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Kulte des Altertums. Biologische Grundlagen der Religion
 
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Kulte des Altertums. Biologische Grundlagen der Religion [Gebundene Ausgabe]

Walter Burkert
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 279 Seiten
  • Verlag: C.H.Beck; Auflage: 2 (14. April 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406433553
  • ISBN-13: 978-3406433559
  • Größe und/oder Gewicht: 22,8 x 14,9 x 2,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 699.718 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Biologie und Religion

Walter Burkerts Gifford Lectures

auf deutsch

Seit seiner Interpretation des antiken Opfers im «Homo necans» (1972) hat der Zürcher Emeritus für klassische Philologie, Walter Burkert, wiederholte Versuche unternommen, die Kulte und Mythen der Griechen auf die Grundlagen von Ethologie und Biologie zu stellen. Er tut dies auch in seinen «Gifford Lectures» von 1989, die nun auf deutsch vorliegen (zur englischen Erstausgabe vgl. NZZ vom 18./19. 1. 97). Dabei erscheint Religion, ebenso wie die Sprache, als ein Phänomen «kultureller Fitness», zugleich aber «als eine Art Hybrid sehr alter biologischer und innovativer kultureller Traditionen». Vor allem aber ist sie kein System von Tricks und Täuschungen, sondern ein Phänomen höchsten Ernstes. In ihm wird «an das zentrale Risiko des Lebens und Überlebens gerührt», erscheinen die «harten Felsen» kreatürlicher Existenz. Mag sich der Mensch auch als Gipfel aus «der biologischen Landschaft» erheben, bleibt er ihr doch zugehörig. Burkert räumt sogleich ein, dass «die Chancen einer soziobiologischen Herleitung der Religion, wie sich nicht unerwartet, doch mit bestürzender Deutlichkeit ergibt, im Dunkel der Vorzeit liegen». Allerdings verfolgt er ihre Spuren in den Opfern und Beschneidungen, den Initiationserzählungen und Sukzessionsriten, den Ordnungen der Gabe und der Schuldzumessung.

Aus all diesen unterschiedlichen Praktiken und Gepflogenheiten vermag Burkert den Basso continuo der Erhaltung und Sicherung des Lebens zu hören. Ihm und der Vermeidung lähmender Angst gilt alles Interesse der Religion, sei es mit Gewalt oder mit Kunstfertigkeit. Diese Sichtweise des Menschen erscheint als eine Konsequenz der pessimistischen Anthropologie des Christentums, freilich auf biologische Fundamente gestellt. Wo Leben ohne Heil ist, bedarf es der Götter «als mächtiger Regulatoren, Garanten beständiger Ordnung». Auch darum wünscht man sich eine eingehende Diskussion der Thesen Burkerts durch Gräzisten und Altertumswissenschafter. Der «Homo necans» etwa ist in «Gnomon», der einschlägigen Fachzeitschrift, nie besprochen worden. Zu hoffen bleibt, dass dieses Mal die Rezeption anders als durch Schweigen erfolgt.

Anlässlich des 65. Geburtstags und der Emeritierung Burkerts ist eine Diskussion seiner Arbeiten auf einem Symposion zumindest begonnen worden (vgl. NZZ, 23./24. 3. 96). Sein ehemaliger Assistent, der Basler Latinist Fritz Graf, hat die dort gehaltenen Vorträge nun veröffentlicht. Das Lebenswerk des Lehrers erscheint dabei in ganzer Fülle. Neben die Analyse des antiken Opfers und die Bestimmung des Naturalsubstrats von Religion ist auch die Erforschung der altorientalischen Einflüsse auf die klassische Antike getreten, für die Burkert Pionierarbeit geleistet hat. Bei allem Respekt werden auch kritische Töne laut. Man kommt zu dem Schluss, dass hier kein Schulgründer gewürdigt wird, sondern Impulse aufgenommen und weiterverfolgt werden, die ein hervorragender Wissenschafter seinem Fach gegeben hat.

