Das Buch "Kryptographie in C und C++" von Michael Welschenbach stellt ein äußerst praxisnahes Werk zum Thema Kryptographie dar. Es besticht durch seine hervorragende Mischung aus zahlentheoretischen Grundlagen und ihrer programmtechnischen Umsetzung. Abgerundet wird das Ganze durch die im Sourcecode beiliegenden Funktionsbibliotheken in C und C++, die zum einen Basisbausteine für die Implementierung kryptographischer Verfahren und zum anderen eine hierauf aufbauende RSA-Implementierung enthalten.
Das Buch bietet einem interessierten "Neuling" einen umfassenden Einblick in die Programmierung kryptographischer Verfahren. Dem "Fortgeschrittenen" eröffnen die einzelnen Kapitel tiefgreifende Einblicke in theoretische Hintergründe und deren Auswirkungen auf die effiziente Gestaltung relevanter Algorithmen. Aus dem Blickwinkel der Lehre ist das Buch sowohl für Autodidakten als auch als Grundlage für die Vermittlung von Inhalten zum Thema Kryptographie bestens geeignet. Einige Gründe hierfür seien im folgenden genannt:
· Der Autor baut sein Buch methodisch und didaktisch geschickt auf, so daß die theoretischen Grundlagen nicht "vom Himmel fallen", sondern durch ihre Notwendigkeit für die Implementierung kryptographischer Verfahren klug motiviert werden.
· Der Autor liefert neben C-Code auch eine Implementierung in C++ und hebt bei dieser Gelegenheit auch die Vorzüge des objektorientierten Ansatzes hervor. Die Zeitmessungen und Performance-Aussagen runden das Bild ab. Insgesamt liefert der Autor mit seinem Sourcecode Material, das sich für den flexiblen und vielfältigen Einsatz in Forschung und Lehre problemlos eignet.
· Die explizite Aufforderung des Autors zur Weiterentwicklung seiner Programme, seine Hinweise auf Stellen, an denen sich potentiell die besten Verbesserungschancen bieten sowie insgesamt sein den Leser mit einbeziehender Schreibstil motivieren stets zum Mit- und Weiterdenken. Wohltuend auflockernd wirken dabei zu Beginn eines jeden Kapitels passende Zitate aus den unterschiedlichsten Quellen: von Goethe über Erich Kästner bis hin zu Lego-Katalogen und den legendären Janosch-Figuren.
Bei Betrachtung aller genannten (und nicht genannten) Qualitäten des Buches bleibt nur zu hoffen, daß der Autor die Zeit und Geduld aufzubringen vermag, die aus seiner ständigen Beschäftigung mit dem Thema Kryptographie entspringenden Erfahrungen und Ideen in einer weiteren Auflage seines Buches an die interessierte Leserschaft weiterzugeben. Eine Implementierung der vorgestellten Algorithmen in Java könnte dabei die flexiblen Einsatzmöglichkeiten der Software noch weiter steigern.