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Krokodil im Nacken: Roman (Gulliver)
 
 
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Krokodil im Nacken: Roman (Gulliver) [Taschenbuch]

Klaus Kordon , Nina Rothfos
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (30 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 800 Seiten
  • Verlag: Beltz & Gelberg; Auflage: 7 (25. November 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3407786328
  • ISBN-13: 978-3407786326
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
  • Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 12,6 x 4,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (30 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 90.704 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Klaus Kordon
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de Redaktion

Soll man sich das antun? Noch einmal Nachkriegszeit und deutsche Teilung, Mauerbau und Stasi-Knast? Tun Sie es, Sie werden es nicht bereuen. Auf 800 Seiten keine flaue Stelle, kein Hänger. Der Bestsellerautor Kordon erzählt lustig, spannend und klischeefern von seiner Kindheit und Jugend in der Osthälfte Berlins. Und er berichtet bedrückend genau von seiner Stasi-Haft in den 70er-Jahren. Natürlich sind die Haft- und Verhörmethoden des östlichen Staatsapparates inzwischen gängiges Thema in der Literatur. Aber Kordon erzählt Neues. Er zeigt nicht nur unbezweifelbare Grausamkeit, sondern versucht hinter die Stirnen der Vernehmer und Wächter zu dringen. Damit entsteht auch hier ein Bild fern der vielen Klischees, die so nahe gelegen hätten.

Dass Kordon sonst für Kinder schreibt, kommt dem erwachsenen Leser zugute. Der Erzähler treibt die Geschichte voran, Kinder wollen schließlich wissen, wie es weitergeht. Und Kordon bleibt stets detailgenau, ohne detailverliebt zu werden, Kinder lieben das Konkrete. Ein Kinderbuchautor muss sich auch stets Gedanken machen, welche Informationen seine Leser jeweils benötigen, um der Erzählung folgen zu können. Kordon hat deshalb die eigene Geschichte zugleich ein wenig als Geschichtsbuch geschrieben: Wer sich nicht mehr genau erinnert (oder nie wusste), wie der politische Irrsinn einst in und um Berlin tanzte, bei Kordon erfährt er nebenher auch das.

