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Kritik der Psychologie. Das moderne Opium des Volkes
 
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Kritik der Psychologie. Das moderne Opium des Volkes [Broschiert]

Albert Krölls
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Broschiert: 158 Seiten
  • Verlag: Vsa; Auflage: 1., Aufl. (Oktober 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3899652134
  • ISBN-13: 978-3899652130
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,6 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 281.041 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Albert Krölls untersucht die Welt psychologischer Theorien darauf hin, welche Beiträge sie zur Anpassung des bürgerlichen Konkurrenzsubjektes an seine gesellschaftliche Heimat erbringen, worin ihr legitimatorischer Gehalt besteht und auf welchen systematischen Fehlern der Theoriebildung diese gesellschaftliche Nützlichkeit gründet.Mit Hilfe der psychologischen Weltanschauung bewerkstelligt der moderne Mensch die Selbstmanipulation des schwierigen Willens zum Glück in einer Gesellschaft, die für die große Mehrheit die wenig lohnende Lebensperspektive der abhängigen Arbeit vorsieht. Die Kunst der Glücksfindung besteht darin, seine Erwartungen an die Welt an deren harte Realitäten anzupassen, ihre Anforderungen als Bewährungsprobe zu betrachten und in der Erfüllung der gesellschaftlichen Pflichten seine Selbstverwirklichung zu suchen. Wer von der Gesellschaft den Wert der eigenen Person bestätigt erhalten will, ist vom grundsätzlichen Verständnis für die Zumutungen erfüllt, die der demokratische Kapitalismus ihm auferlegt. Die Wissenschaft der Psychologie liefert für dieses selbstbewusste Unterwerfungsbedürfnis die passende Theorie. Danach ist das Handeln des Menschen keinesfalls das einfache Resultat seiner Absichten und Beschlüsse. Vielmehr ist er determiniert durch innere und äußere Bedingungen: Triebe, Reiz-Reaktions-Mechanismen, Dispositionen, Verhaltensmuster, Umwelteinflüsse etc.

Mit dieser Bestimmung des Willens als abhängiger Variable erteilt die Psychologie zugleich einen umfassenden Steuerungsauftrag. Eben noch als Spielball psychischer Impulse definiert, soll derselbe Mensch nunmehr als Konfliktmanager der widersprüchlichen Anforderungen fungieren, welche seine innere Motivationslage und die äußere Welt an ihn richten. Er soll im Kampf mit sich selbst ein seelisches Gleichgewicht herstellen, ein Programm, das seit Freud unter dem Namen einer gelungenen Ich-Bildung bekannt ist.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
41 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Dr. RWM
In klarer, verständlicher Sprache zeigt der Autor auf, welcher grundsätzliche Fehler der psychologischen Weltanschauung zugrunde liegt: dass die Probleme, die man mit der Welt hat, eigentlich Probleme des eigenen "Selbst" seien. Er analysiert die wesentlichen psychologischen Schulen, die Psychoanalyse (Freud), die Verhaltenspsychologie (Behaviorismus; Skinner), die Aggressionstheorie, die klassische Psychotherapie und Gesprächspsychotherapie und deckt die logischen Widersprüche und Ungereimtheiten dieser Schulen auf. Er erläutert den allen Schulen gemeinsamen Fehler, alle Handlungen des Individuums als Resultat innerer Kräfte zu deuten (Hegel hat vor fast 200 Jahren schon gezeigt, dass so etwas eine "leere Tautologie" ist).

Das Buch macht klar, dass die Psychologie ein Fach ist, in welchem das Seelenleben des Individuums von dem Standpunkt aus betrachtet wird, dass es zum Zurechtkommen taugen muss, der Mensch also selbst sein größtes Hinderniss ist. Die Zumutungen, an denen er sich so aufreibt, dass er die Hilfe der Disziplin in Aspruch nehmen will, nimmt die Psychologie als Bewährungsproben für die Anpassungsfähigkeit des Menschen, er also, wenn er in der Welt scheitert, wegen unzureichender Fähigkeiten gescheitert ist. Insofern ergibt die Analyse auch, dass es für das Individuum vernünftiger wäre, sich mit der Welt um sich herum zu befassen und diese zu analysieren, als das Problem im eigenen Ich zu suchen.

Der Wissenschaft Psychologie stellt das Buch kein gutes Zeugnis aus, denn sie selbst hat die dargestellten Fehler und Widersprüche noch nicht wirklich bemerkt, will das wohl auch gar nicht. Insofern ist das Buch ein exzellenter Leitfaden für den/die Studenten/in dieses Fachs, die Studieninhalte auf ihren wissenschaftlichen Gehalt zu prüfen.
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24 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Es kann nicht bestritten werden, dass die Psychologie auf ihrer eigenen fehlerhaften theoretischen Grundlage tatsächlich ein gewisses, allerdings verkehrtes, Bewusstsein ihrer Erklärungsdefizite entwickelt. Dieses Bewusstsein führt konsequenterweise niemals zur Behebung der theoretischen Mängel. Die Widersprüche der Theorie betreut die Psychologie vielmehr als methodische Probleme der Disziplin und macht ihre Fehler zum Motor des theoretischen Fortschritts. Was der Behaviorismus, die humanistische Psychologie, die Hirn- und die Vorurteilsforschung und andere psychologische Strömungen im Zuge der zitierten Paradigmenwechsel der Disziplin an Erkenntnissen produziert haben, ist deshalb, wie im Buch unter Beweis gestellt, um keinen Deut beweiskräftiger als die spekulativen Theorien der Psychoanalyse, von der sich der Rezensent so heftig distanziert. Immer neue Variationen des ewiggleichen theoretischen Grundwiderspruchs werden in die Welt gesetzt, wonach der Mensch zugleich das Objekt und Subjekt der Steuerung eines Ensembles von psychischen Wirkkräften bilde, dessen Zusammensetzung der ständigen Änderung unterliegt. Und dieser Fortschritt der Wissenschaft, der kein Jota Unwissenheit hinsichtlich der Erklärung von Jugendgewalt, Drogenabhängigkeit, Ausländerfeindlichkeit, Ess-Störungen und Krieg und der sonstigen Phänomene beseitigt, welche Psychologen zu untersuchen pflegen und stattdessen ständig aktualisierte Neuauflagen des psychologischen Menschenbildes hervorbringt, soll für die Psychologie sprechen?

