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Kritik der reinen Toleranz
 
 
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Kritik der reinen Toleranz [Taschenbuch]

Henryk M. Broder
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 224 Seiten
  • Verlag: Pantheon Verlag; Auflage: 5 (10. August 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570550893
  • ISBN-13: 978-3570550892
  • Größe und/oder Gewicht: 19,8 x 12,4 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (46 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 4.639 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Henryk M. Broder
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Jetzt wird’s gefährlich. Wer nämlich eine andere Weltsicht hat oder andere Meinungen vertritt als Henryk M. Broder oder, schlimmer noch, Seine Majestät höchstselbst zu kritisieren wagt, läuft leicht Gefahr, reflexhaft als Antisemit, Antiamerikaner, Unterdrücker, Diskriminierer, Schmarotzer, Homophobe, Sexist, Klassist, Rassist etc. gebrandmarkt zu werden. Doch trotz oder gerade wegen des Risikos einer Fatwa seitens dieses notorischen Wadenbeißers, der selbst ganz unverschämt Querulanz und Intoleranz zu Tugenden erhoben hat, ist Courage höchste Bürgerpflicht.

Bester Beleg ist das vorliegende Buch, das knapp ein Jahr nach Erscheinen nun als Paperback beim Pantheon Verlag neu aufgelegt wurde. Es zeigt in exemplarischer Weise die Strategie dieses Meisters der Rhetorik und Demagogie, der es sich zum Sport gemacht hat, Kontrahenten mit scharfer Zunge und spitzer Feder mindestens sprachlos aber lieber noch mundtot zu machen. Wie ein Berserker hebt der Mann, der sogar soweit ging, sich bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen als Zeichen seiner fundamentalen Opposition gegen einen angeblichen Zeitgeist falsch verstandener Toleranz demonstrativ mit George W. Bush zu solidarisieren, zum Rundumschlag gegen all jene innerhalb und außerhalb unserer Gesellschaft an, die im Grunde zivilisatorisch immer noch nicht auf der Höhe der Zeit sind.

Doch wenn schon nicht Broder, so hätte doch wenigstens der bewunderte unbeugsame wiedergeborene Christ wissen müssen, dass die Devise nicht mehr „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ lautet, sondern „Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen!“. Eine Formel übrigens, die dem Aufklärer Immanuel Kant, auf dessen Kritik der reinen Vernunft Broder im Buchtitel Bezug nimmt, als Vorlage für seinen kategorischen Imperativ diente. – Arnold Abstreiter

Pressestimmen

»Der 63-jährige Autor mahnt, wettert und eifert. Sein scharfer, entschiedener Ton hat wohltuenden Seltenheitswert in einer Zeit der weichzeichnenden Gesellschaftspolitik.« (Frankfurter Neue Presse )

»Eine bitterböse Polemik, ein wichtiger Debattenanstoß.« (Hessische / Niedersächsische Allgemeine )

»Broder hat Recht.« (Westfälische Nachrichten )

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
287 von 312 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Michael Dienstbier TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Kaum jemand traut sich, aus der Reihe zu treten und zu sagen: Unsere politische Kultur ist nicht ideal, nicht perfekt und nicht vollkommen, aber die beste, die wir je hatten und um Lichtjahre besser als die politischen Kulturen in den Ländern, aus denen die Migranten kommen. So etwas zu sagen, käme einem Super-Gau gleich, eher könnte es passieren, dass Verona Pooth zur Intendantin der Bayreuther Festspiele ernannt wird. Aber: So viel Intoleranz muss sein, der Klarheit zuliebe" (188).

