Spätestens seit den Terroranschlägen in Bali und Jakarta der vergangenen Jahre und den anhaltenden Unruhen in Südthailand treten gewaltsame Konflikte auch in Südostasien wieder verstärkt ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Am Beispiel von Kriegen in Indonesien, Thailand, Birma (Myanmar), den Philippinen und dem pazifischen Inselstaat Salomonen diskutiert der Band die vielfältigen ökonomisch begründeten Interessenkonflikte als Grundstruktur gewaltsamer Auseinandersetzungen in der Region und zeigt dabei die strukturellen Beziehungen zwischen 'alten' Konfliktlinien und 'neuen' Kriegen im pazifischen Raum auf.
Im Zentrum steht dabei die Frage, ob und inwiefern aktuelle Konflikte in dieser Region unter dem Gesichtspunkt 'neuer Kriege' betrachtet werden können: Was ist neu an den gewaltsamen Auseinandersetzungen der letzten Jahren und welche Rolle spielen Veränderungen der politischen und sozialen Verhältnissein der Region? Und welche wirtschaftlichen Strukturen liegen den Konflikte zugrunde und ermöglichen es den Konfliktparteien, die gewaltsamen Auseinandersetzungen oftmals über Jahre hinweg auszutragen?
Viele der Auseinandersetzungen dauern bereits so lange Zeit an, dass ein Ende kaum noch vorstellbar scheint. Und doch gibt es in der Region auch Erfahrungen eines 'Danach'. Der Band richtet daher seinen Blick auch auf die mögliche 'Nachkriegsordnung', vor allem aber auf die Frage nach dem gesellschaftlichen Umgang mit den leidvollen Erfahrungen mit langjährigen Gewaltkonflikten. den 'Neuen Kriegen' richten. Am Beispiel von Kambodscha und Osttimor werden Erfahrungen im gesellschaftspolitischen Umgang mit weit reichenden Gewalterfahrungen vorgestellt und diskutiert.
Mit Beiträgen von Shane Barter, Volker Böge, Ea Meng Try, Andrea Fleschenberg, Rolf Jordan, Alfred Oehlers, Helmut Schneider, Michael Waibel und Patrick Ziegenhain.
Insgesamt bietet der vorliegende Band eine hochaktuelle sowie interessante Analyse bestehender Konflikte in Südostasien und stellt somit ein Muss für alle Südostasieninteressierte dar.