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Produktinformation
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Jürg Altwegg und Roger de Weck haben sich die Mühe gemacht, repräsentative Autoren zu finden, die sich in ganz persönlicher oder eher historisch-sachlicher Sicht äußern. Hanna Johansen und Gunhild Kübler etwa erzählen vom Deutschsein in der Schweiz -- wobei beide aus Erfahrung empfehlen, sich als Deutscher doch der Schweizer Mundart nicht zu bemüßigen; die sprachliche Barriere thematisieren noch mehrere der Essays, die übrigens fast alle eigens für dieses Buch verfasst wurden. Andere wieder erzählen aus der Sicht des Auslandschweizers im "großen Kanton", wie etwa der ehemalige Leiter der Frankfurter Schirn, Christoph Vitali. Weitere Autoren sind unter anderem Peter Bichsel, Hugo Loetscher, Adolf Muschg, Jean Ziegler und Heinz Brestel.
Es ist klar: Ganz ohne Stereotypen kommt auch dieses Buch nicht aus, es wimmelt von Diminutiva und -li und zuhauf von den berühmten Fränkli. Gerade dies macht die Lektüre aber interessant, denn es lassen sich Muster und Parallelen erkennen, aber auch ganz singuläre Erfahrungen teilen, denn die hat jeder Schweizer mit Deutschland. Und ganz nebenbei lernt man noch eine Menge geschichtlicher und vor allem kultureller Fakten über die Schweiz, über Deutschland und über beide.
Kurz, ein anregendes Buch über Selbstverständnis und Verwandtschaften, auch wenn sich dies darin erschöpft, dass man hofft, Deutschland möge doch bitte nicht Fußballweltmeister werden. --Martin Walker
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Das Buch macht Lust auf mehr. Nachbarschaften gibt es genügend. Schweiz - Oesterreich, Welschland - Deutschschweiz, ja selbst Baselland und Baselstadt. Wenn ich recht beobachtet habe, sind die Zu- und Abneigungen naher „Verwandter" sowieso spannender. Warum nicht weitere Bände?
Dazu ein Vorschlag.
Es kamen vor allem Politiker, Hochschullehrer und Journalisten zu Wort. Diese geben normalerweise Neuigkeiten, Wissen oder politische Programme weiter und sind - so gesehen - eher oder vor allem Vermittler, seltener Macher. Zudem neigen sie zu intellektueller Sicht. Unhöflicher aber klarer gesagt, zu theoretischen Luftschlössern. Zudem befürchte ich, dass es sich ab einem bestimmten kulturellen Niveau verbietet, so banale Animositäten wie im Titel angesagt, zuzugestehen selbst wenn sie da sind.
Einem zweiten Band würde auch die Meinung von Menschen gut tun, deren Stärke das Tun und nicht das Beobachten ist. Oder von solchen, die weniger mit dem Kopf und mehr aus dem Bauch leben. Man sollte nicht vergessen, dass die meisten Menschen die wichtigsten Entscheidungen in ihrem Leben mit dem Gefühl und nicht mit dem Verstand treffen. Vielleicht auch von solchen, die weniger höflich aber dafür unverblümter sind. Eloquenz wäre ja nicht so wichtig. Vielleicht auch von einem, der die Abneigung vieler Schweizer vor der EU weder mit Angst begründet noch mit Beleidigungen kommentiert, sondern Selbstbestimmung und direkte Demokratie als Qualitäten anerkennt. Wenigstens mit konkreten Argumenten. Muss man nicht selbständig sein, um auf Selbstbestimmung zu beharren?
Bleibt die Frage nach der Finanzierung? Ich hoffe, dass das aktuelle Buch soviel Leser - oder besser Käufer - findet, dass sich auch für die Erbsenzähler im Verlag ein weiterer Band aufdrängt!
Einen Käufer hätten Sie auf jeden Fall.
Mit freundlichen Grüssen
Jürg G Gehrig
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