Schottland gehört wohl zu den Ländern dieser Erde, die ganz besonders mit Klischees, Vorurteilen und besonderen Eigenheiten behaftet sind und um ihr Image zu kämpfen haben. Schottlandkenner wollen und können diese längst nicht mehr hören, diejenigen jedoch, die vom Land noch nicht so viel wissen, finden darin durchaus Anregungen, um die Neugier und das Interesse am Land und an den Menschen zu wecken.
Genau hier setzt das Kultbuch Schottland an, das streng nach Alphabet viele dieser ' kultigen - Dinge abarbeitet. Die bewegte Geschichte, Personen des aktuellen Zeitgeschehen, Dinge des täglichen Lebens, schottische Eigenarten kommen zu Wort, von A wie Auld Lang Syne über H wie Haggis bis hin zum W wie Whisky, ohne sie subjektiv zu werten. Der Autor Matthias Vogt widmet jedem Thema eine Doppelseite, illustriert jeweils einseitig mit einem, meist großformatigen Foto. Bei der Bildauswahl finden sich einige Motive, die man schon oft gesehen hat, andere sind leider seitenverkehrt gedruckt, wieder andere werden ganz pfiffig im Goldrahmen präsentiert, so z.B. eine Nahaufnahme von Porridge auf der Seite Geiz. Die Titelseite ist aufwändig, teils im Hochglanzdruck gestaltet, das Buch selbst überzeugt durch seine ansprechende und übersichtliche Aufbereitung.
Einige Themen stellt Vogt ausführlicher auf vier Seiten vor. Hierzu gehören die Abschnitte über Robert Burns, Edinburgh, Glen Coe, Golf, die Hebriden, über Highland Games, Loch Ness, Charles Rennie Mackintosh, Maria Stuart, die Orkney Inseln, Sir Walter Scott, Tartan und natürlich Whisky. Bei der Themenwahl überrascht er dankenswerterweise zudem mit dem ' schottischen ' Kultgetränk Irn Bru, mit Abhandlungen über Andrew Carnegie, Alexander Fleming oder Robert Louis Stevenson, die in anderen, ähnlich konzipierten Publikationen gerne einmal unter den Tisch fallen.
Die Texte sind sprachlich nicht immer überzeugend und lassen oft auch, wohl aus Platzgründen, den inhaltlichen Tiefgang fehlen, reichen aber unbedingt aus für einen Einstieg und gefälligen Überblick über das jeweilige Thema. Augenzwinkern inklusive. Hin und wieder schleicht sich ein Druckfehler ein, leider zuweilen auch im Fettdruck, was im konkreten Fall besonders schade ist (Kapitel Gälisch). Dennoch gut und flüssig lesbar und wer mehr Informationen zu den einzelnen Themen möchte, der wird sie in den einschlägigen Medien zu finden wissen oder am besten gleich vor Ort einmal nachschauen.
Gut geeignet also für angehende Schottland-Fans.