Henryk Broder war schon immer der Typ, der bei der Wahl der rhetorischen Waffen eher zur Bazooka als zum Florett gegriffen hat. So war es bei seinem 2006 erschienenen Buch Hurra, wir kapitulieren!: Von der Lust am Einknicken, in dem er die westliche Wertegemeinschaft dazu aufrief, den Islam endlich als Bedrohung wahrzunehmen und ihn nicht weiter zu verharmlosen. Sein neues Buch "Kritik der reinen Toleranz" knüpft hier nahtlos an. Broder stellt fest, dass der gesellschaftlich-politische Diskurs in Europa von einer geradezu neurotischen Sucht nach einer Toleranz geprägt sei, die nicht normativ gebunden ist und für sich allein stehend als Kardinaltugend fungiert. Seine Hauptattacken gelten weiterhin dem Islam und dessen politische korrekten Apologeten, die bereit sind, Ehrenmorde, Selbstmordattentate und gewaltsame Proteste gegen Karikaturen des Propheten mit dem Hinweis auf die imperiale Arroganz des Westens zu relativieren: "Der Westen ist kulturell in der Defensive, was ihm an Tatkraft fehlt, macht er durch Toleranz wett, während die Migranten, die als benachteiligt gelten, ein gesundes Selbstbewusstsein vorleben, um das man sie nur beneiden kann, und das nicht nur, wenn es um die Größe der Moscheen und die Höhe der Minarette geht, die gebaut werden sollen" (199f.).

Zur Höchstform läuft Broder auf, wenn er die Vertreter des Gutmenschentums mit Hohn, Spott und einer gehörigen Dosis Sarkasmus überzieht. Über zwei Wissenschaftlerinnen, die behaupten, dass "die Entblößung des weiblichen Körpers" (168) nicht viel schlimmer sei als "die Verhüllung des weiblichen Körpers in der islamischen Kultur" (ebd.), bemerkt er süffisant: "Man kann keinen Akademiker dazu zwingen, täglich mindestens eine Tageszeitung zu lesen, man muss ihn nur daran hindern, seine eigenen Wahrnehmungsstörungen als wissenschaftliche Erkenntnis auszugeben" (169). Vor Zynismus noch triefender sind Broders Breitseiten gegen die esoterische angehauchten Kulturrelativisten im Allgemeinen: "Sie besuchen Meditationskurse, trainieren Kung Fu, richten ihre Wohnungen nach den Regeln des Feng Shui ein [...] und wenn sie am späten Abend nicht zu müde sind, weil sie den ganzen Tag Krombacher Pils gesoffen haben, um den brasilianischen Regenwald zu retten, dann schauen sie sich auf arte noch einen ausländischen Film in der Originalfassung an" (118). Na dann mal Prost...

Mit seiner heftigen und teils verletzenden Polemik trifft Broder aber genau den Kern der Sache. Es ist schwachsinnig, einfach nur mehr Toleranz zu fordern. Toleranz ist ein wertfreier Begriff und an keine positiven Werte und Normen gebunden. Für wen oder was soll diese allumfassende Toleranz denn gelten? Für Neo-Nazis, die im Suff Ausländer in der ostdeutschen Provinz zu Tode hetzen? Für Pädophile? Für Steinigungen von Frauen, die vergewaltigt wurden und somit Ehebruch begangen haben? Für Länder wie den Iran, in denen Schwule gehängt werden? Toleranz muss normativ gebunden sein und diese Bindung erfolgt bei uns durch die unveränderlichen ersten 20 Artikel des Grundgesetzes. Alle, die bei Broders Attacken gegen zu viel Toleranz die Nase rümpfen und ihm unter anderem Ausländerfeindlichkeit attestieren wollen, sollten zur Kenntnis nehmen, was Carlo Schmid, einer der Väter des Grundgesetzes, der 1948/9 für die SPD im Parlamentarischen Rat saß, gesagt hat: "Wir müssen den Mut zur Intoleranz denjenigen gegenüber haben, die die Mittel der Demokratie benutzen wollen, um diese zu beseitigen." Dieses Credo der wehrhaften Demokratie, welches auf die Erfahrungen der Weimarer Republik gemünzt war, muss wieder in das Bewusstsein der Bevölkerung gelangen, bevor es zu spät ist. Wertfreie Toleranz ist ein Verbrechen gegen unser freiheitlich-demokratisches Gesellschaftsmodell, welches sich, bei aller Schwäche, als das Beste erwiesen hat, was jemals von einer Gemeinschaft von Menschen ausprobiert wurde. Oder in den Worten Broders: "Ich halte Toleranz für keine Tugend, sondern für eine Schwäche - und Intoleranz für ein Gebot der Stunde" (201).

