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Kritiken schreiben: Ein Trainingsbuch (Uni-Taschenbücher M)
 
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Kritiken schreiben: Ein Trainingsbuch (Uni-Taschenbücher M) [Broschiert]

Stephan Porombka
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 270 Seiten
  • Verlag: Utb; Auflage: 1., Aufl. (1. Mai 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3825227766
  • ISBN-13: 978-3825227760
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 15 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 90.982 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Mehr über den Autor

Stephan Porombka
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Anhand von vier Grundregeln und mit Hilfe von zahlreichen Beispielen und Übungen führt dieser Band in das Schreiben von Kritiken ein. Angemessen kritisieren kann nur, - wer Werke oder kulturelle Phänomene richtig analysieren kann, - wer kulturelle Symptome erkennen und bestimmen kann, - wer die Komplexität von Werken oder Phänomenen reduzieren kann und - wer gut erzählen kann.

Über den Autor

Prof. Dr. Stephan Porombka, geboren 1967, ist Juniorprofessor für Kulturjournalismus und Literatur an der Universität Hildesheim. Er ist Autor und Herausgeber mehrerer Sachbücher zu kulturhistorischen Themen.

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44 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Ein Buch oder eine Ausstellung richtig zu kritisieren (oder zu loben) ist eine Kunst. Diese Kunst ist erlernbar. Wer sich dafür interessiert, wie man Kritik und Lob auf das Papier bringt, der sollte mit diesem Trainingsbuch (so der Untertitel) arbeiten. Es geht hier aber, anders als der Titel (Kritiken schreiben) vermuten lässt, nicht nur um die Technik des Schreibens. Der Autor bietet eine Einführung in das Beobachten und Schreiben, eigentlich gibt er eine Einführung in den Beruf des Kritikers.

Es sind im Kern vier Grundtechniken des Schreibens (und Beobachtens), die der Leser hier lernen kann. Zu allererst geht es um das Beschreiben eines Theaterstücks, Gemäldes oder eines anderen Gegenstandes aus dem kulturellen Leben. Die knappe und lebendige Darstellung dessen was man sehen, hören, schmecken und fühlen kann, ist die Grundvoraussetzung jeder Kritik. Nur wenn man den richtigen Ausschnitt findet, vergleichbar mit dem richtigen Fokus bei einer Fotografie, taugt eine Beschreibung für Kritik oder Lob.

Nach der präzisen Beschreibung und dem gut gewählten Ausschnitt folgt das Kontextualisieren bzw. das Symptomatisieren. Welcher kulturelle Trend drückt sich in dem Theaterstück, Buch, Gemälde oder in der Musik aus? Welche Entwicklung des Zeitgeistes lässt sich an diesem Beispiel beobachten? Der Kritiker muss sich das Umfeld und die Bezüge des Gegenstandes erarbeiten, oder besser, er sollte sie überhaupt sehen lernen. Darüber hinaus sollte er Texte seiner Kollegen zur Kenntnis nehmen und sich auch im Veranstaltungskalender seiner Stadt gut auskennen. Gegenstand der Kritik ist nicht ein Buch, ein Theaterstück oder eine Oper allein. Der Gegenstand der Kritik ist das kulturelle Leben, wenn man so will der Zeitgeist in seinen verschiedenen Ausprägungen.

Ohne einen weiteren wichtigen Schritt, die Reduktion des Stoffs und ein klares Urteil, kann eine Kritik oder ein Lob aber nicht funktionieren. Die Leser, es sei denn sie sind eingeschworene Fans von Die Zeit, erwarten keinen Roman, sondern - erneut geht es um den richtigen Fokus - ein schnell verstehbares übersichtliches Stück Text mit einer leicht verstehbaren Wertung. Für Allgemeinplätze, umständliche Umwege und Nebenkriegsschauplätze ist hier kein Platz. Ähnlich wie das Foto, das seine Geschichte auf einen Blick erzählt, sollte die Kritik präzise und übersichtlich sein.

