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Kroatien - Das Land hinter der Adria-Kulisse
 
 
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Kroatien - Das Land hinter der Adria-Kulisse [Broschiert]

Norbert Mappes-Niediek
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Broschiert: 176 Seiten
  • Verlag: Ch. Links Verlag; Auflage: 1., Auflage (6. März 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3861535092
  • ISBN-13: 978-3861535096
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 12,6 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 288.723 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Norbert Mappes-Niediek
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Die Regierung in Zagreb verhält sich brav gegenüber den Richtlinien aus Brüssel, liefert mutmaßliche Kriegsverbrecher an das Tribunal in Den Haag aus und will auf keinen Fall zum Balkan gehören. Balkan, das sind immer die anderen, die falschgläubigen Serben, die noch falscheren Bosnier, die eher verachteten Albaner. Das alles lernt der Leser aus dem klugen, manchmal witzigen, immer gut informierten, dabei flott geschriebenen Buch des deutschen Balkanexperten Norbert Mappes-Niediek, der seit fast 20 Jahren in Kroatien unterwegs ist. Das Füllhorn des Wissenswerten, manchmal auch Amüsanten, immer Charakteristischen über das Land an der Adria speist sich aus harter Recherche, seriöser Perspektive und einer - halb eingestandenen - Liebe zu den Kroaten, die er als sehr direkt, gastfreundlich und offen für Fremdes empfindet. Geschichte, Politik, Mentalität, Gesellschaft, Kultur, Tourismus, Soziologie dieses schönen Landes bringt Mappes-Niediek dem Leser näher. (Rheinischer Merkur)

Norbert Mappes-Niediek legt ein gründlich recherchiertes, detailreiches, aber auch pointiertes und deshalb leicht zugängliches Buch über Kroatien vor. Er skizziert Mentalität und Kultur, Geschichte und Politik - und blendet dabei auch schwierige Themen wie Korruption und organisiertes Verbrechen nicht aus. Ein fundierter Blick hinter die Ferienkulisse. (Der Bund)

Mappes-Niediek kann auf das reichhaltige, wohlgeordnete Archiv in seinem Kopf zurückgreifen, das merkt man dem Buch an, obwohl es so flockigleicht zu lesen ist, wie ein luftig geschlagenes Schokomus. Es gibt keinen zweiten deutschsprachigen Journalisten, der den Balkan so lange und so intensiv begleitet hat. (Der Standard)

Kurzbeschreibung

Traumstrände oder Kriegsruinen? Sicheres Reiseland oder Eldorado des organisierten Verbrechens? Je nachdem, ob man in der Zeitung lieber die Politikseiten oder den Reiseteil zur Hand nimmt, entstehen zwei Bilder von Kroatien. Tatsächlich findet man hier so viele Gegensätze, wie ein Land mit der Einwohnerzahl von Rheinland-Pfalz eben fassen kann. Von der freundlichen Küstenstadt Zadar mit ihren venezianischen Toren und stolzen Kirchen fährt man kaum eine Stunde ins kriegsversehrte Knin, wo die Fassaden bröckeln und kaum jemand Arbeit hat. Und über allem weht die Schachbrettfahne. Norbert Mappes-Niediek, seit 1992 Südosteuropa-Korrespondent für mehrere deutsche Tageszeitungen, hat sich gründlich umgeschaut und umgehört. Er zeichnet ein zusammenhängendes, aber vielfältiges Bild der kroatischen Wirtschaft und Gesellschaft, Politik und Mentalität. Sein Buch ermuntert, sich auf das Land mit den unkomplizierten Menschen und der schwer verständlichen Sprache einzulassen.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von arnaldo
Format:Broschiert
Dieses Buch mag wohl sogar ausgesprochene Kenner Kroatiens verblüffen. Es strotzt vor detaillierter Hintergrundinformationen aus der persönlichen Feder des Autors bzw. den Erzählungen diverser Ansprechpartner, die ihm diese Informationen mitgeteilt haben. Dennoch vermisse ich eine stärkere Ausgewogenheit und Objektivität bei der Auswahl dieser Informationsquellen, sowie bei der Deutung diverser Beobachtungen. Augenscheinlich ist zudem die einfach-lockere, etwas zynische Schreibweise des Autors, welche den Eindruck erzeugt, dass der Autor seinen Unmut, aber auch seine Sympathien einfach frei von der Leber wegschreibt.

