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Kristallwelt
 
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Kristallwelt [Taschenbuch]

James Graham Ballard , Joachim Körber
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 159 Seiten
  • Verlag: Edition Phantasia; Auflage: 1., Aufl. (Juli 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3937897062
  • ISBN-13: 978-3937897066
  • Originaltitel: The Crystal World
  • Größe und/oder Gewicht: 20 x 13,6 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 379.233 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

James G. Ballard
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Das 1966 erstmals von Ballard veröffentlichte Buch Kristallwelt wurde mit seinen halluzinatorischen, surrealistischen Qualitäten bereits zu seiner Zeit ein absolutes Kultbuch und erscheint nun in neuer, vollständiger Übersetzung […] und darf so auch heute noch mal zu einem Kultbuch werden. Dirk Hoffmann, Zillo Gerade wegen seiner Entstehung in den frühen sechziger Jahren vor der eigentlichen Blumenkinderrevolution und seiner historischen Bedeutung […] empfiehlt es sich, diesen Klassiker […] noch einmal ungekürzt zu lesen. Thomas Harbach, SF-Radio

Kurzbeschreibung

Eine geheimnisvolle Krankheit verseucht alles Leben auf einer fernen Insel. Sie ruft Veränderungen der Zellstruktur hervor und läßt aus dem tropischen Regenwald eine phantastische Kristallwelt entstehen, in der alles zu kristallisieren beginnt. Während die Menschen fliehen, übt der glitzernde Dschungel einen unwiderstehlichen Zauber auf Dr. Sanders und seine Begleiter aus, die schließlich in das Zentrum des verbotenen Gebietes vordringen.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ästhetisch und albern 24. Juli 2011
Format:Taschenbuch
Dr. Sanders besucht im afrikanischen Dschungel ein Gebiet, wo Pflanzen und Tiere zu Kristall erstarren. Denn in diesem Gebiet halten sich zwei seiner Freunde auf, von denen er lange nichts gehört hat.
Wenn man sich die Kristalle vorstellt, die laufend beschrieben werden, ist es ein wunderbar ästhetisches Buch. Die Beschreibungen machen das Lesen angenehm.
Ansonsten hatte ich Schwierigkeiten ins Buch zu finden, so schnell hab ich diesmal nicht gelesen. Es scheint alles so fern zu sein. Das könnte daran liegen, dass ich keine Vorstellung vom Dschungel habe und es nur wenig Umgebungsbeschreibungen gibt. Es gibt keine Atmosphäre. In manchen Actionszenen sieht man nicht durch, weil erst hinterher aufgeklärt wird, warum was passiert ist. In anderen Geschichten erhöht es die Spannung, aber hier verliert man dadurch den Faden.
Überhaupt kann ich es nicht ausstehen, wenn ein Mann und eine Frau sich das erste Mal treffen, miteinander ins Bett gehen und beschließen, für immer zusammen zu bleiben. Wir sind doch nicht bei Konsalik??
Und die Erklärung, warum der Wald zu Kristall erstarrt, ist absolut albern. Von wegen da ist ein besonderer Punkt im Universum, wo der Raum mit Materie übersättigt ist. Sorry, aber diesen Quatsch kann ich nicht akzeptieren.
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11 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Bizarre Metamorphose 5. Januar 2007
Format:Taschenbuch
Nach seiner Erstveröffentlichung im Rahmen der Allgemeinen Reihe des Fischer-Verlages und einer Neuveröffentlichung in der Phantastischen Bibliothek Suhrkamps, legt die Edition Phantasia diesen klassischen Katastrophenroman in ungekürzter Neuübersetzung als preiswerten Paperbackband ein drittes Mal in Deutschland auf. Entstanden in Ballards noch nicht so wilder Zeit - erst drei Jahre später experimentierte er mit Drogen - gehört das Werk trotzdem zu einer Reihe von bizarren und symbolträchtigen Katastrophenromanen aus seiner Feder. Selten hat ein Autor unsere bekannte Realität auf so unterschiedliche, vielfältige und wunderschöne Weise sterben lassen. Dabei trägt er die Fahne John Wyndhams in die Zeit des New Wave weiter und setzt der Tradition H.G. Wells und seiner Erben gekonnt Hörner auf. Seine Untergangsphantasien scheinen aus den Menschen selbst heraus zu brechen und wirken wie geistreiche Kommentare und böse Abrechnungen der Wirtschaftswundertage.

