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Kritik der Urteilskraft
 
 
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Kritik der Urteilskraft [Taschenbuch]

Immanuel Kant
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Es ist eine gute Weile her, daß ich Immanuel Kants Kritik der Urteilskraft (1790) gelesen habe. Beim neuerlichen Reinschauen aber erfaßt mich wieder der Wortstrudel der Kantschen Syntax und Begrifflichkeiten, der das Hirn nach nur wenigen Sätzen seiner linguistischen Funktionalität zu berauben scheint. Spätestens beim ersten Umblättern stellt sich jenes Aha-Gefühl ein, das einen sonst nur beim Anblick asiatischer Sprachsysteme befällt, beim Lesen eines deutschen Textes aber an den Rand des Wahnsinn bringen kann.

Wer nun gleich aufgibt, erspart sich zwar eine Menge Lesearbeit, beraubt sich zugleich aber einer ungemein spannenden Lektüreerfahrung. Kant begreifen heißt, sich auf seine Sprache einlassen. So nähert man sich fast zwangsläufig einer zentralen Idee dieser dritten großen kritischen Schrift. Denn, sagt Kant, das Wesen des Geschmacks liegt darin, daß er ohne das Interesse am Objekt des Urteils auskommt. Ästhetisches Urteilen ist interesseloses Wohlgefallen (oder Mißfallen), der Zweck bleibt außen vor. Will heißen: Die Bewertung der Qualität der "Kritik der Urteilskraft" steht vollkommen außerhalb der Frage, ob die Quälerei irgendetwas bringt. Schließlich lasse sich über das Erhabene und Schöne nicht streiten, "und sofern kann man nicht sagen: Ein jeder hat seinen besonderen Geschmack".

Das große Rätsel dieses Werks bleibt das Paradox zwischen allem Anfang Ästhetischen Empfindens im Subjektiven und einem "Gemeinsinn", der es einem erlaubt, das eigene Schönheitsempfinden mit anderen zu teilen. Und die Einsicht in dieses seltsame Verhältnis sorgt für die intellektuelle Lust, die einem diese Erkenntnis (und jede andere etwas komplizierte auch) vermitteln kann. Fragen Sie nicht, was es bringt. Lesen und urteilen Sie! --Harald Stucke -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Klappentext

"Die subjektive Bedingung, unter welcher der Mensch ( und nach allen unseren Begriffen auch jedes vernünftige endliche Wesen) sich, unter dem obigen Gesetz einen Endzweck setzen kann, ist höchste Glückseligkeit. Folglich das höchste in der Welt mögliche, und so viel an uns ist, als Endzweck zu befördernde, physische Gut ist Glückseligkeit: unter der objektiven Bedingung der Einstimmung des Menschen mit dem Gesetz der Sittlichkeit, als der Würdigkeit glücklich zu sein."

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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Drift ? 2. April 2006
Format:Taschenbuch
"Hiermit endige ich also mein ganzes kritisches Geschäft. Ich werde ungesäumt zum Doktrinalen schreiten (...)". Das ist einer der letzten Sätze aus der Vorrede zur Kritik der Urteilskraft, von (dem in damaligen Maßstäben) bereits sich in einem methusalem-artigen Alter befindlichen Kant. Die Kritik der Urteilskraft stellt also den Abschluss der Arbeit der "Kritik" dar; ein deduktives Geschäft, das sich zum Ziele setzte, die Erkenntniskräfte (in theoretischer wie praktischer Hinsicht) a priori zu bestimmen. Die Urteilskraft stellt nicht zufällig den Schlusspunkt dieser Untersuchungen dar: es geht nämlich darum - wie Eric Weil sich sinngemäß ausdrückte - herauszukriegen, ob nicht überhaupt die Kritik mit dieser Zielrichtung ein großer Unsinn gewesen sei, da - man wird es zugeben (müssen) - die Natur, die erkannt werden soll und diese Natur selbst mit ihren praktisch unerschöpflichen Mannigfaltigkeiten, kurz der Geist und sein Erkenntnisziel nicht überhaupt völlig inkompatibel sind. Das also -modern ausgedrückt- zwischen Geist und Welt eine Drift besteht, die auch deduktiv nicht überwindlich ist.
Um dieses Erkenntnisziel zu erreichen setzt Kant in der vorliegenden Untersuchung eine "Zweckmäßigkeit der Natur" vorraus. Dieses Ideal soll dazu dienen, das Besondere unter (ein) Allgeimeines subsumieren zu können. Damit gilt es zu untersuchen: den Bereich des Ästhtischen mit seinen subjektiven Begleitzuständen der Lust und Unlust, sowie einer Teleologie in der Natur (bei welcher Untersuchung Kant jene berühmt-berüchtigte "Erhabenheit" der Natur mit dem Empfinden des Schönen zusammenbringt). Wohlgemerkt: es wird nach a priori gültigen Prinzipien gesucht, die diesen subjektiven Empfindungen zum Grunde liegen.
Noch ein Wort zur angeblichen Wissenschaft von heute und der fehlenden Bedeutung der Teleologie: das kann ich nicht feststellen. Meines Erachtens ist die moderne Forschung, so sie etwas "über die Natur der Natur" herausbringen will, nach wie vor auf Gedeih und Verderb auf solche Prinzipien angewiesen. Ich sehe nicht, wie Forschung ohne solchen "Entwurf" vor sich gehen sollte; dem "angaffen" des Dreiecks entspringt niemals der Inhalt des Pythagoras'schen Satzes.
Das Buch ist ein "Kant": entsprechend hoch sind die Anforderungen. Hat man aber einmal durchdrungen, worauf das Geschäft Kants dringt, will es mit dem Studium besser weg. Dennoch handelt es sich um ein schwieriges Stück Philosophie; für "zwischen-und während-den-Busfahrten" völlig ungeeignet.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Kants (1724-1804) Kritiken aus dem späten 18. Jahrhundert sind so etwas wie eine kopernikanische Wende des Denkens. Nicht die Anschauung allein, nicht die Vernunft zu den Dingen steht mehr im Vordergrund, sondern das Denken über das Denken zum Ende aller Dinge und den "Dingen an sich" revolutioniert und bestimmt die Geistesgrößen in Philosophie, Theologie und Literatur. Selbst Kants Kosmologie aus dem Jahre 1755 überwiegt in seiner Erkenntnis aus heutiger Sicht den bisher führenden Laplace bzgl der kosmologischen Hypothesen zur Entwicklung des Universums und der Entstehung der Planetensysteme. Die Kant'sche Welt der Philosophie scheint wie das Ordnungssystem der Welt zu funktionieren, anziehend oder abstoßend wird sie empfunden und in beider Kräfte hält sie sich bestens. Darum: Lassen Sie sich inspirieren vom kleinen Königsberger Professor.

