In klarer, verständlicher Sprache zeigt der Autor auf, welcher grundsätzliche Fehler der psychologischen Weltanschauung zugrunde liegt: dass die Probleme, die man mit der Welt hat, eigentlich Probleme des eigenen "Selbst" seien. Er analysiert die wesentlichen psychologischen Schulen, die Psychoanalyse (Freud), die Verhaltenspsychologie (Behaviorismus; Skinner), die Aggressionstheorie, die klassische Psychotherapie und Gesprächspsychotherapie und deckt die logischen Widersprüche und Ungereimtheiten dieser Schulen auf. Er erläutert den allen Schulen gemeinsamen Fehler, alle Handlungen des Individuums als Resultat innerer Kräfte zu deuten (Hegel hat vor fast 200 Jahren schon gezeigt, dass so etwas eine "leere Tautologie" ist).
Das Buch macht klar, dass die Psychologie ein Fach ist, in welchem das Seelenleben des Individuums von dem Standpunkt aus betrachtet wird, dass es zum Zurechtkommen taugen muss, der Mensch also selbst sein größtes Hinderniss ist. Die Zumutungen, an denen er sich so aufreibt, dass er die Hilfe der Disziplin in Aspruch nehmen will, nimmt die Psychologie als Bewährungsproben für die Anpassungsfähigkeit des Menschen, er also, wenn er in der Welt scheitert, wegen unzureichender Fähigkeiten gescheitert ist. Insofern ergibt die Analyse auch, dass es für das Individuum vernünftiger wäre, sich mit der Welt um sich herum zu befassen und diese zu analysieren, als das Problem im eigenen Ich zu suchen.
Der Wissenschaft Psychologie stellt das Buch kein gutes Zeugnis aus, denn sie selbst hat die dargestellten Fehler und Widersprüche noch nicht wirklich bemerkt, will das wohl auch gar nicht. Insofern ist das Buch ein exzellenter Leitfaden für den/die Studenten/in dieses Fachs, die Studieninhalte auf ihren wissenschaftlichen Gehalt zu prüfen.