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Kuhschweizer und Sauschwaben: Schweizer, Deutsche und ihre Hassliebe
 
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Kuhschweizer und Sauschwaben: Schweizer, Deutsche und ihre Hassliebe [Taschenbuch]

Jürg Altwegg , Roger de Weck , Nico
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 19,90 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.ch-Redaktion

"Schweizer, Deutsche und ihre Hassliebe", verspricht diese Essaysammlung mit dem schönen Titel Kuhschweizer und Sauschwaben (Bezeichnungen übrigens, die sich die deutschen Landsknechte und die Schweizer im -- je nach Sichtweise -- 1499 beigelegten Schwaben- oder eben Schweizerkrieg über den Rhein hinweg zuriefen). Kein Zweifel also: Das Thema ist alt und aktuell zugleich.

Jürg Altwegg und Roger de Weck haben sich die Mühe gemacht, repräsentative Autoren zu finden, die sich in ganz persönlicher oder eher historisch-sachlicher Sicht äußern. Hanna Johansen und Gunhild Kübler etwa erzählen vom Deutschsein in der Schweiz -- wobei beide aus Erfahrung empfehlen, sich als Deutscher doch der Schweizer Mundart nicht zu bemüßigen; die sprachliche Barriere thematisieren noch mehrere der Essays, die übrigens fast alle eigens für dieses Buch verfasst wurden. Andere wieder erzählen aus der Sicht des Auslandschweizers im "großen Kanton", wie etwa der ehemalige Leiter der Frankfurter Schirn, Christoph Vitali. Weitere Autoren sind unter anderem Peter Bichsel, Hugo Loetscher, Adolf Muschg, Jean Ziegler und Heinz Brestel.

Es ist klar: Ganz ohne Stereotypen kommt auch dieses Buch nicht aus, es wimmelt von Diminutiva und -li und zuhauf von den berühmten Fränkli. Gerade dies macht die Lektüre aber interessant, denn es lassen sich Muster und Parallelen erkennen, aber auch ganz singuläre Erfahrungen teilen, denn die hat jeder Schweizer mit Deutschland. Und ganz nebenbei lernt man noch eine Menge geschichtlicher und vor allem kultureller Fakten über die Schweiz, über Deutschland und über beide.

Kurz, ein anregendes Buch über Selbstverständnis und Verwandtschaften, auch wenn sich dies darin erschöpft, dass man hofft, Deutschland möge doch bitte nicht Fußballweltmeister werden. --Martin Walker

Pressestimmen

"Die Herausgeber Jürg Altwegg und Roger de Weck haben in "Kuhschweizer und Sauschwaben" zusammengetragen, was gescheite Köpfe über das Phänomen denken. Auch das ein äusserst kurzweiliges und anregendes Buch." Roger Anderegg, Sonntagszeitung, 16.03.2003

Kurzbeschreibung

Die Deutschen lieben das Bankgeheimnis und das Tessin, die Schweizer aber nehmen sie nicht so ganz ernst. Umgekehrt werden die Deutschschweizer in ihrem Hass auf den 'großen Kanton' gerne deutlich. In Kuhschweizer und Sauschwaben beleuchten die Autoren die Beziehungen der beiden Länder in den Bereichen Literatur, Sprache, Theater, Kunst, Sport, Politik und Geschichte und verbinden die provokanten Ergebnisse mit ihren ganz persönlichen Erfahrungen. Mit Beiträgen von: Jürg Altwegg, Peter Bichsel, Heinz Brestel, Roger de Weck, Klaus Harpprecht, Hanna Johansen, Gunhild Kübler, Markus Kutter, Hugo Loetscher, Adolf Muschg, Dietrich Schwanitz, Christoph Vitali, Jean Ziegler u.a. Illustrationen von NICO.

Buchrückseite

Erika Achermann Jürg Altwegg Peter Bichsel Heinz Brestel Roger de Weck Michael Gamper Klaus Harpprecht Hanna Johansen Gunhild Kübler Markus Kutter Hugo Loetscher Adolf Muschg Ludwig Rohner Hansmartin Schmid Dietrich Schwanitz Christoph Vitali Jean Ziegler Illustrationen von NICO "Ein Glück, dass wir nicht sind wie sie" Die Deutschen lieben das Bankgeheimnis und das Tessin, die Schweizer aber nehmen sie nicht so ganz ernst. Umgekehrt werden die Deutschschweizer in ihrem Hass auf den ‚großen Kanton' gerne deutlich. In Kuhschweizer und Sauschwaben beleuchten die Autoren die Beziehungen der beiden Länder in den Bereichen Literatur, Sprache, Theater, Kunst, Sport, Politik und Geschichte und verbinden die provokanten Ergebnisse mit ihren ganz persönlichen Erfahrungen.

