer
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Gebundene Ausgabe, 5. Juli 2004 --  

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
  • Verlag: Werkstatt Gmbh; Auflage: 1., Aufl. (5. Juli 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3895334634
  • ISBN-13: 978-3895337802
  • Größe und/oder Gewicht: 30,2 x 21,6 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Roman Beer
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Pressestimmen

„Kultstätte an der Grünwalder Straße – die Geschichte eines Stadions“ ist der Titel eines Buches, das der Löwen-Fan Roman Beer veröffentlicht hat. Der 24-jährige Architektur-Student zeichnet auf 192 Seiten detailliert die Historie eines Stadions nach, das seit dem ersten Spiel am 23. April 1911 einiges mitgemacht hat. Beers Aufzeichnung beginnt ein halbes Jahrhundert früher, beim Vorgängerverein des TSV 1860 München, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1848 zurückreichen. Damals fand die Gründungsitzung des Münchner Turnvereins statt.
Zwei Jahre lang habe er für die Fertigstellung seines Buches in Archiven gekramt, Fotos organisiert und Zeitzeugen befragt, verriet Roman Beer bei der Buchpräsentation in der Stadion-Gaststätte „Zum 60er“. Diese zweijährige Recherche ist dem Buch anzumerken. Was es auszeichnet, ist die gelungene Mischung aus Hintergrundberichten, Fotos, Skizzen, Statistiken, wissenswerten Kuriositäten und Erinnerungen einiger Münchner Fußballgrößen wie Franz Beckenbauer oder Manfred Wagner.
Die Information über die wechselhafte Geschichte des Grünwalder Stadions steht aber im Vordergrund. Sei es die aufreibende Standortsuche, die Mühe beim Bau des Stadions, die finanziellen Engpässe infolge der Wirtschaftskrise Ende der zwanziger Jahre, die unrühmliche Rolle des Vereins während der NS-Zeit oder die Schwierigkeiten beim Wiederaufbau des zerbombten Stadions – die chronologische
Abfolge ist lückenlos. Natürlich vergisst Beer die Meisterschaft 1966 nicht, aber er berichtet auch über die bitteren Abstiege. Doch er richtet den Fokus nicht nur auf den TSV 1860, sondern beleuchtet auch die Entwicklung anderer Münchner Vereine, des FC Bayern etwa oder des FC Wacker.
Der Löwen-Fan wird mit diesem Buch bestens bedient, erhält er doch eine Fülle an Informationen über seinen Klub. Auch Bayern-Anhänger dürften einiges Neues über ihren Klub erfahren. --Süddeutsche Zeitung, 14. Juli 2004

Der Tagesspiegel, 19. Oktober 2004

Der oder das Sechziger? – Der Bayer hat bekanntlich Schwierigkeiten mit den bestimmten Artikeln. Zum Erstaunen aller Nichtbayer sagt er der Radio, das Monat oder der Butter. Auch beim Stadion an der Grünwalder Straße in München ist er sich umgangssprachlich nicht ganz über den Artikel im Klaren: Heißt es der Sechziger oder das Sechziger? Das Buch „Kultstätte an der Grünwalder Straße“ gibt einen Hinweis, warum das so ist: Bis zum Abschluss des Umbaus 1926 hieß die Sportstätte des TSV 1860 München im Volksmund der Sechziger-Platz, danach setzte sich allmählig die Bezeichnung das Sechziger-Stadion durch. Neben der Geschichte dieses Stadions hat Roman Beer Anekdoten und Zahlen rund um das Stadion im Stadtteil Giesing zusammengetragen: Die manuelle Anzeigetafel, der Logenplatz im Wohnzimmer der Familie Blendinger oder die Namen der Platzwarte seit 1927. Es ist ein Buch zum Nachschlagen, das viele 1860-Fans sentimental werden lässt. 
Da auch die Bayern bis 1972 in diesem Stadion spielten, dürfen sogar Bayern-Fans dem detaillerten Buch etwas abgewinnen können.