Diese hier vorliegenden Kritik ist die dritte im Bunde der Kritiken, alle bilden das Hauptwerk des präzise denkenden Philosophens. Der dritten "Kritik der Urteilskraft" gingen voraus die "Kritik der reinen Vernunft" und die "Kritik der praktischen Vernunft". Kant in Kürze vollständig zu präsentieren, ist ein schwieriges bis unmögliches Unterfangen. Doch ihn zu lesen, kann man als "universales Individuum" a priori niemals aufgeben, weil man sich einer besonderen Leseerfahrung beraubt, die letztendlich auch nur eine Annäherung an Kant ermöglicht. Nun steckt in den ersten beiden Kritiken das bereits drin, was sich in der letzten offenbart. Ehe man sich auf die praktische Vernunft einläßt, wird in der reinen Vernunft das Noumenon als "Ding an sich" betrachtet und man erreicht ein Denken im synthetischen Sinne durch synthetische Urteile. Paart man das ideelle Ding, das Noumenon mit subjektiver Betrachtung und subjektivem Urteil, so gelangt man zum Phänomenon in praktischer Vernunft und mit ihr lässt sich a posteriori erkennen, dass "das Wesen des Geschmacks ohne Interesse am Objekt des Urteils auskommt".

Und so gelangt man zur philosophischen Ästhetik der Urteilskraft, die in ihrem Wesen subjektiv ist, wie auch Kant in diesem Alterswerk zunehmend subjektiv zeigt. Ästhetik und die Theorie der organischen Natur in dieser Kritik erscheinen beide in ihrer Zweckmäßigkeit weit voneinander entfernt. So obliegt es der Urteilskraft, diese zu verbinden, indem Reflexion über Schönes verbunden wird mit dem Forschen nach dem Schönen in der Natur. Denkt man diese Zweckmäßgikeit zu einem Endzweck des Menschen, betrachtet alles unter dem Prinzip der Teleologie, so überhöht man Natur und Kunst durch die Moral als Endzweck des Menschen. Vernunft der ersten Kritik, Freiheit der zweiten Kritik wird so verbunden in der hohen Subjektivität bzw. in dem subjektiven Vermögen der Urteilskraft, sowohl der ästhetischen wie der teleologischen. Endgültig forciert die Urteilkraft die Hinwendung zum Endzweck, dem Zweck, der "keines anderen als Bedingung bedarf". Das Dasein des Menschen hält Kant für den höchsten Zweck selbst in sich, "den Menschen als der Schöpfung Endzweck".

Unter dem Gesetz der Zweckmäßigkeit erfolgt die Integration von Natur, Freiheit und Vernunft, im Prinzip ist es eben genau diese Teleologie, die Alles in Eines (das Ganze) fasst. Damit bettet sich Kant ein in den Zeitgeist seiner Epoche, der Alleszermalmer (Goethe) zeigt sich gezähmt durch den Geist der Zeit.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von lene
Format:Taschenbuch
Eher schwerer Stoff, aber ein Muss für jeden, der sich mit Ästhetik und Philosophie auseinandersetzen möchte. Was ist schön? Wie lässt sich Schönheit beurteilen?
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