Im Grunde beginnt das Buch mit einem in meinen Augen ziemlich negativ-angehauchten Touch, wohl auch als Ausdruck der vorsätzlichen Absicht des Autors, das Buch mit Polemiken zu beginnen, die zur Spannungserzeugung beitragen sollen. Je weiter man in die Materie eindringt, so kommt es mir vor, stoße ich doch zunehmends auf gewisse wahre Kerne des Kroatentums, die man auch mit eigenen Erfahrungen gut verbinden kann. Alles in allem bietet das Werk doch einen guten Fundus an (Halb-)Informationen einerseits und bemerkenswert-interessanten persönlichen Analysen der Lage vor Ort.

Bemerkbar war für mich beim Lesen, dass der Autor bei der Erstellung des Buches anscheinend mit sich selbst zu kämpfen hatte. Kroatien mag beim Autor schon so manche Wandlung hervorgerufen haben, sonst würde sich Mappes-Niediek nicht mit derartiger Sorgfalt und lobenswertem Engagement diesem Land und der Region als Journalist und Schriftsteller widmen. Der Kroatien-Bezug des Autors wandelt stets zwischen Abscheu und Liebe für dieses sehr vielfältige Land. Gerade so und gerade deshalb bleibt Kroatien stets ein faszinierendes und nahezu unergründliches Land für viele Westeuropäer, aber auch eigene Landsgenossen.

Dem Engagement des Autors möchte ich keineswegs abträglich sein, wird Kroatien doch möglichst in all seinen Facetten beschrieben. Die Bemühungen sind bemerkenswert, jedoch zu wenig ausbalanciert um das Land tatsächlich beschreiben und verstehen zu können. Ich finde das Buch vornehmlich für "Links-Leser" geeignet und habe es daher für mich auch klar in diese Ecke einordnen können, was eigentlich schade ist, habe ich mir doch objektivere Sichtweisen erwartet. Oft fehlt es dem Autor am vollständigen Verständnis der anderen Seite bzw. der Grundlagen jener Prozesse, welche eben zur Entstehung des mordernen kroatischen Staates beigetragen haben. Dies liegt bestimmt auch an den persönlichen Präferenzen des Autors und natürlich auch an seinen Kontakten im Land selbst.

Kroatien befindet sich in einem teils rapiden Modernisierungsprozess. Daher mag es wohl auch allzu einfach sein, Pauschalurteile aus linker bzw. (jugo)-nostalgischer Perspektive als allgemein gültiges Credo einzubauen. Wünschenswert wäre der Kontakt zu den Leuten des anderen Spektrums gewesen, denen der Autor jedoch vornehmlich ausweicht. Ich kann daher all jenen, die sich ein vollständiges Kroatien-Bild verschaffen wollen, zu noch mehr Mut und ausgesprochener Kontaktfreudigkeit anregen! Die meisten Informationen erhält man eben - wie der Autor selbst - aus Gesprächen mit den Menschen. Wie der Autor beschreibt, sind die Kroaten Gesprächen über die Vergangenheit und Zukunft keineswegs abgeneigt, man muss diesen Kontakt nur zunehmend und in voller Ausgewogenheit suchen! Abgesehen von dieser Einseitigkeit bietet das Buch allerdings über Passagen hinweg faszinierende Einsichten in die Seele dieses Landes, die Probleme und Sorgen mit denen noch zu kämpfen ist, aber auch in das angenehm-lockere savoir-vivre der Kroaten.

Abgesehen von den inneren Diskrepanzen und Präferenzen des Autors kann man das Buch als wertvollen Schmöker für Zwischendurch erachten. Man sollte sich lediglich darauf einstellen, den österreichisch-angehauchten Zynismus und die Ironie des Autors richtig zu interpretieren. Es lohnt sich jedenfalls, sich idealerweise selbst ein Bild vor Ort zu machen und nicht alle Informationen als gegeben anzunehmen.
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20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von timediver® HALL OF FAME REZENSENT TOP 100 REZENSENT
Format:Broschiert
"Der Balkan beginnt immer erst im nächsten Ort....."

Um das Jahr 910 regierte irgendwo im Hinterland der östlichen Adriaküste ein gewisser Tomislao, den Papst Johannes X. als König der Kroaten und Dalmatiner ansah. Obgleich über ihn keine weiteren Fakten bekannt sind, hat er als Statue Tomislav I. seinen Platz vor dem Bahnhof Zagreb erhalten. König Zvonimir, einer seiner Nachfolger, soll bei seiner Ermordung den Fluch ausgestoßen haben, dass das kroatische Volk diese Bluttat in tausendjähriger fremder Knechtschaft büßen soll.....

