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Kritik der reinen Toleranz
 
 
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Kritik der reinen Toleranz [Gebundene Ausgabe]

Henryk M. Broder
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (46 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Jetzt wird’s gefährlich. Wer nämlich eine andere Weltsicht hat oder andere Meinungen vertritt als Henryk M. Broder oder, schlimmer noch, Seine Majestät höchstselbst zu kritisieren wagt, läuft leicht Gefahr, reflexhaft als Antisemit, Antiamerikaner, Unterdrücker, Diskriminierer, Schmarotzer, Homophobe, Sexist, Klassist, Rassist etc. gebrandmarkt zu werden. Doch trotz oder gerade wegen des Risikos einer Fatwa seitens dieses notorischen Wadenbeißers, der selbst ganz unverschämt Querulanz und Intoleranz zu Tugenden erhoben hat, ist Courage höchste Bürgerpflicht.

Bester Beleg ist das vorliegende Buch, das knapp ein Jahr nach Erscheinen nun als Paperback beim Pantheon Verlag neu aufgelegt wurde. Es zeigt in exemplarischer Weise die Strategie dieses Meisters der Rhetorik und Demagogie, der es sich zum Sport gemacht hat, Kontrahenten mit scharfer Zunge und spitzer Feder mindestens sprachlos aber lieber noch mundtot zu machen. Wie ein Berserker hebt der Mann, der sogar soweit ging, sich bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen als Zeichen seiner fundamentalen Opposition gegen einen angeblichen Zeitgeist falsch verstandener Toleranz demonstrativ mit George W. Bush zu solidarisieren, zum Rundumschlag gegen all jene innerhalb und außerhalb unserer Gesellschaft an, die im Grunde zivilisatorisch immer noch nicht auf der Höhe der Zeit sind.

Doch wenn schon nicht Broder, so hätte doch wenigstens der bewunderte unbeugsame wiedergeborene Christ wissen müssen, dass die Devise nicht mehr „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ lautet, sondern „Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen!“. Eine Formel übrigens, die dem Aufklärer Immanuel Kant, auf dessen Kritik der reinen Vernunft Broder im Buchtitel Bezug nimmt, als Vorlage für seinen kategorischen Imperativ diente. – Arnold Abstreiter -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Kurzbeschreibung

Toleranz ist eine Haltung, mit der sich viele gerne schmücken - die Reichen gegenüber den Armen, die Starken gegenüber den Schwachen, die Heteros gegenüber den Homos. Wer es sich leisten kann, ist tolerant. Wenn aber »Ehrenmorde« als ganz normale Verbrechen gelten, wenn Terroristen zu »Widerstandskämpfern« deklariert werden, wenn ein Regierender Bürgermeister die Teilnehmer einer Sadomaso-Fete persönlich willkommen heißt und ein rechtskräftig verurteilter Kindermörder Prozesskostenhilfe bekommt, um einen Prozess gegen die Bundesrepublik führen zu können, weil ihm bei der Vernehmung Ohrfeigen angedroht wurden - dann wird Toleranz zu einem gesellschaftlichen Selbstmord auf Raten. Unter solchen Bedingungen, so Henryk M. Broders provokative These, wird Intoleranz zur Pflicht und Tugend: Intoleranz gegenüber dem wohlfeilen Gutmenschentum, gegenüber totalitären Utopien - gegenüber Menschen und Kulturen, die ihrerseits nichts von Toleranz halten.

Klappentext

"Oft polemisch und ohne Rücksicht auf political correctness, aber immer unabhängig und überraschend."
Helmut Markwort über Henryk M. Broder -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Über den Autor

Der Publizist Henryk M. Broder, geboren 1946 in Kattowitz, schreibt unter anderem für den »Spiegel« und die »Weltwoche«. Er ist Mitherausgeber des »Jüdischen Kalenders« und hat zahlreiche Bücher veröffentlicht. Zu seinen wichtigsten Publikationen zählen »Der ewige Antisemit. Über Sinn und Funktion eines beständigen Gefühls« (1986), »Die Irren von Zion« (1998)»Kein Krieg, nirgends. Die Deutschen und der Terror« (2002). Zuletzt erschien sein Bestseller »Hurra, wir kapitulieren. Von der Lust am Einknicken« (2006).
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