Über den Autor

Jürg Altwegg, geboren 1951 in Zürich, lebt heute bei Genf. Er studierte Romanistik, Germanistik und Geschichte; danach schrieb er über viele Jahre für Schweizer Zeitungen und für das Hamburger Wochenblatt Die Zeit. Seit 1986 ist er Kulturkorrespondent für die Frankfurter Allgemeine Zeitung mit Schwerpunkt Frankreich und Schweiz. Roger de Weck, geboren 1953 in Freiburg, ist Publizist in Berlin und Zürich. Er war Chefredakteur des Hamburger Wochenmagazins Die Zeit und des Zürcher Tages-Anzeigers. Heute schreibt er für deutsche, französische und Schweizer Blätter Analysen, Kommentare und Kolumnen (u.a. für NZZ am Sonntag, Sonntagszeitung, Tages-Anzeiger Magazin).

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Wer mit bereits ausgewachsenem deutschem Mundwerk in die Schweiz einwandert, wird nur im Ausnahmefall den hiesigen Dialekt akzentfrei lernen. Denn man kann ihn nur mündlich, also im Umgang mit Leuten lernen, die selber Mundart sprechen, und zwar möglichst ein- und dieselbe. Nichts verunsichert einen Neuling mehr als das Nebeneinander von Zürcher, Basler, Aargauer, Berner Dialektvarianten in derselben Runde. Zudem zerfällt noch jede Gruppe von Schweizer Erwachsenen, in der ein Deutscher versuchsweise Dialekt sprechend den Mund aufmacht, sofort in mehrere Parteien, die seinen Ausflug in die Mundart unablässig kommentieren. Einige werden ihn dezidiert begrüßen, einige ihn ebenso rundweg ablehnen, weil sie ihn unschön oder überflüssig finden, einige werden sich auf die Schippe genommen fühlen, einige pikiert sein über die Menge der unterlaufenden Fehler und der Rest wird aus demselben Grund in eine nicht enden wollende Heiterkeit ausbrechen. Mit den Worten »Liebi Früünde vom Schuuspielhuus« soll der ehemalige Intendant des Zürcher Schauspielhauses Harry Buckwitz – ein Immigrant auch er, Gott hab ihn selig – einmal eine Veranstaltung der Gesellschaft »Freunde des Schauspielhauses« eröffnet haben. (Für deutsche Leser: nicht immer zieht der Dialekt die Vokale zusammen. Es heißt »Staubsuuger« und nicht »Stuubsuuger« und eben auch »Schauspielhuus«). Die Anekdote muss Jahrzehnte alt sein und ist doch eine unvergängliche Quelle für eidgenössisches Gelächter. Sie können es eben nicht können, diese Deutschen. Warum kann man Schweizer Dialekt nicht mit einem fremden Akzent sprechen, wie jede andere europäische Sprache?– Das wäre ein Unding. Dialektgebrauch signalisiert den Gesprächspartnern: »Ich gehöre zu euch«. Ein Akzent beim Dialektgebrauch signalisiert aber zugleich das Gegenteil: »Ich gehöre nicht zu euch, tu aber so.« Ein Fall von Anbiederung. Oder eine Absurdität. Gibt es Lebenssituationen, in denen du trotz allem Schweizer Mundart redest? Ja. Mit kleinen Kindern am Sandkasten. 12 Bei einem Fest zum 25. Jahrestag unserer Einwanderung in die Schweiz traten unsere beiden der Schule schon fast entwachsenen Kinder überraschend als Schweizermacher auf. Zum Gaudium der Gäste zitierten sie ihre Eltern vor eine improvisierte Einbürgerungskommission, die unser Wissen in Schweizer Heimat- und Staatsbürgerkunde überprüfte. Ansteigender Schwierigkeitsgrad der Fragen. Von »Wie heißt Tell mit Vornamen?« und »Wann war der Rütlischwur?« bis »Wie viele Kantone hat die Schweiz?« bis »Wie viele Gemeinden hat der Kanton Zürich?