Erzählerisches Können verbindet sich überzeugend mit der Authentizität des Selbsterlebten. Herausgekommen ist so etwas wie ein Buch für die ganze Familie: Die aufgeweckte Zwölfjährige wird es ebenso spannend finden wie der geschichtsinteressierte Mitzwanziger, von Papa und Mama, Oma und Opa ganz zu schweigen. --Michael Winteroll -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Mehr als ein Gefängnisbuch, ein spannendes Werk über die lange Zeit der deutschen Teilung." Interview SFB mit Sally Sallmann, 8.9.2002 "Für Jugendliche und Erwachsene eine herausragende Geschichte. Die Geschichte ist ein Zeitpanorama, wie es packender und authentischer nicht sein könnte." Dachauer Nachrichten "Eine große Stärke des Autors ist es, seinem tristen Stoff zum Trotz nicht grau in grau zu malen: Er bringt es fertig, die Selbstbehauptung des Helden mit Sprachkolorit und Witz glaubhaft zu machen - und dem düsteren Sujet einen Entwicklungsroman abzugewinnen, der für Jugendliche und Erwachsene, für Wessis und Ossis gleichermaßen lesenswert ist. Das wichtigste deutsche Jugendbuch in diesem Herbst." Spiegel "All das fesselt von der ersten bis zur letzten Seite, weil Kordon all das, was er erlebt hat, erleben musste, all das, was ihn geprägt hat, nicht mit dem erhobenen moralischen Zeigefinger erzählt, sondern mit dem ihm eigenen Humor. Ein authentisches, ehrliches Buch - ein wichtiges Buch" Die Glocke, Oelde, 15.03.03 "Für Oberstufenschüler bietet der Roman mit der komplex angelegten Figur des Manfred Lenz eine anregende Lektüre, die über viele Details des kalten Krieges informiert." Geschichte lernen "Menschen und Milieus machen den Reichtum dieses Romans, dessen Umfang nicht abschrecken sollte, sondern anziehen. Denn hier öffnet sich für den jugendlichen Leser auch ohne Vorwissen eine Innenansicht der DDR, die spärliche Mauerreste oder vereinzelte Grenztürme nicht vermitteln werden." DIE ZEIT "Sein Roman ist erhellend für die Nachgeborenen, wirkt vertiefend für die Älteren." Berliner Zeitung, 11.12.02 "Behutsam spürt der Roman den Stimmungen und dem Lebensgefühl im Osten Deutschlands nach." Rheinische Post / Bergische Morgenpost, 30.11.02 "Kordons Roman wirkt über weite Strecken sehr authentisch." Ausbruch Archiv, 6.12.02 "Spannender, teils humoriger Roman." Rheinzeitung Koblenz, 3.12.02 "Seine Innenansichten geben sensiblen Einblick in den Alltag der DDR, ohne an Sentimentalität zu ersticken. Es ist ein Werk voller Selbstironie und außergewöhnlichem Gespür für die schönen und komischen Momente im Erwachsenwerden. Kordon schreibt und beschreibt vorurteilsfrei bis in Feinheiten, ohne Groll und Verbitterung. Von den Lesern, die nahezu nichts mehr von der DDR als totalitärem Staat oder vom ostdeutschen Alltag wissen, breitet sich ein Panorama aus, das Kordon hervorragend mit menschlichen Wünschen und Ängsten verwoben hat. Genauer und verlässlicher könnte der Blick darauf nicht sein." FAZ, 3.12.02 "Wie schon in seiner ausgezeichneten Trilogie zur deutschen Geschichte hat Klaus Kordon in "Krokodil im Nacken" sein Talent bewiesen, das Komische auch in schwierigen, aussichtslosen Situationen zu sehen." Süddeutsche Zeitung, 25.11.02 "Kaum einer erzählt Kindern und Jugendlichen deutsche Geschichte so gut wie Klaus Kordon - und Erwachsenen übrigens auch." BRIGITTE, 27.11.02 "Ein spannendes und authentisches Buch über ein deutsch-deutsches Schicksal." Münchner Merkur, 19./20.11.02 "Man merkt Klaus Kordon an, dass er hier in seinem Element ist, dass sein Herz für diese Stadt und ihre Typen schlägt. Ganz anders im Ton ist die Beschreibung der Gefängniszeit. Der Autor erzählt dies meisterhaft, beschreibt die Enge der Zelle und die Aussichtslosigkeit so drastisch und plastisch, dass sich beim Leser klaustrophobische Gefühle einstellen. ... Klaus Kordon gibt mit seinem exzellenten Roman tiefe Einblicke in den Alltag der frühen DDR, aber auch in die Mechanismen des Stasiapparates." Der Tagesspiegel, 6.10.02 "Klaus Kordon ist mit seinem neuesten Roman ein beeindruckendes Lebenswerk gelungen. Der vielfach preisgekrönte Jugendbuchautor erzählt plastisch und mit großer Authentizität. Ein spannender Lebensbericht und ein farbiges, authentisches Zeitdokument deutsch-deutscher Geschichte." Die Berliner Literaturkritik, 21.10.02 "Klaus Kordon berichtet packend vom Leben damals in der DDR. Es ist eine bewegende autobiografische Zeitreise" Neue Revue 31.10.02 "Menschen und Milieus hat Kordon eingefangen und mit den vielen Mikrokosmen auf das ganze gezielt. Besonders in das Dickicht der sozialistischen Floskeln bringt Manne alias Kordon Licht" Astrid Braun, ddp, 4.11.02 "Doch trotz aller persönlichen Betroffenheit bleibt Kordon seiner Rolle als Chronist treu und verzichtet völlig auf Groll und Larmoyanz. 800 Seiten für ein Jugendbuch? Keine ist zu viel! Und was heißt überhaupt Jugendbuch. Jeder Erwachsene wird Krokodil im Nacken mit ebenso viel Freude und Gewinn lesen." bonus 2/03 "Ein bewegend und authentisch erzähltes Stück Zeitgeschichte, das auch jungen Leserinnen und Lesern einen aufrüttelnden Zugang zur jüngsten Vergangenheit vermitteln kann" Frau & Mutter 4/03

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21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Klaus Kordon erzählt nicht einfach einen gescheiterten Fluchtversuch und wie es dazu kam, um ihn dann mit Anekdoten übers Sand- oder Ampelmännchen zu würzen, damit auch "Wessis" was zu lesen haben.

