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Kritik der reinen Vernunft [Sondereinband]

Immanuel Kant
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

1986
Kant hat in der Erkenntnistheorie eine kopernikanische Wende vollzogen- er selbst sprach von einer >>Revolution der Denkart<<. Er hat erkannt, dass es durch die Art und Weise menschlichen Erkennens bedingt ist, wie die Gegenstände menschlicher Erfahrung beschaffen sind. Ausserdem hat er gezeigt, wie menschliche Erkenntnis auf den Raum möglicher Erfahrungen begrenzt ist. Wo die Vernunft diese Grenzen möglicher Erfahrungen überschreitet, verwickelt sie sich notwendig in Widersprüche. Die Ursache dieser Widersprüche aufzuzeigen, ist das Ziel der transzendentalen Dialektik, der Logik des Scheins. Der Ausdruck Kritik in der Kritik der reinen Vernunft meint daher eine Selbstbegrenzung, die die Vernunft vornimmt, um sich vor Urteilen über Sachverhalte zu bewahren, die jenseits der Grenzen möglicher Erfahrung liegen, wie etwa Gott, Freiheit und Unsterblichkeit. Einzig bei der Freiheit, seinem Vermögen, sittlich zu handeln, ist dem Menschen ein Durchbruch in eine Welt möglich, die nicht vollständig beschrieben werden kann, wenn man sie nur im Licht der Naturgesetze betrachtet. Die Freiheit hat laut Kant ihre eigenen Gesetze. Ihnen widmet sich der Philosoph in seiner zweiten Kritik, der Kritik der praktischen Vernunft, die seine systematische Moralphilosophie enthält.

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Die Erfolgsgeschichte der modernen Naturwissenschaften vor Augen, wollte Kant auch die Philosophie, insbesondere die Metaphysik auf den sicheren Weg einer Wissenschaft bringen. Das Ergebnis war jedoch die wohl wirkungsvollste und nachhaltigste Zerstörung metaphysischen Denkens in der neuzeitlichen Philosophie.

Kant sprach von einer Kopernikanischen Wende. Sie sollte dadurch herbeigeführt werden, dass die philosophische Erkenntnis sich von den Gegenständen selbst auf die Möglichkeit der Erkenntnis derselben zurückwendet. Kritik der reinen Vernunft bedeutet daher vor allem Selbstprüfung des menschlichen Erkenntnisvermögens hinsichtlich seiner Grenzen und Erkenntnismöglichkeiten. Kants für die moderne Philosophie grundlegende Einsicht war, dass erfahrungsunabhängige, also metaphysische Erkenntnis nur in der Einschränkung auf die formalen Bedingungen möglicher Erfahrung beweisbar und damit alle traditionelle Metaphysik nichts als Scheinwissenschaft ist.

Grundvoraussetzung für dieses Projekt ist die Rückführung aller gültigen Erkenntnis auf die im Subjekt angelegten Bedingungen. So wie Raum und Zeit keine Gegenstände, sondern reine, subjektive Anschauungsformen möglichen Gegebenseins von konkreten empirischen Erscheinungen sind, so sind auch die reinen Verstandesbegriffe bloß formale Bedingungen der Einheit möglicher Objekte. Wir erkennen nie die Dinge an sich selbst, sondern nur die Erscheinungen, das heißt die Gegenstände, wie sie uns durch die formalen Bedingungen unseres Erkenntnisvermögens gegeben sind.

Vor allem Kants idealistische Erben wollten sich mit dieser Einschränkung der Erkenntnis auf die Erscheinungswelt nicht zufrieden geben und gingen daher über Kants kritischen Idealismus hinaus. Statt dessen versucht man in der sprachphilosophisch geläuterten, modernen Erkenntnistheorie (Putnam, McDowell) wieder an Kants Kritizismus Anschluss zu finden. --Jens Kertscher