« Auf die letzte Frage kannten einzig die beiden aus dem Iran stammenden, für eine Gebühr von nahezu fünfzigtausend Franken in einer Zürcher Seegemeinde unlängst eingebürgerten Gäste die richtige Antwort, nämlich 171. Wir schlugen uns mittelmäßig als Kandidaten für einen Schweizerpass. Für jede richtige Antwort erhielten wir eine auf ein Blatt Papier gemalte Scheibe Schwarzbrot, viel belächelter Sehnsuchtsartikel aller ausgewanderten Deutschen. Am Ende stand ein Quiz zum erwartbaren Benehmen von deutschen Immigranten in diversen Lebenslagen. Scherzfragen. Die Kinder schoben gleich selber die richtigen Antworten nach. Zum Beispiel: Was sagt ein ehemaliger Deutscher, wenn er auf einem Berggipfel eintrifft, wo schon ein paar Schweizer sitzen? – Nichts. Er hat Angst, dass man ihn am Akzent erkennt. Was würde er gern sagen, wenn er auf diesem Gipfel ankommt? – Schönen guten Tach auch! Tolles Panorama hier, ne? Vorgetragen wurden auch Auszüge aus einem frisch konzipierten »sprechenden« Deutsch-Zürideutschen Wörterbuch: Hausaufgaben Uufzgi Zwiebel Bölle schön soo geil, hee … Butter Anke Wäscheleine Wöschhänki wunderbar soo geil, hee … riechen schmöcke schmecken schmöcke sehr angenehm soo geil, hee … Bürgersteig, Gehweg Trottwar »Darüber mache ich mir »Schiist mi aa, hee …« Sorgen« »Das finde ich äußerst nett« »Sch ja u huere geil, hee …« »Ich hätte gerne ein Pfund »Was, das Züüg frissisch du?« Schwarzbrot« 13 Zwischen sprachlicher Kompetenz und schulischem Erfolg besteht ein ursächlicher Zusammenhang. Diese Binsenweisheit hat gerade die PISA-Studie bestätigt. In Basel wurde daraufhin das Projekt »Standardsprache im Kindergarten« gestartet. In den Versuch einbezogen sind vier Kindergartenklassen mit hohen Anteilen fremdsprachiger Kinder. Die Kindergärtnerinnen sprechen mit den Kindern ausschließlich Hochdeutsch, das in der Übungsanlage als »Standardsprache« bezeichnet wird. Als Vergleichsgruppen dienen zwei andere Kindergartenklassen, in denen, wie in allen Schweizer Kindergärten üblich, ausschließlich Mundart gesprochen wird. Ergebnisse im ersten Versuchsjahr zeigen, dass die meisten in Hochdeutsch unterrichteten Kindergartenkinder »unterwegs sind zu einer reinen, unvermischten Standardsprache«. Im Bericht darüber werden neben solchen Trends aber auch die in der Schweiz über das Hochdeutsche umlaufenden Vorurteile wie unterm Brennglas sichtbar: »Die Befürchtungen, dass die Beziehungsarbeit mit den Kindern durch das Hochdeutsch erschwert würde, hätten sich nicht bewahrheitet. Die Lehrpersonen fänden sich mit der neuen Unterrichtssprache gut zurecht«, heißt es. Die Kinder seien in diesem Alter »sehr begeisterungsfähig und hätten keine negativen Gefühle der Standardsprache gegenüber«. Und die Fremdsprachigen verstünden die Standardsprache viel schneller und lernten sie daher auch schneller. Die Deutschschweizer Eltern hätten eingesehen, »dass durch den frühen Gebrauch des Hochdeutschen die eigene, baslerische Identität ihrer Kinder nicht verloren gehe«. Wie viele Ängste. Bei schönem Wetter spielt die sechsjährige Andrea im Nachbargarten. Dabei tätschelt sie die Rinde eines Baums und striegelt sie mit einer Wurzelbürste. Ab und zu gibt sie dem Stamm einen freundschaftlichen Knuff, und ich höre, wie sie mit ihm spricht. Der Baum ist ein Pferd und Andrea redet mit ihm in akzentfreiem Hochdeutsch, ihrer Spielsprache, die sie vor dem Fernsehgerät lernt. Gleich wird sie sich auf einen der tief hängenden, dicken Äste schwingen und davonreiten. 14 »Das cha me nid mache«, sagt nach Auskunft der Neuen Zürcher Zeitung der Direktor von Alcosuisse, dem Profitcenter der Schweizerischen Alkoholverwaltung. Und er meint: etwas deutsch zu bezeichnen, das in der ganzen Schweiz Anklang finden soll. Die französische Schweiz schätze es nicht besonders, wenn etwas Nationales germanophon daherkomme, man rümpfe dort schnell die Nase über deutsche Begriffe in offiziellen Bezeichnungen. »Dann lieber noch Englisch, das ist neutral.« Auch die Bank heißt daher seit 1997 nicht mehr »Schweizerische Kreditanstalt«, sondern »Credit Suisse« (ohne Accent aigu), wobei man je ein englisches und ein französis
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