Fazit: Broder ist hart und kompromisslos und stellt viele Dinge sicherlich vereinfacht dar. Dennoch ist "Kritik der reinen Toleranz" ein sehr wichtiger und uneingeschränkt zu empfehlender Beitrag in der derzeitigen Diskussion um die Grenzen der Toleranz und der Frage, wie sich der Westen als Wertegemeinschaft definieren soll. Etwas störend ist es, dass verschiedene Aspekte (die Regensburger Rede des Papstes; der Erzbischof von Canterbury, der Teile der Scharia in England einführen will) gleich mehrfach erwähnt werden, so dass man zu dem Schluss kommen kann, dass Broder das Buch nicht aus einem Guss geschrieben hat, sondern, zumindestens zum Teil, verschiedene seiner Artikel aus Tageszeitungen und Magazinen zu Buchkapiteln erweitert hat. Da Broder aber den Kern der Sache trifft und sein Schreibstil einfach einmalig ist, sind die fünf Sterne trotzdem zu rechtfertigen.
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153 von 174 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mag Wolfgang Neubacher TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
So lautet eine der zentralen Thesen dieses faktenreichen Buches: Für Broder ist Intoleranz ein Gebot der Stunde - Intoleranz gegenüber jenen, die Toleranz verlangen, sie in ihren Familien etc. nicht ausüben, die diese Toleranz aber, sollten sie Macht erlangen, natürlich sofort abschaffen würden.
Hauptfeind ist für Broder ein Islam, der im Gegensatz zu Christen- und Judentum nie eine Aufklärung mitgemacht habe, in dem es nie eine Reformation oder Revolution gab. Nach der Blütezeit der maurischen Kultur in Spanien etwa zwischen dem 8. und 13. Jahrhundert ging es mit der islamischen Kultur (bis heute) nur mehr bergab. Heute werden zB jährlich 1500 Bücher in das Griechische übersetzt (bei 11 Millionen Griechisch Sprechenden), aber nur 330 Bücher ins Arabische (bei fast 300 Millionen Arabisch Sprechenden).
Den Hauptteil des Buches macht natürlich die Situation in Deuschland aus: "Ehrenmorde"; der hohe Anteil von jugendlichen Migranten bei Gewalt- und Intensivtätern in Berlin (bis zu 80%); die Tatsache, dass die Moslemverbände die Fürsorge für ihre Jugendlichen der Gesellschaft überlassen haben (und noch viele weitere Beispiele) lassen Broder zum Schluss kommen, dass zwar Deutschlands Freiheit am Hindukusch verteidigt werde - aber: "In Neukölln hat man sie schon aufgegeben."
Broders Buch ist natürlich polemisch, manchmal zynisch, aber brillant geschrieben. Nur: Man wird Broders Schlüssen in weiten Bereichen (leider) zustimmen müssen - und man kann nur hoffen, dass möglichst viele durch das Buch aufgerüttelt werden!
Und als Österreicher braucht man sich dann nicht zu wundern, warum bei der Wahl vom 28.9. 2008 so viele junge Menschen für die beiden Rechtsparteien FPÖ und BZÖ gestimmt haben...
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139 von 158 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Das neue Buch von Henryk M. Broder ist die direkte und konsequente Fortsetzung seines vor zwei Jahren erschienenen Buches "Hurra, wir kapitulieren", in der er die Frage aufgeworfen hatte, ob die westliche Welt vor dem Siegeszug des Islam nicht schon längst kapituliert habe.

