Ich beziehe mich in dieser Rezension auf den Vorgänger XP9000, die von Krups vor einigen Jahren recht stark vermarktet und auch hoch gelobt wurde. Die integrierte Milchschaumdüse war ein Novum, anfangs auch ganz gut, später im Verlauf ließ die Qualität nach, Tipps vom Service verhalfen ihr aber wieder zu neuem Druck. Da das Gerät leider defekt ist, entschieden wir uns für das Nachfolgemodell und haben es bis jetzt nicht bereut.
Der Milchschaum - ein wahrer Traum! Nicht zu Vergleichen mit dem Vorgänger. Die Milchdüse fährt automatisch in das Glas, der Schäumvorgang ist aber etwas anders. Im Ergebnis erhält man einen festen, dichten Schaum, herrlich auch für Kakao.
Die Bedienung über das Touch Display ist okay, vieles erklärt sich selbst. Die Maschine bemuttert einen ständig mit freundlicher Nachfrage nach REinigung oder wie viel ml Milch im Glas ist und führt einen zielsicher durch alle Schritte. Allerdings führt diese "Überbehütung" auch für etwas mehr Arbeitsschritte, bevor das Gerät das Getränk auch zubereitet. Weniger erfahrene Nutzer würde das freuen, zumal alle wichtigen Parameter, einschließlich Mänge und Mahlgrad, direkt vor der Zubereitung geprüft und bestätigt werden können. Im Favoritenmenü kann man zudem eigene Präferenzen speichern.
Das Arbeitstempo ist recht gemächlich und gefühlt langsamer als bei der XP 9000. Das Ergebnis kann sich aber sehen lassen, von daher nehmen wir dies dann auch gerne in Kauf.
Wehrmutstropfen gibt es leider zwei, die ich aber gerne in Kauf nehme, da sie auch Vorteile mit sich bringen könnten.
1. Die Brühgruppe ist nicht entnehmbar. Das empfinde ich als problematisch, man kann das Gerät innen nicht reinigen. Das ist bei der Jura Z7 aber auch nicht möglich, da muss man auf das Reinigungsprogramm vertrauen. Andererseits sind mir die Brühgruppen aufgrund der mechanischen Trennung von der Maschine immer kaputt gegangen, so auch bei der XP9000. Hier kommt man also eher nicht in die Versuchung, die MAschine zu zerlegen. Da baue ich auf eine hoffentlich ordentliche, interne Konstruktion.
2. Zur REinigung der Milchschaumdüse werden Reinigungsfläschchen benötigt, die innen eingeschraubt werden und für "nur" 25 Reinigungszyklen reichen. Nun reinigt die Maschine fast nach jedem Milchcafé-Gang, so dass man im Monat ein Fläschchen verbraucht haben könnte. Das geht ins Geld, zwei kosten um 15 Euro, wenn ich das richtig gesehen habe. Aber Luxus bekommt man nicht geschenkt und um an die Kosten für eine Z7 heran zu reichen, kann ich schon eine Menge Fläschchen kaufen. Diese Marketingbindung kennen wir von Tintenstrahldruckern und ist eher unerfreulich. Jedoch stören mich fest verdrahtete Akkus in iPhone und iPod bedeutend mehr. Die darf ich nämlich nicht selbst wechseln und kosten auch nicht eben wenig. Weiterer Vorteil ist womöglich, dass die Düse auf diese Weise anständig gereinigt wird. Bei der XP 9000 war dies nicht immer einfach und führte mitunter zu verschlechtertem Ergebnis. Man kann diesen Kosten auch entgegen wirken, wenn man bei größeren Gesellschaften einfach mit einem separaten Milchaufschäumer (20-30 Euro je nach Güte) die Milch parallel zum Espresso schäumt und auf die Tasse gibt. Hat sich bei uns in jedem Fall als schnellere und vor Allem preiswertere Alternative gezeigt. Bei einem schnellen Cappo ist die Aufschäumdüse eine schnelle und bequeme Lösung.
Fazit: Man erhält für sein Geld eine Menge Technik, deren Leistung überzeugt. Wer noch nie eine solche Maschine hatte, fährt womöglich mit einer deutlich preiswerteren Alternative besser, um vielleicht erstmal einige Grundlagen zu erlernen. Wenn man was vermisst, kann man bei der nächsten auch eine höhere Klasse wählen. Jene, die eine gute Maschine kennen und vielleicht Jura oder Saeco als Alternative andenken, finden hier ein Gerät, das ein exzellentes Preis/Leistungs-Verhältnis bietet, schick aussieht und dessen Ergebnisse sicherlich nicht minder überzeugen.