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Kritik der reinen Vernunft
OA 1781 Form Sachbuch Bereich Philosophie
Die Kritik der reinen Vernunft von Immanuel Kant markiert eine Epochenschwelle der Philosophie, und zwar zur Transzendentalphilosophie. Deren Aufgabe ist es nicht, das Wesen der Wirklichkeit zu beschreiben, sondern sie thematisiert, wie das Erkennen von Gegenständen geartet und strukturiert ist.
Entstehung: Erste Überlegungen zu diesem Werk reichen in das Jahr 1769 zurück. Von entscheidendem Einfluss war laut Kant die Philosophie von David Hume (1711–76), dessen Skeptizismus den Begriff der Kausalität, also der Beziehung von Ursache und Wirkung, hatte fragwürdig werden lassen. Kant versuchte den Begriff der Kausalität zu bewahren, stimmte aber mit Humes Kritik am Rationalismus darin überein, dass das Kausalitätsprinzip nicht evident ist. Für Kant wird Kausalität zu einem Verstandesbegriff, der Erfahrung erst ermöglicht.
Aufbau: Die Schrift besitzt einen streng gegliederten Aufbau. Sie besteht aus zwei Teilen, einer Elementar- und einer Methodenlehre. Die Elementarlehre besteht aus der transzendentalen Ästhetik, die die Anschauungsformen von Raum und Zeit untersucht, und der transzendentalen Logik. Diese wiederum zerfällt in die Analytik als dem Teil der Logik, der alle Elemente reiner Verstandeserkenntnis zergliedert, und die Dialektik, die Logik des Scheins.
Inhalt: Kant hat in der Erkenntnistheorie eine kopernikanische Wende vollzogen – er selbst sprach von einer »Revolution der Denkart«. Er hat erkannt, dass es durch die Art und Weise menschlichen Erkennens bedingt ist, wie die Gegenstände menschlicher Erfahrung beschaffen sind. Außerdem hat er gezeigt, wie menschliche Erkenntnis auf den Raum möglicher Erfahrungen begrenzt ist. Wo die Vernunft diese Grenzen möglicher Erfahrungen überschreitet, verwickelt sie sich notwendig in Widersprüche. Die Ursache dieser Widersprüche aufzuzeigen, ist das Ziel der transzendentalen Dialektik, der Logik des Scheins. Der Ausdruck Kritik in der Kritik der reinen Vernunft meint daher eine Selbstbegrenzung, die die Vernunft vornimmt, um sich vor Urteilen über Sachverhalte zu bewahren, die jenseits der Grenzen möglicher Erfahrung liegen, wie etwa Gott, Freiheit und Unsterblichkeit. Einzig bei der Freiheit, seinem Vermögen, sittlich zu handeln, ist dem Menschen ein Durchbruch in eine Welt möglich, die nicht vollständig beschrieben werden kann, wenn man sie nur im Licht der Naturgesetze betrachtet. Die Freiheit hat laut Kant ihre eigenen Gesetze. Ihnen widmet sich der Philosoph in seiner zweiten Kritik, der Kritik der praktischen Vernunft, die seine systematische Moralphilosophie enthält.
Wirkung: Die kritische Philosophie von Kant erreichte nicht nur Philosophen, sondern auch Naturforscher und Dichter (R Goethe, Heinrich von R Kleist, R Schiller) und wurde zum Gesprächsgegenstand gebildeter Kreise. Die Philosophie des deutschen Idealismus geht mit ihren spekulativen Systemen von der kantischen Kritik aus, aber auch weit über sie hinaus. Friedrich R Nietzsche wiederum griff die Idee einer Vernunftkritik auf und wendete sie existenziell. In der zweiten Hälfte des 19. bis in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts waren die verschiedenen Schulen des Neukantianismus (Marburger Schule; südwestdeutscher Neukantianismus) die maßgeblichen Strömungen der deutschen Universitätsphilosophie. D. L.