Martin Treml

Kurzbeschreibung

In kritischer Auseinandersetzung mit der Biologie, insbesondere der Soziobiologie, zeigt Walter Burkert an Zeugnissen der alten, vorchristlichen, vorislamischen Religionen, wie Grundformen religiösen Verhaltens sich aus biologisch vorgegebenen Programmen entfaltet haben könnten. Sein Buch, das zuerst in den Vereinigten Staaten erschien, hat zu kontroversen Urteilen geführt, aber alle Besprechungen bewundern die Sachkenntnis, den Ideenreichtum des Autors und seine Darstellungskunst.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Philologen-Geschwafel 2. August 2009
Von Peter
"Weder die Geschichte noch die Ethnologie kennt Gesellschaften, in denen Religion völlig fehlt". So beginnt die Fragestellung des Werkes von Burkert auf S.13. Dagegen ist nichts einzuwenden. Was dann kommt ist eine riesige Ansammlung von Geschichten, Anekdoten und sehr sachkundigen Belegen vor allem aus der alten und ganz alten Geschichte, soweit sie schriftlich überliefert ist. Und hier liegt schon eine ganz entscheidende Einschränkung: Burkerts Geschichte der Religiösität beginnt mit den ältesten schriftlichen Zeugnissen, aber religiöse Praktiken lassen sich bis in die graue Vorzeit der Menschheit wenigstens 500 000 Jahre zurückverfolgen. Burkert erwähnt zwar mit einem Satz, dass Religion vermutlich schon " seit dem Jungpaläolithikum" bestanden haben müsse. Er beschränkt sich aber im weiteren auf das sogenannte Altertum, eine Zeit, die für eine eventuelle (evolutions)-biologische Herleitung von Religion eben denkbar ungeeignet ist. Eine Beschreibung und eine Analyse der Vorformen von Religiosität hätte Erhellung gebracht. Aber so beeindruckt der Autor nur mit gewaltigem Faktenwissen. Mehr nicht.
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10 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Große Enttäuschung 14. März 2006
Das Buch mag für Zeitgenossen von Interesse sein, die sich als Atheisten begreifen und sich fragen, was es denn mit Religion auf sich hat. Sie werden es durch das Buch nicht verstehen. Auf die Idee, Religion sei aus dem Geist sprachlichen Mißverständnisses geboren worden, kann nur ein Philologe kommen. Immerhin stellt sich der Autor dann die Frage, warum die Adepten dieses Thema so viel ernster nehmen als andere Lebensbereiche, wozu ihm nichts Erhellendes einfällt (autoritäre Erziehung, besondere Veranlagung u.a.). Er möchte dann verschiedene Einzelthemen aus der Biologie erklären, wofür als erstes Beispiel das im griechischen Kulturraum das eher schlecht belegte und auch insgesamt eher abseitige „Fingeropfer“ herangezogen wird. Da werden dann Beispiele aus allen Zeiten und Weltgegenden benannt, aber genauso schlecht erklärt, wie das griechische Ritual, welches die Basis des Kapitels ist. Dazu kommen Beispiele von der Spinne, die ihr Bein verliert, um dem Verfolger zu entkommen und der Eidechse und ihrem Schwanz usw. Daß opfern bedeutet, etwas herzugeben, um etwas für mich wichtigeres zu erhalten (mein Leben etc.) ist genauso evident wie rational, sagt aber über den Zusammenhang von Religion und Biologie nichts aus. An dieser Stelle habe ich, ich gestehe es, die Lektüre abgebrochen, denn wenn im ersten Drittel des Buches nichts erhellendes steht, glaube ich nicht mehr dran, daß noch etwas von Interesse folgt. Nur noch so viel: Spiritualität braucht keine Sprache, sondern geht ihr voraus. Spiritualität ist zunächst nicht Deutungsversuch, sondern Erfahrung und diese ist es, die den „Ernst“ begründet: Sie gehört zu den tiefgehendsten Erfahrungen, die der Mensch machen kann. Die Sprache mag von Bedeutung sein für den Kultus, die Spiritualität einer Gruppe, die Basis der Religion ist sie mit Sicherheit nicht.
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