Immer wieder geistern einige Bewegungen durch die Medienlandschaft und werden in der Öffentlichkeit angegriffen. Daraus wurde vor Jahr und Tag die Konsequenz gezogen, dass die Kirchen Sektenbeauftragte bestellen, die über die Gefahren solcher Gemeinschaften " aufklären". Das eine oder andere Mal sind daraus Inquisitoren erwachsen, die die eigenen christliche Botschaft, die Fehler bei sich selbst zu suchen, gründlich missverstehen und durch Konstruktion von Feindbildern moderne Hexenjagden veranstalten.
Helmut Langel ist Sektenbeauftragter der evangelischen Kirche in Bremen und erliegt dieser Gefahr nicht.
"Sind Scientologen eigentlich noch eine Gefahr? Kann man die Zeugen Jehovas eine Sekte nennen? Wird man von Reiki abhängig? - Fragen, die immer wieder an die Fachwelt gestellt werden. Das Thema Kulte und Sekten ist nach wie vor aktuell, nicht zuletzt im Hinblick auf die jüngsten Diskussionen über die Zeugen Jehovas, Scientology und den Satanismus. Indes ist die Vielfalt und Vielgestaltigkeit von religiösen und weltanschaulichen Angeboten äußerst unübersichtlich; selbst Fachleute sind sich nicht einig über die Beurteilung und Einordnung der modernen Religionswelt. Dieses Buch versucht, einen eigenen Standort zu finden zwischen den Linien einer rein beschreibenden religionswissenschaftlichen Darstellung und der eher apologetischen Betrachtung der Kulte und Religionen, Weltanschauungen und esoterischen Bewegungen.
Darüber hinaus untersucht es beispielhaft, inwiefern bei ausgewählten Gruppen und Bewegungen destruktive Elemente vorhanden sind, wie z. B. zweifelhafte Methoden der Anwerbung, das Ausüben von Repressalien gegen Anhänger, um sie dauerhaft in seelischer und finanzieller Abhängikeit zu halten, oder die Verfolgung Aussteigewilliger mittels Psychoterror.
Interessierte Laien, Betroffene sowie Ratsuchende, die in ihrem Umfeld Kultmitglieder oder -sympathisanten entdecken, aber auch Pädagogen, die sich in Schulen oder anderen Bildungseinrichtungen mit diesem Thema beschäftigen, finden in diesem Buch so manche Anregung und methodische Hilfe." so die Verlagsankündigung.
Langel bemüht sich, die Gruppierungen nüchtern einzuordnen und nicht zu dämonisieren. Das ist als Verdienst anzurechnen. Unausweichbar scheint allerdings, dass Maßstäbe der Beurteilung entwickelt werden, an denen auch die ein oder andere christliche Gemeinschaft leidet, die aber nicht benannt werden.
Durch Gemeinschaften können grosse Schädigungen passieren.Über die "Nebenwirkungen" aufzuklären, ist ein wichtiges Anliegen der Gemeinschaft. Dies sollte ,schon wegen der Religionsfreiheit und der Erfahrung mit Hexenjagden, so nüchtern und professionell wie möglich geschehen.
Diesen Anspruch löst das Werk von Helmut Langel weitgehend ein.