Fast hätte mich die Konkurrenz (Bosch Tassimo) doch gekriegt! Denn, nachdem ich eine Weile die Krups Circolo hatte, war ich es einfach leid: Immer dieses ständige Abzirkeln bei den Flüssigkeitsmengen! Anfangs dachte ich noch, das gibt sich mit der Zeit, wenn man die Maße seiner Lieblingskaffees kennt. Aber das hat sich so leider nicht wirklich bewahrheitet! Mal war der Kaffee mehr, mal weniger gelungen. So richtig perfekt eigentlich selten! Auch, wenn man einem Besucher mal eine gute Tasse anbieten wollte, konnte man sich nie sicher sein, es nicht doch zu vermasseln!
Damit ist jetzt dank der Creativa (weitgehend!) Schluss! Ich wusste lange Zeit gar nicht, dass es so was von Nescafe Dolce Gusto/Krups gibt!
Das Funktionsprinzip:
Mit Scroll-Rad und Display wählt man sein Getränk aus (alle aktuellen Sorten sind schon einprogrammiert), schiebt die Kapsel ein und drückt auf die Bestätigungstaste.
In dem Fall bekommt man vom Gerätedisplay noch als Hilfestellung, welche Kapsel (bei Zwei-Komponenten-Sorte) man zuerst einlegen soll. Wenn die erste Kapsel durchgelaufen ist, zeigt das Display an, dass man diese nun entnehmen und die zweite Kapsel einlegen soll.
Sollte man mit den vorgesehenen Füllmengen nicht einverstanden sein (z.B. aufgrund persönlicher Vorlieben), kann man den Füllvorgang jederzeit unterbrechen, bzw. verlängern. Das Ganze kann man dann auch direkt abspeichern, damit man das nicht geg. jedes Mal wiederholen muss. Die Maschine bietet dann clevererweise auch gleich den Namenszusatz "Mein ..." an. Möchte man also z.B. einen Cappuccino nach eigenem Mengeverhältnis-Rezept, dann speichert man das einfach unter "Mein Cappuccino".
Funktioniert die Automatik auch?
Ja!
Allerdings scheint es, als hätte die Maschine bei manchem Kaffee so ihre eigene Rezeptur!
Der Cafe au lait beispielsweise ergibt nicht die von Dolce Gusto empfohlenen 180 ml, sondern mindestens 210-220 ml.
Beim Mocha komme ich nicht auf die empfohlenen 220 ml, sondern auf ca. 190 ml.
Der Chococino ist im Zweifel auch etwas kleiner als vorgegeben.
Beim Esspresso und beim Cappuccino (bei letzterem nach einer kurzen "Einlaufzeit"!) hingegen passt die Menge exakt.
Das Interessante daran: So, wie's die Maschine macht, schmeckt's aber eigentlich perfekt! Beispielsweise der Cafe au lait dürfte ja auch ruhig etwas größer als die empfohlenen 180 ml sein. Die Creativa macht ihn einfach etwas größer, was ihn dann etwas milder wirken lässt, gut, wie ich finde, aber nicht wässrig.
Einer meiner momentanen Favoriten, der Mocha, hingegen schmeckte mir früher (mit der Circolo möglichst exakt nach Vorgabe manuell zubereitet) oft etwas zu wässrig. In der Creativa, die gleich etwas weniger Wasser nimmt, wird er perfekt!
Aber, wie erwähnt, wem das Getränk, so wie die Maschine es zubereitet, nicht gefällt, der kann das einfach manuell abändern und dann so abspeichern.
Mittlerweile ist mir auch aufgefallen, dass es beim gleichen Getränk schon mal leichte Schwankungen geben kann, was die Füllmenge angeht. Ist aber nicht gravierend und kommt auch eher selten vor.
Weitere Funktionen:
Die Maschine verfügt auch über einen Entkalkungs- und einen Spülmodus. Für ersteren muss man natürlich den Entkalker extra kaufen.
