Aus der Amazon.de-Redaktion
Dreimal während seines Studiums in Lemberg war Jurko Banzai auf der Intensivstation aufgewacht. Grund hierfür waren die halluzinogenen Pilze, zu denen sich der Student der Biologie magisch hingezogen fühlte. Synthetisiertes LSD. Ein fataler Selbstversuch mit einem Knollenblätterpilz -- den krönenden Abschluss bildeten drei wunderschöne Exemplare des Roten Fliegenpilzes, die Jurko fast ins Nirwana geschickt hatten. Ob es eine gute Idee war, den Bewusstseinserweiterer zum Praktikum als Lehrer an eine Uni in der ukrainischen Pampa zu schicken, war fraglich. Banzai übersiedelte nach Midni Buky, einem abgelegenen Absurdistan. Dort sollte bald der Teufel los sein. Und dies ist wörtlich zu nehmen!
Kaum zu glauben, dass der Autor (ein wunderschöner junger Mann, wie das Cover zeigt), bei der Niederschrift seines Romans gerade mal zarte sechzehn Lenze zählte. Und dies ist, wohlgemerkt, bereits Ljubko Dereschs zweites Werk. Erinnert am Anfang alles noch an den klassischen Entwicklungsroman à la Fänger im Roggen, so übernehmen sehr bald Stephen King und H. P. Lovecraft die grausige Herrschaft. Auf Jurko Banzai wartet eine verstörende Gegenwelt. Das College und sein wunderliches Personal. Midni Buky, das fiktive Karpatennest. Alles scheint wie festgefroren in Raum und Zeit. Zerfall und Resignation regieren. Seelischen Beistand findet Lehrer Jurko einzig in der schönen Schülerin Daria. Dann beginnen die Träume!
Unmerklich schleichen sich fantastische Elemente in die Handlung. Ein alter Seemann empfängt merkwürdige Botschaften. Wernyhora, ein ukrainischer Nostradamus, schüttelt seine Faust. Die Götter selbst haben Jimi Hendrix und Jim Morrison herabgeschickt, ihren wüsten Soundtrack beizusteuern. Im Pfeifer an den Toren der Morgenröte erkennen wir unschwer den ersten Pink Floyd-Albumtitel wieder. Deresch erweckt sie alle zum Leben, arbeitet mit feinsten Anspielungen und mischt hemmungslos Götter- und Popkulte zu einem Pandämonium zusammen, das den Atem stocken lässt.
Als gegen Ende gar der Direktor des Colleges zu einem grauenvollen und bluttriefenden Amoklauf startet, wähnt man sich selbst auf einem bösen Trip, der nur schwer abklingen will. Einzig die Gewissheit bleibt, die Visitenkarte eines neuen Klassikers der fantastischen Literatur in Händen zu halten. --Ravi Unger
Pressestimmen
»Dieses Buch leuchtet in der Nacht. Es schillert und lockt, es weicht zurück, es verführt und verstört, es grinst dich an und streckt dir die Zunge heraus, und mit dieser Zunge leckt es dir über deine Hand, was sich eklig anfühlt, aber auch gut. Dieses Buch zieht dich an durch seine Naivität, seine Direktheit, seine Abgeklärtheit, seine Angst; alles ist drin in diesem Buch, die Liebe, die Romantik, die Suche, bis der Kopf sich weitet und schließlich platzt, das ewige Drama der Jugend und auch der spöttische Blick all derer, die sich zu gut waren für dieses Drama und in einer Welt leben ohne Geheimnis. Es ist schön und furchtsam und furchtlos, dieses Buch, es ist ein Buch aus unseren Zeiten und auch ein seltsames Gebilde, dieses Buch, weil es so widersprüchlich ist, so selbstsicher, so verloren.« (
Die Zeit )
»... ein schonungsloses, zynisches und trotzdem witziges Portät einer neuen Generation.« (
Der Spiegel )
»Immer spannender wird die Geschichte ..., immer irrwitziger der Mix aus literarischen und popkulturellen Versatzstücken, immer atemraubender die Kühnheit, mit der Deresch Bildungszitate mit Esoterik, Trash und Splatter-Elementen zu einem großen literarischen Synkretismus verschmilzt.« (
Frankfurter Allgemeine Zeitung )
»Kult ist eine freche Collage aus Geschichten H.P. Lovecrafts und Popzitaten und mehr als das: Wie Ljubko Deresch über die Liebe schreibt, über die Angst, die Rebellion und das Erwachsenwerden, zeigt den jungen Autor als großen Erzähler.« (
Brigitte )
»Nicht nur die Virtuosität und Sprachgewalt, mit der Ljubko Deresch phantastische Elemente mit Popkultur, Esoterik und Weltliteratur vermengt, verblüfft an
Kult. Erstaunlich ist auch, dass der Autor bei Fertigstellung des Buches noch keine 17 Jahre alt war, was ihm den ungeliebten Titel "Wunderkind der ukrainischen Literatur" eintrug.« (
Deutschlandradio )
»Sein Roman heißt
Kult und er verspricht den Status seines Titels anzunehmen. [...] Virtuos spielt er mit Elementen der Popkultur, des Underground, Esoterik und der Weltliteratur. Er kennt sich aus mit Sowjet-Hippies und der ukrainischen Avantgarde. « (
Südwestrundfunk )
»Der Roman
Kult ist ein Rausch ohne Absturz und klingt wie ein Trip durch ein wiedergeborenes Hippietum. ... Er beobachtet mit den Augen seines Protagonisten das schleichende Unbekannte, das mystisch die Realität untergräbt. Ljubko Deresch zeichnet den Umbruch einer Gesellschaft, verwirrt durch den Verlust von Autoritäten.«
Radio mephisto 97.6, Universität Leipzig (
Radio mephisto 97.6, Universität Leipzig )
»Kühnheit, Verspieltheit und satirische Lust [...]
literarische Fähigkeiten: zu Atmosphäre und Intensität, zu zarten Klängen und zu eindringlichen Figurenzeichnung.« (
Literaturen )