*Über den Baumkronen stieg der Mond auf; eine gewaltige milchige Scheibe, die das Felsplateau wie eine Bühne beleuchtete. Hella kämpfte gegen das Unbehagen an. Ein Bach, rot von Blut.
Angestrengt richtete sie ihre Aufmerksamkeit auf die beiden Männer, die sich auf dem Felsen wie Schattenrisse gegenüber standen. Die aufgebrachten Gesten verrieten die hitzige Diskussion. Der morsche Holzstuken, hinter dem Hella kauerte, lag zu weit entfernt, um den Streit zu verstehen ...*
~~~~~~~~~~
Kennen Sie Monty Roberts?
Man muss kein ausgesprochener Pferdefreund sein, um nicht von dem amerikanischen Pferdetrainer gehört zu haben, der mit seinen Shows große Hallen füllt und in dessen Schatten sich eine ganze Reihe von "Pferde-Gurus" tummeln.
Das Reiten ist längst ein Volkssport, doch viele Reitlehrer im konventionellen Pferdesport vermitteln nach wie vor eher die Reittechniken als den individuellen Umgang mit dem Pferd. Ein Anfänger ist einem so lebhaften und von Instinkten geleiteten Tier nicht immer gewachsen - fühlt sich oftmals allein gelassen und mit seinen Ängsten und Problemen nicht ernst genommen.
Und so entwickelt sich die Reiterszene zunehmend zu einem Resevoir für geschäftstüchtige Selbstdarsteller, die sich die Hilflosigkeit der Pferdebesitzer zunutze machen. Ob man sich dabei auf die Traditionen der Indianer oder eine vergessen geglaubte Reiterkultur beruft: Wer sein Tun mit einem esoterischen Schleier umgibt, kann Abhängigkeiten schaffen, die im Extremfall sektenähnliche Züge annehmen können.
In Susanne Kronenbergs drittem Reiterkrimi 'Kultopfer' erregt ein Pferdeheiler viel Aufsehen im Weserbergland; gefördert von einem Tierschutzverein, dessen Machenschaften Hella Reinckes Misstrauen wecken. Der vermeintliche Selbstmord ihrer Freundin Valerie führt sie auf den Hohenstein bei Hameln. Die Kultstätte aus altsächsischer Zeit wird in Vollmondnächten zu einem Schauplatz gespenstischer Szenen ...
--- Spannend & Empfehlenswert !! ---
meint: Reinhard Busse