Nach einer kurzen Einleitung, in der Norbert Mappes-Niedieck die Eigenschaften, Seele und Mythen des Kroatentums vorstellt, eröffnet er das zweite Kapitel mit der Schachbrettflagge, dem Rosenkranz und dem Wunderbaum, die zusammen als "kroatische Dreifaltigkeit" nahezu an jedem Autorückspiegel baumeln. Der Leser erfährt, was im Land der Trink- und Rauchweltmeister und vier Nationalfeiertage mit "Rurbanisierung" gemeint ist und dass dort alles "das älteste auf der Welt" sei. Die Devise "Sag mir wo du herkommst, und ich sage dir, wie du denkst" wird ebenso hinterfragt wie die Geschichte Kroatiens, einschließlich der Verbrechen der faschistischen Ustascha. Die enge Bindung von Nationalem und Religiösem in einer multiethnischen Region als Vermächtnis des kuk- und jugoslawischen Vielvölkerstaates zwischen Adria und Balkan. Interessant ist die 1898 ausgestorbene, dem Italienischen verwandte Dalmatinische Sprache und die in Istrien heimischen Istro-Rumänen. Klischees werden bedient, Schönheiten des Landes beschrieben. Neben weiteren Ausflügen in die Geschichte, die kroatische Balkanallergie, Mythen und klassische Autostereotype, die Kroatien mit vielen anderen, kleinen Ländern gemeinsam hat, und eine nähere Betrachtung der Sprache, nimmt der "Vaterländische Krieg" (1991 - 1995) und die Verarbeitung seiner Folgen einen breiten Raum ein. Dem Zagreber Frühling 1971, Titos Politik und Position, Fussballrowdies als nationaler Avantgarde, dem Zerfall Jugoslawiens, dem Kampf gegen Korruption und Zusammenarbeit mit dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag, der Demokratisierung und der Etablierung eines pluralistischen Rechtstaates sind weitere Unterkapitel gewidmet. Weiterhin gibt es jeweils eine Landkarte des an ein "ausgefranstes Kipferls" erinnernden Staatsgebietes (Seite 10) und der zeitweiligen separatistischen "Republika Srpska Krajina" (S. 157)

Der ehemalige Sonderbeauftragte der UNO für Jugoslawien in Zagreb, Mappes-Niedieck kommt schließlich zu dem Ergebnis, dass ihm an den Menschen in Kroatien - Kroaten, Serben oder sonstige - besonders gefalle, dass sie von den anderen verstanden werden wollen. Denn mögen sie auch nationalistisch sein, borniert sind sie jedoch nicht! Dem Autor ist es gelungen, ein differenziertes Bild einer Nation auf ihrem sicheren Weg nach Europa zu zeichnen, das manchmal auch augenzwinkernd zu einem Schmunzeln verleitend, auch versöhlich wirken kann.

Das Buch schließt mit einem "Who is who und what was when" für eilige Leser, den Basisdaten Kroatien 2008 und einem Abbildungsnachweis. Nach die "Balkan-Mafia"(2003) und "Die Ethno-Falle" ist dem - in der Steiermark lebenden - freien Korrespondenten eine weitere hoch informative und auch spannend zu lesende Analyse gelungen. Gleichermaßen empfehlenswert zur Vorbereitung einer Reise oder als Urlaubslektüre vor Ort, ist das Buch mit 5 Amazonsternen zu bewerten.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Reisebegleiter 7. Mai 2010
Format:Broschiert
Auf dem Hintergrund detaillierter historischer und politischer Fakten erzählt uns hier ein kompetenter Autor seine persönliche Sicht auf Land und Leute. Auf unterhaltsame und spannende Art weckt er unser Verständnis für diese Region - und damit auch unsere innere Teilnahme an den dortigen "Problemen". Allen, die nicht bloß als sich sonnende, mampfende und gaffende Touristen auf Krk, in Split und so weiter urlauben möchten, sei dieses Buch unbedingt und spätestens als Reisebegleiter empfohlen.
P.S.: und enthielte das Buch wirklich falsche Darstellungen (inwiefern wird in der entsprechenden Rezension leider nicht gesagt), hätte es sein Ziel dennoch erreicht, wenn es zur Auseinandersetzung mit Kroatien animiert. Es bleibt uns ja unbenommen, uns danach eine eigene, womöglich auch abweichende Meinung zu bilden.
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