Er erzählt "einfach nur" das ganze Leben des Manfred Lenz. Vom Berliner "Trümmerkind" bis zum Republikflüchtling, der vom Stasiknast aus in zahl- und detailreiche Rückblenden sein Leben betrachtet. Die Motivation für dieses Buch scheint nicht Wehmut, nicht Nostalgie; und auch kein "Es war nicht alles schlecht" gewesen zu sein.

Man lebt in diesem Buch ein ganzes DDR - Leben mit Manfred. Man wird mit ihm erwachsen, man hinterfragt auf einmal Regeln, danach paßt man sich an, um wenig später festzustellen, daß man irgendwie nicht reinpaßt, in so ein Leben. Und ganz nebenbei erfährt man unglaublich viele Details aus allen Jahrzehnten des Nachkriegsberlins.

Immer glaubwürdig, immer interessant, nie banalisierend oder pauschalisierend, frei von Ostalgie: ein wahres Panorama der DDR - Geschichte.

Nach diesem Buch habe ich als Kind der BRD das Gefühl, meine Freunde aus Ostberlin auf einmal wesentlich besser zu verstehen. Ich erzähle aus Manfred Lenz` Leben, und sie erzählen mir Ihre Erlebnisse aus der Zeit. Fast so, als hätten wir ein paar gemeinsame Erinnerungen.

Ein wertvolles Buch.

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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Nach vielen Tagen der Spannung habe ich das knapp 800 Seiten umfassende Werk "Krokodil im Nacken" von Klaus Kordon endlich fertiggelesen. Doch ich muss sagen, es hat sich wirklich gelohnt.

Manfred Lenz ist Bewohner der DDR. Anfang der 1970er Jahre will er, zusammen mit seiner Frau Hannah und seinen zwei Kindern, nach Deutschland fliehen. Beim Fluchtversuch wird er aber von der Polizei in Haft genommen und eine enorm unfaire Gefängniszeit folgt für ihn und Hannah. Währenddessen beschäftigt sich Manne nicht nur immer eingehender mit den Gewohnheiten der Stasi, sondern blickt für den Leser des Buchs zurück, um die Gründe der Flucht darzulegen. Angefangen bei der Jugend nach dem Krieg in Berlin beschreibt Kordon das Leben Mannes. Schon früh widersetzt er sich seinen Erziehern in Heimen und den Vorgesetzten auf der Arbeitsstelle, die aus ihm einen parteitreuen DDRler machen wollen. Genau das ist es, was Manne nicht sein will. Und dann entscheidet er sich, nach Westdeutschland zu fliehen, wo Hannahs Schwester schon auf sie wartet. Doch dazwischen liegt erst noch ein unfairer Gerichtsprozess.........

Klaus Kordon hat sich in Deutschland als Schriftsteller einen Namen gemacht. Viele historische Romane stammen aus seiner Feder - und auch "Krokodil im Nacken" ist ein Meisterwerk, trotz des Umfangs von 800 Seiten. Im letzten Drittel hat das Buch teilweise kurze Hänger, die aber auf den letzten hundert Seiten perfekt ausgeglichen werden. Das Buch ist nicht nur empfehlenswert, sondern sollte bei jedem Politikinteressierten zum Standardwerk gehören!

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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
DDR Innenansichten 19. Dezember 2005
Von H. P. Roentgen TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Manni Lenz wächst in Ostberlin auf. Der zweite Weltkrieg ist grade vorbei, der kalte Krieg steckt noch in den Kinderschuhen. Doch nicht lange. Bald gibt es zwei deutsche Staaten, zunächst kann man mit der S-Bahn zwischen ihnen hin- und herpendeln. Doch als Manni achtzehn ist, wird die Mauer gebaut. Jetzt ist die DDR abgeschottet, der Westen weiter weg als der Mond und die Flucht dorthin nicht nur gefährlich, sondern auch eine kriminelle Straftat.

Zunächst kein großer Beinbruch. So schlecht ist das Leben im Osten auch wieder nicht, findet Manni, er muss nicht hungern, findet Arbeit und später macht er sein Abitur und studiert. In den Betrieben, in denen er arbeitet, macht er rasch Karriere. Doch damit beginnen die Probleme. Denn wer eine leitende Stellung innehat, soll in der Partei sein, muss den Untergebenen gegenüber die offizielle Linie vertreten. Aber soweit will er sich nicht verbiegen. Sein Gewissen hängt ihm wie ein Krokodil im Nacken und schnappt zu, wenn er zu opportunistisch ist.