Dabei geht Ballard - wie öfter angestrebt, aber literarisch noch nicht perfekt umsetzbar - über die bloße Beschreibung der Katastrophe hinaus. Im Mittelpunkt dieses Kurzromans steht die besondere Beziehung zwischen Ballards Charakteren und dem eigentlichen und augenscheinlichen Ereignis. Sie fühlen sich vom Kristallisierungsprozeß unmittelbar bedroht und gleichzeitig angezogen. Ähnlich wird es den Protagonisten in seinem schockierenden Roman »Crash« gehen. Sex und Autounfälle werden die Charaktere immer weiter in ein unsichtbares Netz einweben.

Die angedeutete Todessehnsucht wird in einigen anderen Romanen eine entscheidende Rolle spielen - die Gesellschaft ist übersättigt und deswegen dem Untergang geweiht (»High Rise« oder »Cannes«). Während Ballard hier die Katastrophe noch in der Dritten, der unterentwickelten Welt ansiedelt, wird sie später kraftvoll und unvorhergesehen die Industrienationen treffen. Von einem konsequenten Nihilismus durchzogen erweitert Ballard im Laufe seiner literarischen Karriere die Horizonte und kehrt immer wieder auf den Kern der Unruhe, das unstetige und unzuverlässige Wesen des Menschen zurück.

Der Beginn dieses Werkes ist mehr in der fiktiven Vision des bekannten Bogart Klassikers »The African Queen« angesiedelt, als in der Realität der sechziger Jahre. Dr. Edward Sanders reist durch Kamerun, um Freunde zu besuchen. Ballards Kamerun ist eine wundervolle Hommage an eine postkoloniale, fast surrealistisch verfremdete Welt, in der noch Kolonisten aus dem alten Europa in Eintracht mit der Urbevölkerung und nicht als Unterdrücker und Sklavenhändler leben. Dabei scheut sich der Autor nicht, die dunkle Seite des Kontinents anzusprechen, so leitet Sanders eine Leprakolonie und die Clairs, die er besuchen möchte, haben eine kleine private Klinik im Inneren des Landes eröffnet. Bei den Beschreibungen der einzelnen Protagonisten, denen Sanders auf seiner Reise begegnet, mischt Ballard oft verschiedene Klischees. So trifft er auf eine waffenschwingende Emanze und der Minenbesitzer Thorensen ist eine durch und durch zwielichtige Figur. Aus den gemeinsamen, aber emotional armen Dialogen erfährt der Leser weder wichtige Informationen über deren Vergangenheit noch deren weiterreichende Pläne. Das Geschehen erweckt den Eindruck einer fühlbaren Zeitlosigkeit. Schnell erkennen Protagonist und Leser, daß diese Figuren trotz aller ihrer Unterschiede zusammengehören und ihnen eine gemeinsame Reise und damit ein vergleichbares Schicksal bevorstehen. Dazu mischt sich mit dem am eigenen Glauben zweifelnden Pastor Balthus eine weitere aus dem Lehrbuch übertragene zwielichtige Gestalt. Die Gefühlskälte und damit verbunden das langsame zu Stein werden, wird überdeutlich in der kurzen Affäre Sanders mit der amerikanischen Journalistin Louise Peret und verstärkt sich, als er seine Freunde in ihrer Dschungelklinik erreicht. Zu diesem Zeitpunkt läßt sich die Veränderung des Landes, die Kristallisierung, nicht mehr verheimlichen. In diesem Augenblick erinnert sich Sanders auch an einen armen Mann, dessen Körper in der Hafenstadt kurz vor Sanders weiterer Reise aufgetaucht ist. Der Dschungel verändert die Oberfläche und im Rahmen dieser neuen Schöpfung alle Lebewesen. Dieser Transformationsprozeß nimmt keine Rücksicht auf anorganische oder organische Materie. Sogar ein Fluß wird von dieser fremdartigen Substanz bedeckt. Stilistisch eindrucksvoll bestimmt eine einprägsame Simplizität die Beschreibungen und diese Passagen zählen zu den stärksten Abschnitten des Romans.

