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Bereits vor über 90 Jahren (1911) wurde das Gelände durch den TSV-Vizepräsidenten Hilber angemietet. Das Stadion erhielt den Namen "TV 1860-Stadion" und ist damit das traditionsreichste Stadion Münchens. Im Jahre 1926 fand hier bereits das erste Fußball-Länderspiel der bayerischen Metropole statt. In der Folge nutzten die Münchner Bezirksligisten 1860, Wacker und der FCB für ihre Heimspiele den damals recht modernen Ground. Während der noble FCB durch die Olympischen Spiele 1972 einen neuen Arbeitsraum zugewiesen bekam, den er bis heute nutzt, ist vielfach unbekannt, dass auch die Sechziger das Olympiastadion als Heimstätte betrachteten und erst zur Saison 1976/77 in ihre alte, aber erweiterte und renovierte Spielstätte an der Grünwalder Straße zurückkehrten.
1860 blieb sich lange Zeit treu und nutzte das sicher nicht mehr zeitgemäße reine Fußball-Oval von der Bundes- bis hin zur Tristesse einer Bayernliga. Präsident Karl-Heinz Wildmoser und verschärften DFB-Regularien "verdankt" der Club den erneuten Umzug ins ungeliebte Olympiastadion, welches deutlich bessere Sicherheitsmaßnahmen zur Fanüberwachung, TV-Möglichkeiten und Marketingaktivitäten zulässt. Fairerweise muss gesagt werden, dass der Spielstättenwechsel den Löwen nicht geschadet hat. Unter Werner Lorant konnte der Verein auch im Olympiastadion streckenweise überzeugen und der Zuschauerschnitt war insgesamt in Folge einiger Topspiele meist akzeptabel. Allerdings fühlen sich die Fans dort (sie belegen stets die Kurve der eigentlichen Gastmannschaft) deplatziert wie Heidi Kabel auf der Bühne der Wiener Staatsoper.
Der aktuelle, durch den Bundesligaabstieg bedingte "Rückzug" an die alte Wirkungsstätte eines Radi Radenkovic wird dem TSV einige Traditionalisten wiederbringen, zumindest bis zum endgültigen Abbruch aller Brücken in die Vergangenheit.
Der erste Auftritt der Blau-Weißen im neuen Münchner UFO-Stadion (dessen grausliger Name hier nicht nur zur Umgehung von Schleichwerbung verschwiegen sei) wird dem TSV endgültig den glaubwürdigen Status des Arbeiterclubs nehmen (vgl. BVB Dortmund). Dieser wird nur noch in der Erinnerung weiterleben können. Ein Jahr des schmerzlichen Abschiednehmens, das sich zäh wie ein verbrauchter Kaugummi hinziehen wird, steht bevor. Da wird der sportliche Erfolg der Saison 2004/2005 eigentlich nebensächlich. Dank des tollen Buches von Roman Beer und vielen seltenen Fotos kann jeder Fan der Sechziger oder auch Bayern diesen Mythos archvieren und auch in 20 Jahren (wenn der FCB nur noch in der Europaliga spielt und der TSV allenfalls die Vorspiele bestreiten darf) davon träumen.
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