Ich hielt den zweiten Teil schon für sehr grenzwertig was die Erträglichkeit mancher Erlebnisse angeht, in denen die ans Herz gewachsene Charaktere zu leiden haben. Dieser Teil übertrifft selbst das noch einmal um einiges! Bernd Rümmelein schont seine Leser wahrlich nicht und lässt dabei seiner Phantasie zum Erstaunen des Lesers freien Lauf. Zum Beispiel versetzt er einem Hauptcharakter, dem Schwertkrieger Madhrab, so ein unvorstellbares Leid zu, dass seine mondenlange" Folterung im zweiten Band als völlig harmlos erscheint. Was dann aber die vom Autor in den vorherigen Bänden prächtig eingeführten Völker zu erdulden haben ließ mir fast noch mehr die Sprache verschlagen. Was damit genau gemeint ist, sollte jeder selbst erfahren und lesen.
Das Buch einmal weg zu legen, weil die Ereignisse einfach zu erdrückend traurig, schaurig oder entsetzlich sind, konnte nicht einmal ich vermeiden, auch wenn ich noch härteres wie z.B. HIOB'S SPIEL von Tobias O Meißner gewohnt bin.
Um nur wenige Ereignisse dieses Buches zu nennen:
Im Kampf um das Gleichgewicht tritt Madhrab u. a. gegen die Bluttrinker an und stellt sich den sogenannten Schatten, das sind geisterhafte Wesen im Reich der Toten.
Zum Endspurt kommt es zwischen den dunklem Magier "der dunkle Hirte", der die Zeit der Dämmerung herauf beschworen hat, und der mit der Natur verbundenen Hexe Metaha sowie ihrem Volk der Naiki.
Die Drachen und das Drachenvolk, die Tartyk, bekommen es mit dem düsteren, untoten Todsänger Nalkaar zu tun, wobei hier zwei einander völlig fremde Magien aufeinandertreffen.
Unter den Magiern, die dem dunklen Hirten dienen, kommt es ebenso zu Spannungen, wobei das Duell der Rachurenhexe mit der Braut des dunklen Hirten ihren Höhepunkt findet.
Für Spannung ist gesorgt. Alle bereits bekannten Charaktere werden wieder auftreten und sogar neue gibt es zu bestaunen: Vargnar, der Prinz der Felsgeborenen oder auch Tarratar, ein Narr und Hüter eines sagenumwobenen Buches. Über letzteren darf noch sehr viel spekuliert werden, da er nur einen sehr kurzen und genauso geheimnisvollen Auftritt gehabt hatte. Vargnar und sein Volk der Felsgeborenen sind Wesen, die eine steinartige, graue Haut besitzen und viele tausend Jahre überdauern können. Sie kreieren sich durch ihre Magie Freunde und Begleiter. Vargnars Felsenfreund wird Goncha genannt und ist ein echsenartiges kleines Wesen mit mehreren Beinen und dickplüschigem Fell um im kalten Gebirge nicht zu erfrieren. Die freundschaftliche Beziehung dieser Charaktere ist sehr erheiternd und lässt einiges für die nächsten Teile versprechen. Ähnlich amüsant ging es bei den Dialogen zwischen dem freien Magier Sapius und dem ältesten Drachen Haffak Gas Vadar zu. Ansonsten ist der Inhalt dieses Buches eher dem Düsteren zugewandt und bietet wie gesagt schwere Kost für jedermann. So schwer sich das Gemüt tut so fesselnd ist aber auch die Geschichte. Die Szenen wechseln hierbei zwischen den unterschiedlichen Charakteren, wobei manche Stränge zusammengeführt werden und manch Verlauf eines Charakters sogar zum Ende geführt wird. Dies störte mich am Lesefluss aber keinesfalls. Kryson 3 ist knappe 800 Seiten Leseabenteuer, auch wenn man das Buch einige Zeit beiseite legen muss, um zu verdauen, aber danach muss man weitlesen ...!