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Format:Gebundene Ausgabe
Wer an den Münchner Traditionsverein TSV 1860 denkt, dem Fallen neben "Skandalverein" spätestens an zweiter und dritter Stelle die Synonyme "blau-weiße Löwen" und "Kicker von der Grünwalder Straße" ein. Ganz wenige Mannschaften der Bundesligen sind mit einer alten, davon lange Zeit nicht selbst genutzten Spielstätte gedanklich so eng verknüpft wie der Arbeiterclub aus dem ehemals stark proletarisch geprägten Stadtviertel Giesing. In ähnlicher Weise trifft dies am ehesten auf die Arbeiterclubs des Kohlenpotts Schalke 04 (Glückaufkampfbahn) und Borussia Dortmund (Rote Erde) zu. Umso erstaunlicher ist dieses Phänomen, weil das Stadion an der Grünwalder Straße mehrere Jahre auch vom damaligen Emporkömmling, dem noblen FC Bayern gleichwertig genutzt wurde. Für Fußballfreunde ist die Spielstätte bundesweit jedoch immer das "Sechz'ger" geblieben.

Bereits vor über 90 Jahren (1911) wurde das Gelände durch den TSV-Vizepräsidenten Hilber angemietet. Das Stadion erhielt den Namen "TV 1860-Stadion" und ist damit das traditionsreichste Stadion Münchens. Im Jahre 1926 fand hier bereits das erste Fußball-Länderspiel der bayerischen Metropole statt. In der Folge nutzten die Münchner Bezirksligisten 1860, Wacker und der FCB für ihre Heimspiele den damals recht modernen Ground. Während der noble FCB durch die Olympischen Spiele 1972 einen neuen Arbeitsraum zugewiesen bekam, den er bis heute nutzt, ist vielfach unbekannt, dass auch die Sechziger das Olympiastadion als Heimstätte betrachteten und erst zur Saison 1976/77 in ihre alte, aber erweiterte und renovierte Spielstätte an der Grünwalder Straße zurückkehrten.

1860 blieb sich lange Zeit treu und nutzte das sicher nicht mehr zeitgemäße reine Fußball-Oval von der Bundes- bis hin zur Tristesse einer Bayernliga. Präsident Karl-Heinz Wildmoser und verschärften DFB-Regularien "verdankt" der Club den erneuten Umzug ins ungeliebte Olympiastadion, welches deutlich bessere Sicherheitsmaßnahmen zur Fanüberwachung, TV-Möglichkeiten und Marketingaktivitäten zulässt. Fairerweise muss gesagt werden, dass der Spielstättenwechsel den Löwen nicht geschadet hat. Unter Werner Lorant konnte der Verein auch im Olympiastadion streckenweise überzeugen und der Zuschauerschnitt war insgesamt in Folge einiger Topspiele meist akzeptabel. Allerdings fühlen sich die Fans dort (sie belegen stets die Kurve der eigentlichen Gastmannschaft) deplatziert wie Heidi Kabel auf der Bühne der Wiener Staatsoper.
Der aktuelle, durch den Bundesligaabstieg bedingte "Rückzug" an die alte Wirkungsstätte eines Radi Radenkovic wird dem TSV einige Traditionalisten wiederbringen, zumindest bis zum endgültigen Abbruch aller Brücken in die Vergangenheit.

Der erste Auftritt der Blau-Weißen im neuen Münchner UFO-Stadion (dessen grausliger Name hier nicht nur zur Umgehung von Schleichwerbung verschwiegen sei) wird dem TSV endgültig den glaubwürdigen Status des Arbeiterclubs nehmen (vgl. BVB Dortmund). Dieser wird nur noch in der Erinnerung weiterleben können. Ein Jahr des schmerzlichen Abschiednehmens, das sich zäh wie ein verbrauchter Kaugummi hinziehen wird, steht bevor. Da wird der sportliche Erfolg der Saison 2004/2005 eigentlich nebensächlich. Dank des tollen Buches von Roman Beer und vielen seltenen Fotos kann jeder Fan der Sechziger oder auch Bayern diesen Mythos archvieren und auch in 20 Jahren (wenn der FCB nur noch in der Europaliga spielt und der TSV allenfalls die Vorspiele bestreiten darf) davon träumen.

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