Strenggenommen ist das Wort "Doppelbiographie" hier eine Mogelpackung, allerdings im umgekehrten Sinn: der Leser erhält viel mehr als er erwartet hat, nämlich einen Abriß der englischen Königsgeschichte von Heinrich VII. (das Fehlen seiner Elizabeth habe ich bei Marita A. Panzer moniert) bis zum Tode der ersten Elizabeth. Schwerpunkt ist natürlich die Rivalität zwischen der schottischen Maria und der englischen Elizabeth, bei der sich Frau Jurewitz-Freischmidt auf die Seite Marias schlägt: Elizabeth und ihr frivol-gekünsteltes Benehmen beispielsweise in der Heiratsfrage mag sie nicht und von Maria Stuart zeichnet sie ein erheblich freundlicheres Bild als beispielsweise Margaret George.
Stilistisch ist das Buch so gelungen wie jeder der Vorgängerbände auch: stets spritzig geschrieben und nicht ohne Hauch von Sarkasmus. Obwohl eine Ahnentafel auch nicht fehlt, muß eine Anmerkung doch sein: aufgrund der Vielzahl von Namen, die ein durchschnittlicher englischer oder auch schottischer Adeliger neben- oder nacheinander zu führen pflegt, habe ich gelegentlich den Faden verloren. Das Problem lag vor allem im Wiedererkennen der Person in anderen Büchern, wo dann und wann durchgehend ein- und derselbe Name verwendet wird, der hier aber erst im Laufe des Buches eingeführt wird. Bei den Frauen ist das noch um einiges verwirrender, vor allem, wenn sie mehrmals heiraten.
Nichtsdestoweniger ein äußerst lesenswertes Buch zur englisch-schottischen Geschichte!