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4.1 von 5 Sternen
4.1 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Notwendig a priori 20. April 2007
Format:Taschenbuch
Bei dieser Ausgabe handelt es sich um die an der Universität empfohlene. Das Besondere daran ist, dass hier beide Kritiken, denn es gibt zwei Ausgaben der KrV, in einer, zu direktem Vergleich, enthalten sind. Wenn Sie schon immer einmal wissen wollten, ob die Welt einen Anfang hat oder dem Raum nach begrenzt ist, dann lohnt es sich, hier einen Blick zu riskieren. Sie werden erstaunt sein. An Kant kommt kein Philosoph vorbei und das aus gutem Grund. Wer sich erst in die KrV eingearbeitet hat und mit ihrer Terminologie perdu ist, der hat eine gute Voraussetzung geschaffen, die folgenden Werke, die die wichtigeren sind, leicht zu verstehen. Auf die Kritik der reinen Vernunft folgt die Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, die jedem, der sich mit Zwischenmenschlichem auseinanderzusetzen gewillt ist, als Ratgeber zur Seite stehen kann. Dem man darüber hinaus nicht glauben muss, sondern der in der Lage ist, zu überzeugen. Suchen Sie sich Hilfe in der Volkshochschule oder der Sekundärliteratur, damit sie, wenn sie einmal nach Kant gegriffen haben, dranbleiben. Es ist keine Übertreibung, wenn hier von einer jahrelangen Beschäftigung die Rede ist. Dieses Buch wird ihr idealer Führer sein.
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69 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eines der wichtigsten Bücher überhaupt 15. Januar 2003
Format:Sondereinband
Wer sich ernsthaft mit Philosophie beschäftigen will, kommt an Immanuel Kant nicht vorbei.
Wenn uns heute Philosophie und Naturwissenschaft als vereinbare Disziplinen erscheinen können, dann ist dies auch ein Verdienst des Königsberger Philosophen.
Die "Kritik der reinen Vernunft" (1781) ist das Hauptwerk des Begründers einer durch analytisches Denken geprägten Erkenntnistheorie.
Ganz verschiedene Strömungen der deutschen Philosphie etwa die Linien Fichte -> Schelling/Hegel oder Schopenhauer -> Nietzsche wären ohne Kant nicht denkbar.
Die oben genannten Philosophen haben sich zum Großteil bereits früh mit Kant beschäftigt und dies als DAS singuläre Ereignis ihrer Biographie betrachtet.
Schopenhauer zum Beispiel verlangt apodiktisch, dass man zuerst Kant studieren soll, bevor man sich mit seinem Werk beschäftigt.

Ich habe die Kritik der reinen Vernunft während der Schulzeit gelesen und danach die Welt mit anderen Augen gesehen. Zur Lektüre (956 Seiten!) sollte man sich zwei bis drei Monate Zeit nehmen. Schopenhauer empfiehlt übrigens desweiteren, möglichst KEINE Sekundärliteratur zu konsultieren, sondern Kant UNMITTELBAR zu begegnen. Das handliche Reclam-Buch wird Sie dann zwei bis drei Monate begleiten; sein atemberaubender Inhalt - das Staunen über die Selbsttäuschung dessen, was Sie bisher als Ihre Wirklichkeit betrachten - wird Sie womöglich Jahrzehnte nicht mehr loslassen.
Dieses Buch beinhaltet die "Gefahr", dass seine Leser Philosophen werden!

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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Stück Revolution 28. Februar 2009
Format:Taschenbuch
Kants revolutionärer Text "Kritik der reinen Vernunft" ist etwas, an dem kein Philosophie Interessierter vorbeikommt. Kants Art zu schreiben ist nicht für Jedermann verständlich, doch der Interessierte wird seinen Weg finden, zu verstehen.
Ich habe diese Ausgabe aufgrund einer Rezension zur Reklam-Ausgabe gekauft. Der Schreiber empfahl diese Augabe gegenüber der Reklam-Ausgabe, die es für lediglich 20 Cent weniger gibt. Das Buch ist, da es beide Texte plus Einleitungen und Vorworte zu den jeweiligen Texten enthält, sehr dick, aber die Buchbindung hier ist sehr gut. Auch in der Mitte ist das Buch, dank seines flexiblen Einbandes, bequem lesbar und von daher sehr zu empfehlen. Das Preis-Leistungs Verhältnis ist überragend, man bekommt sehr viel Revolution (in Philosophischer Hinsicht) geboten für einen kleinen Preis. Also wer nicht unbedingt 20 Cent sparen muss, sollte dieser hervorragenden Version den Vorzug geben.
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