Darüber hinaus kann man z.B. auch festlegen, wann sich die Maschine in den Standby-Modus schalten soll (5,10 oder 20 min.) und, ob im Standby-Modus die Uhrzeit im Display angezeigt werden soll.
Sogar ein Timer ist an Bord. So kann man theoretisch schon abends Wasser einfüllen und eine Kapsel einlegen und das Ganze dann zu einer festgelegten Zeit automatisch aufbrühen lassen. Funktioniert natürlich nur mit Ein-Kapsel-Getränken.
Kritik:
Eine tolle Maschine, die wirklich hervorragend schmeckende Getränke zaubert!
Die Bedienung ist dabei einfach und weitgehend intuitiv verständlich. (Was man im Übrigen für die Bedienungsanleitung - wie ich finde - nicht unbedingt behaupten kann! Diese ist wohl auch in der Intention des möglichst intuitiven Verständnisses entstanden. Dabei herausgekommen ist eine weitgehend textfreie Aneinanderreihung von piktogrammähnlichen Bildern. Also, zumindest mir geht's dabei oft so, dass ich mir relativ mühsam Bild für Bild anschauen muss und erst mal überlegen, was will mir dieses Bild jetzt sagen... Also quasi Bild im Kopf in Text übersetzen, dann nächstes Bild anschauen, verstehen, im Geiste übersetzen...)
Der Wassertank lässt sich nach oben abnehmen, oder aber auch an Ort und Stelle befüllen, indem man den Deckel vom Wassertank abhebt. Diese Funktionsweise erwähne ich deshalb, weil ich das z.B. bei der Circolo auch schon anders erlebt habe. Dort musste man den Tank etwas umständlich nach hinten weg klappen. Somit konnte man die Maschine z.B. nicht platzsparend gegen die Wand stellen.
Insgesamt macht das Gerät einen hochwertigen soliden Eindruck.
Einzig das Scroll-Rad (die Neuerung bei der 26er Serie, gegenüber der 25er Serie) hätte man griffiger machen können. Es ist glatt und fühlt sich metallisch an. Dadurch fällt es manchmal etwas schwer, es exakt zu bedienen. Man hätte es gummieren und/oder riffeln sollen, so wie beim Scroll-Rad einer Computer-Maus.
Der Bedienung kommt allerdings die durchdachte Menüsteuerung zugute: Die zuletzt verwendeten Getränke bleiben immer an den ersten Stellen stehen, so dass man nicht ewig durchscrollen muss. Ansonsten sind die Getränke einfach alphabetisch sortiert, so dass man einige Getränke durch schnelles Scrollen auch einfach überspringen kann, bis man sich dem gewünschten Buchstaben nähert (und man kann auch rückwärts scrollen, wenn man ein Getränk eher aus den hinteren Rängen des Alphabets möchte).
Wenn man allerdings ein Getränk abspeichern und dabei namentlich umbenennen will, wird man schnell feststellen, dass man mit Scrollrad und zwei Tasten halt doch eingeschränkte Möglichkeiten hat!
Der Preis pro Tasse (vor allem bei den Zwei-Kapsel-Getränken, wie z.B. Cappuccino oder Chococino) ist mit derzeit ca. 50-60 Cent natürlich happig, aber das steht auf einem anderen Blatt.
Alles in allem: Absolut empfehlenswert!
Ein Tipp noch am Rande: Kauft man die Maschine im Winter bei Minusgraden online, sollte man sie, nachdem der Paketdienst sie angeliefert hat, erst mal einen Moment warm werden lassen. Als ich mein Gerät auspackte, war es noch so kalt, dass es beschlug! Als ich es dann direkt in Betrieb nehmen wollte, verweigerte es mit einer Error-Meldung im Display prompt den Dienst. Ca. 20 Minuten später funktionierte es dann aber einwandfrei. Später las ich dann auch in der Bedienungsanleitung, dass die Betriebstemperatur von 5-45° C reicht!