Da ist zum Beispiel der Prager Frühling. Manni muss die Erklärung des Politbüros den Angestellten vortragen, warum die Panzer der Bruderstaaten den Winter wieder in Prag installieren mussten.

Er hat jetzt zwei Kinder. Und immer wieder plappern die Parolen aus Kindergarten und Schule nach, stellen Fragen, die die Eltern nicht beantworten können, nicht beantworten dürfen.

Die Eltern beschließen, in die BRD zu flüchten. Über Bulgarien, dort wird sie die Schwägerin mit Pässen – echten Pässen! – erwarten und die Familie über die Grenze in die Türkei ausreisen.

Doch irgendwer hat sie verraten und Manni landet im Knast.

DDR Alltag beschreibt das Buch, den Alltag im zivilen Leben und im Knast. Die schlimmsten Zeiten sind vorbei, niemand sperrt mehr Häftlinge in Gulags ein, Prügeln und Folter mag vorkommen, doch die machen um Manni einen weiten Bogen. Die DDR ist auf internationale Reputation bedacht, da macht sich so was schlecht. Trotzdem ist der Knast kein Zuckerschlecken. Denn Einzelhaft, keine Kontakte nach draußen, kein Rechtsanwalt, kein Untersuchungsrichter, der Stasi-Beamte ist allmächtig wie Gott und was mit Mannis Frau passiert, wie und wo die Kinder sind, das verrät ihm keiner.

Die DDR, die uns Kordon vorstellt, ist kein drittes Reich, die Schergen keine SS. Aber wer kein Massenmörder ist, ist deshalb noch lange kein liebenswürdiger Mensch. Kordons schildert das anschaulich, er hat sogar Verständnis für die Gegenseite, die Argumente der verschiedenen Kader, der Opportunisten, der Fanatiker wie derer, die an die DDR glauben, weil sie das dritte Reich erlebt haben. Doch gerade deshalb ist es auch eine vernichtende Geschichte der DDR Wirklichkeit.

Eigentlich liegt ja der Fall klar: Republikflucht, Doch für den Stasi Vernehmer ist nichts klar, als Geheimdienstler wittert er überall Verschwörungen. Handelt es sich vielleicht auch um Spionage? Oder staatsfeindliche Hetze?

Wenn er nur gestehe, wenn er nur zeige, dass er Reue fühle – zum Beispiel dadurch, dass er andere bespitzelt – dann käme ihm der Staat entgegen, dann könne er vielleicht seine Kinder wieder sehen. Manni geht darauf nicht ein, aber wie viele haben nach diesem Strohhalm gegriffen? Auch Einzelhaft, die Angst um die eigenen Kinder kann Menschen zermürben und lässt sie gestehen, was sie nicht getan haben, der Vernehmer aber hören will.

So ist das Buch auch ein Lehrstück über Geheimdienste und Menschenrechte. „Wir sind nicht in den USA“, hält der Leutnant ihm entgegen, als Manni nach einem Anwalt verlangt. Das wäre heute nicht mehr unbedingt wahr. Und jeder, der diese Schilderungen liest, kann sich vorstellen, was dort passiert, wo es keine Anklage, keine Öffentlichkeit, keine Richter, keinen Rechtsbeistand gibt, sondern das Recht der Geheimdienste, festzuhalten, wen sie festhalten möchten. Dass jeder Verhaftete einem Richter vorgeführt werden muss, Anspruch auf einen Rechtsbeistand hat, ist keine Spinnerei gefühlsduseliger Menschenrechtler. Es ist eine politische Notwendigkeit, will man wirklich die Wahrheit herausfinden.

Kordons Buch schildert die fünfziger, sechziger Jahre so anschaulich wie kaum ein zweites und das ohne jeden erhobenen Zeigefinger. Ein Pageturner, wie man ihn selten findet.

Fazit: für alle, die etwas über die DDR, die sechziger und fünfziger Jahre wissen wollen, ein unbedingtes Muss. Spannend und anschaulich gleichzeitig.

(C) Hans Peter Roentgen

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