Aus gegebenem Anlass darf ich darüber informieren, dass Mitte Oktober 2007 bei VSA eine erweiterte 2. Auflage des Buches "Kritik der Psychologie" erscheinen wird. Die Neuauflage dokumentiert die bisherige Diskussion um die "Kritik der Psychologie" und die Antworten des Autors auf kritische Nachfragen und Einwände im Rahmen der das Buch begleitenden Vortragsveranstaltungen. Vorgesehen sind Beiträge zu folgenden Themen:

* Die Antwort des Faches auf die Kritik der Psychologie:
Selbstdiskreditierung ist die beste Form der Verteidigung! - Zur
Rezension von Roland Imhoff
* Auf der vergeblichen Suche nach der idealen psychologischen Erklärung
des Untertanenbewusstseins - Zur Rezension von Matthias Becker
* Das gesellschaftliche Sein bestimmt das Bewusstsein - Argumente gegen
ein gängiges Fehlverständnis
* Religion und Psychologie: Vom alten und neuen Opium des Volkes
* Eine verkehrte bestechungstheoretische Ergänzung der Faschismuserklärung
* Kritik am Frankfurter Psychomarxismus: ein Gewaltakt?
* Stilfragen der Wissenschaftskritik/Adorno-Verriss/ Erfahrung und
Bewusstseinsbildung
* Rationelle Psychologie - Was ist das?
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5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Berechtigt! 2. April 2010
Der Autor macht klar, die Vorstellung, dass Psychologie genau wie die Naturwissenschaften eine kumulative und progressive Disziplin ist, muss ständig hinterfragt werden. Vielmehr scheint die eigene Geschichte dies sogar zu widerlegen. Das erarbeitete Wissen jeweils einer Forschergeneration wird in ihren Annahmen durch die nachfolgende widerlegt. Sigmund Koch drückte es so aus: "Die großen Generalisierungen der Psychologie sind durch Zeit und Mühen nicht verfeinert oder spezifiziert worden. Sie sind immer wieder durch neue ersetzt worden." Da muss der Ruf nach einer grundsätzlichen Umsinnung oder Neubesinnung auch einmal laut werden. Es ist jedoch zu vermuten, dass er ungehört verhallen wird, da der Forschungsbetrieb einer Eigengesetzlichkeit folgt, die durch Publizitäts- und Karrieresucht der Forscher bestimmt wird und zur Aufrechterhaltung bisheriger Methodik drängt. Dazu gehört dann auch die Mythenbildung, dass die Psychologie trotz ihrer theoretischen Mängel als Therapie den Individuen eine Hilfe bei der Bewältigung ihrer Lebensumstände sei, obwohl es dafür eher Gegenbeweise gibt. Untherapierte psycho-kranke, haben Erhebungen erbracht, normalisieren zu gleichen oder höheren Prozentsätzen als therapierte!
Fragwürdig, und das bringt der Autor klar zum Ausdruck, ist die Psychologie eben dort, wo sie versucht, die Persönlichkeit des Menschen mit Hilfe von Theorien und theoretischen Konstrukten zu erklären und zu analysieren. Hier verlässt man den Boden der Wertneutralität, weil sie ohne ideologische Axiome nicht auskommt. Zudem leiden sämtliche Persönlichkeitsmodelle unter der Schwäche, dass sie viel zu einseitig sind, um der Komplexität des Menschen gerecht zu werden. Es ist doch sehr naiv anzunehmen, man könne den Menschen als Ganzes erfassen und beschreiben.
Es ist kaum zu bezweifeln, dass die psychologische Forschung im Lauf ihrer langen Geschichte eine Reihe interessanter und lebensrelevanter Zusammenhänge aufzuzeigen in der Lage war, die auch experimentell nachprüfbar sind und zum Verständnis der Entwicklung der persönlichen und sozialen Konflikte und der individuellen Lebensgestaltung des Einzelnen beitragen. Solange sich Psychologie auf der deskriptiven Ebene bewegt, sind ihre Aussagen brauchbar. Aber leider hat sich die Psychologie in ihrem Bestreben als Wissenschaft im Sinne der Naturwissenschaften anerkannt zu werden, mehr und mehr einem extremen Methoden-Fetischismus verschrieben. Man versucht in Laborexperimenten alle wirksamen Variablen unter Kontrolle zu bringen, häuft aber meist nur nutzloses Pseudo-Wissen an.
Es gibt ein Heer von Großvätern und Großmütter, die bessere Lebensberatung bieten als das Heer der Psychologen, oder etwa nicht?
Dies ist ein hilfreiches, notwendiges und mutiges Buch. Keien schlechte Pflichtlektüre für alle Studienanfänger.
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Warum genau bewertet sich dieser Autor selbst? 1 28.05.2010
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