Auch im vorliegenden Buch benennt er zahlreiche Beispiele, nicht nur aus Deutschland, wo Politiker, Journalisten , Künstler und Intellektuelle angeblich aus Toleranz ihre eigenen Werte verraten und verkaufen und sich in einer Art Appeasementpolitik auf eine Art und Weise anbiedern, die einen erschüttert, wenn man noch seine fünf Sinne beisammen hat. Broder sagt auch im neuen Buch, dass dies aus einer tiefwurzelnden Angst entspringe und der Westen bereit sei alles aufzugeben, wofür er jemals gekämpft hat und eingetreten ist. War es damals vor allem das um die Welt gehenden Beispiel der Reaktion des Westens auf die Mohammed-Karikaturen, so befasst sich Broder im neuen Buch unter anderem mit den öffentlichen Reaktionen auf die zunehmenden Gewaltexzesse von Jugendlichen mit hauptsächlich islamischem "Migrationshintergrund" von Journalisten, Politikern und vor allem den mit diesen Fällen befassten Gerichten.

Auch die bigotte und heuchlerische Haltung gegenüber Israel greift er wieder auf:
"Das Toleranz-Prinzip, das sich im aufgeklärten Westen durchgesetzt hat", gegen das Broder tapfer versucht zu argumentieren durch sein ganzes Buch, basiert auf einer Verbindung von selektiver Wahrnehmung mit der Angst um das eigene Wohlergehen. Drei bis vier Millionen Tote im Kongo, eine Horror-Regime in Burma und eine Gang in Simbabwe, die das eigene Land im Namen des Antiimperialismus ruiniert, werden übersehen, weil man sich auf die 'humanitäre Katastrophe' in Gaza konzentrieren muss. Dabei spielt es keine Rolle, dass es sich um das höchstsubventionierte Gebiet der Welt handelt, das von einer ,Regierung' regiert wird, die sich um alles kümmert, außer um die Versorgung der Bevölkerung, die sie den UN-Agenturen und den zahllosen NGOs überlässt. Es spielt keine Rolle, dass die Sturmtruppen der Hamas so aussehen, als wären sie soeben mit dem Feinsten und Besten ausgestattet worden, das der Markt modebewussten Gotteskriegern anzubieten hat. Der tolerante Durchschnittsdeutsche, der sich in seinem Viertel nicht mehr auf die Straße traut, wenn sein Fahrrad, das er abzuschließen vergaß, geklaut wurde, solidarisiert sich mit den notleidenden Menschen in Gaza und macht Israel für deren Schicksal verantwortlich, während er die Hamasraketen auf israelischen Städte als 'selbstgebaut' beschreibt, um deren Harmlosigkeit zu unterstreichen."

Broders Buch ist köstlich zu lesen, doch all die Problemanzeigen, die er nicht müde wird, in die deutsche Öffentlichkeit zu streuen, sind tatsächlich beängstigend. Das, was ein großer Teil der ,aufgeklärten' Öffentlichkeit aus Gutmenschen, Friedensfreunden und Multikultis, aber auch Politiker ohne diese biographischen Hintergründe da an Anpassung betreibt, kann sich Broder nur so erklären:
"Toleranz ist ein ungedeckter Wechsel auf die Zukunft, ein Angebot an den Sieger von morgen: Ich verschone dich heute, bitte merke es dir gut und verschone mich, sobald du an der Macht bist".

Auch dieses Buch wird, so kann man prophezeien, für Diskussionen sorgen und die Leserschar spalten. Was nur ein Beweis wäre für seine Thesen, dass es schon längst nicht mehr um reine 'political correctness' geht, sondern um feiges Zurückweichen vor einer Religion und Kultur, die alles in Frage stellt , was in Europa über die letzten 200 Jahren aufgebaut worden ist.
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