Das Buch ist eine Zusammenstellung verschiedener kurzer Erzählungen von mehr oder weniger bekannten Köchen aus Westeuropa und den Vereinigen Staaten, die Erlebnisse aus ihrem Berufsleben erzählen. Die Formulierung "kulinarische Katastrophen" aus dem Titel möchte ich hier bewusst nicht verwenden, den die meisten Geschichten sind entweder keine Katastrophen (so handelt eine beispielsweise ganz positiv von dem Besuch Pavarottis) oder haben nichts mit kulinarisch zu tun (wie beispielsweise die eines vorsätzlich gelegten Feuers). Da habe ich aufgrund des Titels und der Beschreibung wirklich einen völlig anderen Inhalt erwartet und bin auch ein wenig enttäuscht.
Aber auch ohne die falschen Erwartungen durch den Titel lassen sich die meisten Geschichten sehr gut mit dem Begriff "belanglos" bezeichnen. Vielleicht sind sie wirklich für den erzählenden Koch von einschneidender Bedeutung gewesen, aber als Leser merkt man davon nichts. Und so liest man sich durch eine Geschichte nach der anderen und denkt meistens nur: ja und? Natürlich ist es in der Situation schlimm, wenn der Hummer für ein wichtiges Essen verdirbt, aber dass so etwas nun mal passiert, wenn man ihn nicht korrekt kühlt, sollte einen Spitzenkoch nicht überraschen meiner Meinung nach. Aber wirklich unterhaltsam, wie die Beschreibung verspricht, fand ich kaum eine Geschichte. Bei manchen war es eher das Gegenteil. So wird in einer beispielsweise beschrieben, dass bei einem Transport die Eimer mit vorbereiteter Sauce umkippen und auslaufen. Okay, soweit ist es wirklich mal eine kulinarische Katastrophe. Beim Weiterlesen hab ich dann aber nur noch gehofft, dass die Geschichte ausgedacht ist. Denn die verantwortlichen Köche sind einfach hingegangen und haben die Sauce mit ihren Händen vom Autoboden wieder in die Eimer zurück geschaufelt und späte serviert. Und allein die Vorstellung ist schon ziemlich übel finde ich.
Und so bleibt nur eine Ansammlung von 30 Geschichten, die sich in den Grundzügen oftmals ähneln und einem weder wirklich gute Unterhaltung noch irgendwelche kulinarischen Erkenntnisse bringt. Von daher ist das einzige lobenswerte für mich auch die elegante und gelungene Aufmachung des Buches.