Ach, ist Plotek etwa ein neuer Kommissar auf der deutschen Kriminalromanplattform? Weit gefehlt! Es handelt sich vielmehr um einen arbeitslosen Schauspieler, der die meiste Zeit in seiner Münchner Stammkneipe abhängt und Gott einen guten Mann sein lässt. Wie kommt er dann aber zu seinen Fällen? Nun, wie es bei den vier Vorgängergeschichten abgelaufen ist, weiß ich nicht. Im vorliegenden Buch hat es familiäre Gründe. Sein Vater hat das Zeitliche gesegnet. Aus Versehen in den Häcksler geraten. Na, da riecht Plotek doch gleich den Braten, dass das so nicht gewesen sein kann. Als dann durch einen unglücklichen Ausrutscher beim Begräbnis der Sargdeckel aufspringt und neben dem toten Vater noch ein totes Baby zum Vorschein kommt, wird ein allgemeiner Ermittlungsfall daraus und die örtliche Kriminalpolizei eingeschaltet. Dann geht der Bauernhof des Vaters in Flammen auf. Die freiwillige Feuerwehr nutzt den Dorfteich fürs Löschwasser. Eine abgetrennte Hand verstopft den Zulauf. Man sucht weiter im Teich und findet 2 zerstückelte und eine Leiche im Ganzen. Da sind wir also schon bei 5 Toten. Ob das wohl die letzten bleiben? Na, ich weiß nicht, möchte aber auch nicht zu viel verraten.
Jedenfalls hat Plotek mit dem beidbeinamputierten Vinzi, dem ehemaligen Dorfschönling- und rebellen einen trinkfreudigen Kumpel an seiner Seite, der ihm bei der Lösung des Falles behilflich ist. Noch vielmehr ist jedoch die orakelnde zahnlose Alte mit ihrer schwarzweißgefleckten Kuh, die bei Vinzi untergekrochen ist, äußerst hilfreich. Mittels Zahnstocher und unbetrügbarer Spürnase kann sie nämlich aus den frischen Kuhfladen die Zukunft herausstochern. Nicht appetitlich, aber unglaublich: Kuhdoo.....
Dieser Roman ist nicht ganz ernst zu nehmen. Und ich bin sicher, das möchte er auch nicht. Wichtig ist vor allem das Lesevergnügen des zugeneigten Käufers, oder?!
Ein cooler, ziemlich abgerissener privater Ermittler, der die Professionellen ziemlich ins schlechte Licht rückt; Saufgelage und skurrile Gestalten; Verruchtes auf dem platten Land..... ja, insgesamt wird das idyllische ländliche Leben auf der Schwäbischen Alb ziemlich auf den Prüfstein gelegt. Endlich mal was los in der Provinz, könnte man auch sagen. Nun denn, das Buch habe ich im Urlaub ziemlich an einem Stück runtergelesen. Fühlte mich oftmals an andere Werke erinnert. Manchmal ein bisschen zu sehr auf "locker vom Hocker" gemacht.
Knapp (wirklich!) 4 Sterne.