Nach dieser Entdeckung offenbart sich ein deutlicher handlungstechnischer und intellektueller Bruch im Roman. Obwohl Sanders wahrscheinlich der auslösende Katalysator dieser unerklärlichen Entwicklung sein könnte, verbleibt der Autor bei einer ungewöhnlich esoterischen und deswegen unbefriedigenden Lösung. In späteren Interviews könnte ein aufmerksamer Leser ableiten, daß für Ballard der Roman eine überzeugende Vision eines LSD-Rausches darstellt und diese Perspektive verzichtet deswegen auf jegliche folgende Logik. Darum wirken auch die farbenprächtigen und rauschartigen Bilder besonders ausdrucksstark, auch wenn der Autor betont, zu diesem Zeitpunkt noch keine Drogen genommen zu haben.

Auch eine andere Interpretation der Ereignisse läßt sich von der Figur des wankelmütigen Geistlichen ableiten. Für Vater Bathus ist diese strahlende Kristallwelt die Vereinigung von Raum und Zeit in einer Inkarnation des Schöpfers. Konnte er bislang zwar die Existenz Gottes nicht leugnen, so glaubte er auch nicht an ihn. In dieser fremdartigen Welt kommt es für ihn persönlich zu einer Rückbesinnung. Gleichzeitig erkennt er, daß seine Zweifel an Gott falsch waren. Zumindest einer aus der Gruppe hat sein Ziel erreicht. Heute stellt sich für Generationen von Psychologen die Frage, ob extreme Religiosität auch eine Form der Droge sein könnte. So schwingt zwischen diesen Zeilen eine ungemein weitsichtige Kritik an verschiedenen Geistesströmungen mit. Robert Anton Wilson wird in seinem ungemein spannenden und vielschichtigen Roman »The Chronolits« eine andere Richtung einschlagen und das Auftauchen von Monolithen - eine kleine Hommage an diesen Roman - als Untergang einer brüchigen alten Welt durch eine Bedrohung aus der Zukunft nutzen.

Weiterhin finden sich eine Reihe von Anspielungen an Joseph Conrads klassischen Roman »Hearts of Darkness«, den z.B. Francis Ford Coppola als Vorlage »Apocalypse Now« nutzte, aber auch Nicolas Roeg als Film umsetzte. Insbesondere Roeg ist genau wie Ballard Engländer und eine intensive Studie der beiden Werke weist trotz aller handlungstechnischen Unterschiede eine Reihe von verblüffenden intellektuellen Ähnlichkeiten auf.

Im ersten Teil des Buches entwirft Ballard mit ungewöhnlicher Leichtigkeit ein modernes Bild des kolonialisierten Afrikas. Obwohl er in Asien aufgewachsen ist und unter dem japanischen Angriff zu leiden hatte, schwingt zwischen den Zeilen unbewußt eine gewisse radikale und imperialistische Grundeinstellung mit. Der Leser bekommt den Eindruck, als ob sich Ballard die gute alte Zeit der Kolonialmächte zurückwünschen würde. Trotzdem steht Ballard in Gestalt seines Alter Egos Sanders seinem Afrika das Recht zu, sich zu verändern. Der Kristallisierungsprozeß macht diese Veränderungen obligatorisch. Zumindest in der ersten Hälfte kann der Autor zwischen der subjektiven Handlung und der moralischen Einstellung seiner Figur unterscheiden, fast liebevoll wendet er den Fokus von seinem Protagonisten ab, und den verschiedenen äußerlichen Ereignissen und Begegnungen mit einer Reihe unterschiedlichster Charaktere zu. Das macht in der zweiten Hälfte des Buches den Übergang in die andere Welt leichter.