Die Kür jeder guten Kritik ist ihre Erzählung, ihr roter Faden. Um es in den Worten von Marcel Reich-Ranicki zu sagen: eine Kritik ist ganz unabhängig vom dargestellten Gegenstand eine eigene Geschichte, die ihre eigenen Höhepunkte, Helden, Dramen, Feiglinge, Umwege und Schlusskapitel hat. Die Kritik ist kein Roman, aber eine Miniatur. Beobachtungen und Kontexte werden zu einem eigenen Erzählstrang verwoben, der den Leser auf seinem Weg durch den Stoff hindurch begleitet.

Diese vier wesentlichen Schritte für das Verfassen von Kritiken werden mit vielen Übungen und ausführlichen Text-Beispielen im Trainingsbuch ausgebreitet. Schritt für Schritt kann sich der angehende Schreiber vorantasten. Das aber ist es nicht allein. Stefan Porombka erklärt gleichzeitig, wie man selbst zum Schreiber werden kann. Die verschiedenen Techniken und Routinen beim Schreiben einer Kritik, sind nichts anderes, als die Techniken und Routinen eines Autors, mit denen er - wo er geht und steht  die ihn umgebende Welt festhält und in Artikel, Bücher und Vorträge verwandelt. Das Verfassen von Kritiken ist schließlich in der Regel nicht nur eine Aufgabe nebenbei. Die journalistische Kritik ist ein Beruf und bei manchen Menschen wird sie auch eine Lebenshaltung.

Das zentrale Arbeitsmittel eines Kritikers ist sein Journal. Hier werden all die Beobachtungen und Anmerkungen notiert, die dem Kritiker tagtäglich in den Sinn kommen. Sie bilden den Rohstoff für seine Artikel und Bücher. Ich kenne kein anderes Buch, das sich mit den Regeln journalistischen Schreibens befasst, das so ausführlich und verständlich die Bedeutung eines Journals für den Kritiker hervorhebt. Ein Kritiker schreibt nicht zwischendurch einmal diesen oder jenen Artikel. Er schreibt, verwirft, korrigiert und liest wo er geht und steht, er beobachtet, analysiert und kommentiert die Welt in der er lebt den ganzen Tag lang.

Wer nach Anregungen und Tipps für die Techniken des Schreibens sucht, darüber hinaus aber erfahren will, wie man ein guter Schreiber wird, der sollte dieses Buch erwerben. Stephan Porombka versteht den Kritiker als eine Art Zeitgeist-Analytiker, der seiner Umwelt und sich selbst in einer nie endenden Reportage erläutert, was um ihn herum geschieht. Ein sehr empfehlenswertes Buch mit einem großen Thema, das für jedermann gut verständlich aufbereitet ist.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert|Von Amazon bestätigter Kauf
Stephan Porombka Kritiken Schreiben Ein Trainingsbuch
UTB Verlagsgesellschaft mbH ISBN 3825227766

Eine Arbeitsgemeinschaft der Verlage, in der sich eine Reihe renommierter Verlage zusammengeschlossen haben, legt mit diesem broschierten Buch eine wissenschaftliche Anleitung zum Kritiken schreiben vor.

Aufgebaut und untergliedert nach Themen und Thesen kann man sich einen Leitfaden für das Schreiben von Kritiken aneignen.
In einer Einführung wird begründet, warum und wie man das Schreiben von Kritiken lernen kann.

Danach beginnt das erste Kapitel damit, aufzuzeigen, was man nicht tun darf. Witzigerweise wird eine fiktive Rezension einer Internetbuchhandlung ausgewählt und nach kritischen Gesichtspunkten zerlegt.

Die Ausführungen werden fortgesetzt mit den Anfängen des Beobachtens. Es folgen Anleitungen zu Konzepten, z.B. so genannte Journale, die man anlegen soll, in denen jede kleinste Beobachtung im Kaffeehaus, auf dem Markt, auf Strassen und Plätzen aufgezeichnet werden kann.
Weitere Kapitel widmen sich dem Beschreiben und Analysieren, es folgen Kontextualisieren und Symptomatisieren, verkürzen, zuspitzen und pointieren.

Das Prinzip der so genannten Wabcam bedeutet, zugespitzte Momente aus einem Ganzen herauszulösen und zu einer kleinen Erzählung zusammenzufassen.

Auch die Freudsche These der frei flottierenden Aufmerksamkeit wird angewandt, um Impressionen von Gelesenem wiederzugeben.

Ferner wird empfohlen, den Kulturbetrieb als Ganzes im Blick zu behalten und politische Entwicklungen nicht außer Acht zu lassen.

Theoretische Überlegungen von namhaften Soziologen und Texte bekannter Kritiker und Schriftsteller bieten ein umfangreiches Angebot an Möglichkeiten, um Texte kritisch zu analysieren und sich mit der Vorgehensweise beim Schreiben von Kritiken vertraut zu machen.

Zu jedem Kapitel werden Übungen angeboten.

Das Buch ist streng wissenschaftlich aufgebaut. Die Anforderungen für die Übungen sind hoch und die theoretischen Darlegungen anspruchsvoll.
Mit unterhaltsamen und aufmunternden Zwischentexten gewinnt das Buch jedoch eine Leichtigkeit, die dazu animiert, es immer wieder zur Hand zu nehmen.

Nicht alle Laienrezensenten wollen nun Feuilletonchefs werden!
Daher ist das Buch bestens geeignet, sich einzelne Kapitel, die besonders interessant erscheinen, herauszusuchen und nachzuschlagen, sich vielleicht die eine oder andere Übung vorzunehmen, um damit das Einüben von ?Kritiken schreiben? verbessern zu lernen.

Natürlich gibt es ein fundiertes Register und eine kommentierte Bibliographie im Anhang.

Stephan Porombka ist Juniorprofessor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalist an der Universität Hildesheim.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Broschiert
Ich hätte die Kritik zu diesem Buch so schreiben können:

1.
Viel zu lange hat man auf dieses Buch warten müssen, um die Grauzone zwischen Amateuren und Laien zu schließen, endlich also eine systemtheoretische Verknüpfung zwischen Wissenschaft und bloßem Gefühl. Man muss Stephan Porombka als Teamchef und Autor dieses Buches Lob aussprechen für seine umfassende Analyse aller Aspekte, die gewiss als relevant anzusehen sind. Seine Präzision in der Unfassbarkeit eines Gegenstandes, der sich jedem System entzieht, ja, seine Fachkompetenz, Leidenschaft, Erfahrung, seine übersichtliche Verdichtung, Auseinanderziehung und das Zusammenfügen aller Puzzle-Teile sind geradezu erfreulich analytisch. Es wird nicht einfach sein, etwas vergleichbar Gutes zu finden.

Sie sind gelangweilt? Fragen sich: where's the beef? Eine Andeutung, eine kleines Hilfskonstruktiönchen, eine Verdichtung jenseits eines allgemeinen Urteils, ein Tipp, ein Hauch von Inhalt? Deswegen diese Kritik:

2.
Dieses Buch beschreibt eindrücklich, dass für Allgemeinplätze in Kritiken kein Platz sein kann. Gute Kritiken spitzen zu, sie verdichten, sie geben Beispiele, sie erklären Schwieriges, übersetzen Komplexes ins Einfache, machen Appetit, geben konkreten Nutzen, sagen, ob ich es kaufen könnte oder nicht. Subjektiv, gefärbt, parteiisch.

Kritisch möchte ich anmerken:
Dabei spielen Erzählstränge oder systemisch durchdachte rote Fäden keine Rolle, die entscheidende spielt der Kritiker bzw. Lober, er kann entweder die oder jene oder beide Rollen einnehmen. Er sollte mehr charaktersisieren als zu viel (zwanghaft) kritisieren. Je mehr er den Leser herausfordert und zum eigenen Nachdenken anregt, um so besser.

Ein gutes Buch, das alle Aspekte beleuchtet, die ein Kritiker/Lober durchdenken könnte/sollte/müsste. Die Zusammenfügung dieser Aspekte kann von Person zu Person variieren, ja ihre größtmögliche Varianz zwingt den Leser sich eigene Gedanken zu machen.
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