Im zweiten Teil des Romans gelingt ihm nicht die Umsetzung seiner originellen Idee in eine ansprechende, fesselnde Handlung. Es läßt sich nicht mehr feststellen, ob die Schwäche mehr in der zum Teil oberflächlichen Charakterisierung seiner einzelnen Figuren begründet ist oder ihm der Stoff ausgegangen ist, den roten Faden konsequent weiterzuspinnen. Das Interesse des Lesers an den Ereignissen läßt nach der offensichtlichen Begegnung mit der Veränderung - dem Kristallisierungsprozeß - deutlich nach. Ob eine logische und befriedigende Auflösung anstelle der esoterischen Auseinandersetzung mit dem Phänomen das Buch an dieser Stelle gerettet hätte, bleibt dem Einzelnen überlassen.

Dabei konzentriert sich der Autor im Grunde nicht auf das Drogenexperiment an sich, sondern sucht seinem Alter Ego ein Motiv zu geben. Einige Jahre später werden andere Figuren aus seiner Feder in dem mehr am Mainstream orientierten »Days of Creation« die legendären Suche nach der Quelle des Nils beginnen und eine ähnlich komplizierte und befremdende Quest auch in das tiefste Innere unternehmen müssen. In »Kristallwelt« kommt es zum Übergang in eine Dimension, in der die Zeit ihr Ende gefunden hat und alle Geschichten erzählt worden sind, die Gedanken legen sich schlafen, die menschliche Existenz und das stetige Suchen hat ein fragwürdiges Ziel und einen beklemmenden Abschluß gefunden. Mit dieser Intention schlägt Ballard wieder einen Bogen zu Drogenexperimenten, deren Ziel die komplette Loslösung von Zeit und Raum ist. Lesen Sie weiter... ›
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4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Riotgun
Format:Taschenbuch
'Kristallwelt' gehört sicher zu den bekanntesten Werken des amerikanischen Science-Fiction-Autors J.G. Ballard. Eine Variation der Story ('Der illuminierte Mann') erschien bereits im Erzählband "Billennium".

Nachdem der Arzt Dr. Sanders einen Brief befreundeter Kollegen aus dem westafrikanischen Busch erhalten hat, in denen diese ein neues physikalisches und optisches Phänomen schildern, bricht Sanders die Zelte an seiner Leprastation ab und macht sich auf den Weg in den afrikanischen Dschungel, um das Phänomen näher zu untersuchen. Nichts scheint mehr so, wie es einmal war: Das Licht bricht kaum noch durch die Atmosphäre, der Walt leuchtet nachts in schillernden Farben auf und das Gebiet rund um den Wald wurde zur Sperrzone erklärt. Als Sanders schließlich das Gebiet erreicht, kommt er aus dem Staunen nicht mehr heraus. Eine unaufhaltsam wachsende Kristallschicht bedeckt Vegetation, unbelebtes Material und Leben zugelich. Hin- und hergerissen zwischen Faszination und Gefahr, sucht Sanders nach seinen Kollegen...

Gehörte 'Der illuminierte Mann' noch zu den schwächeren Erzählungen des Bandes, trumpft Ballard in diesem Roman groß auf. Er hat nun Zeit, die unheimliche Metamorphose in detaillierten und manchmal kunstvollen Beschreibungen zu charakterisieren. Dies ist vor allem für die teils beklemmend dichte Atmosphäre sehr wichtig, die sich dadurch erst entfalten kann und besonders dann auftritt, wenn Sanders alleine durch den Kristallwald irrt und die ersten Verwandlungen sich bereits an seinem Körper zeigen. Der Kristallisierungsprozess erscheint dabei wie eine moderne, physisch fast schon unmögliche Krankheit, für die auch am Ende kaum eine glaubhafte wissenschaftliche Erklärung bleibt. Das ist auch gut so, wird der ganze Prozess so auch nicht entmystifiziert und der Leser bleibt vom Anfang bis zum Ende auf dem gleichen Wissensstandard wie die Hauptfigur selbst.

Fazit
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"Kristallwelt" ist eines der besten Werke Ballards und eignet sich hervorragend als Ballard-Einstiegslektüre. Dicht, spannend, manchmal kurios und manchmal so schön wie die Kristallierungen selbst, die es beschreibt. Der Roman ist noch nicht die absolute Spitzenklasse der SF, aber nah dran und es zeigt sich wiedereinmal: Die Romane Ballards sind noch einen Tick besser als seine Erzählungen.
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