Pressestimmen
»Wer den Kalten Krieg als eine Abfolge von strategischen Spielen zweier Atommächte begriffen und sich auf deren Rationalität verlassen hat, muss sich in diesem Band eines besseren belehren lassen: Weder gab es die geschlossenen Rationalitäten des jeweiligen Akteurs, noch waren es immer zwei, die das große Spiel unter Kontrolle hatten. Es waren die Dritten und Vierten, die es gefährlich machten. Vor allem das ist mit Blick auf die Zukunft die schlecht Nachricht dieses Buches.« (Herfried Münkler, Zeit Literatur)
»Dank einer verdienstvollen Serie von Konferenzen des Hamburger Instituts für Sozialforschung und daraus resultierender Publikationen werden nun Ergebnisse internationaler Forscher auf Deutsch vorgelegt, die sonst vorwiegend in anderen Sprachräumen zirkulieren. Der hier vorzustellende Band enthält 17 Beiträge mit einem beachtlich breiten Spektrum. […]Der vorliegende Sammelband bietet solide, auf die aktuelle Forschung gestützte Einführungen in die klassischen Supermächtekonflikte des Koreakrieges (Michael F. Hopkins), der Krisen um Berlin (Michael Lemke, Christian Nünlist) und der Kubakrise (Daniela Spenser, Joshua C. Andy)… Ausgezeichnete Zusammenfassungen des Forschungsstandes und präzise Analysen werden in den Beiträgen zu den europäischen Krisen im sowjetischen Block geboten, sei es zur DDR 1953 (Mark Kramer), zu Ungarn 1956 (Charles Gati) oder zu Polen 1980/81 (Pawel Machcewicz). Zur Suezkrise von 1956 steuert Marc R. DeVore einen profunden Beitrag über die militärischen Pläne Großbritanniens und Frankreichs bei…[D]em Hamburger Institut für Sozialforschung ist zu wünschen, dass es auch künftig solche verdienstvollen deutschsprachigen Publikationen zum 'Kalten Krieg' vorlegen kann.« (Bernd Schäfer, H-Soz-u-Kult)
»Wen die Erinnerung an den Kalten Krieg noch heute frösteln lässt, der muss zu diesem Buch greifen. Denn hier findet er genügend Belege für seine diffusen Empfindungen. Und wer wissen will, warum der Kalte Krieg immer wieder explosive Momente hervorbrachte, der ist mit disem Sammelband ebenfalls auf der Höhe der Zeit. [...] Was den Sammelband aber noch wertvoller macht, sind die Einsichten, Konsequenzen und Lehren für das heutige Handeln angesichts zahlreicher internationaler Krisen.« (Rolf Mützenich, Internationale Politik und Gesellschaft)
Kurzbeschreibung
Die regelmäßige Wiederkehr von Krisen, die in kriegsträchtiger Weise eskalierten, gehört zu den Charakteristika des Kalten Krieges. Zwanzig Jahre und damit knapp die Hälfte der über vier Jahrzehnte währenden »Systemkonkurrenz« standen im Zeichen akuter politischer und militärischer Konfrontationen. Welche Umstände trugen zur Eskalation von Krisen bei, und wie konnten Konfrontationen eingedämmt und beigelegt werden? Welcher Art waren die Beziehungen zwischen Politik und Militär? Wurde das Krisenverhalten von innenpolitischen Faktoren beeinflusst und wie war es um Handlungsspielräume von Verbündeten und Klientelstaaten bestellt? Diese und andere Fragen werden anhand von 17 Fallbeispielen aus fünf Jahrzehnten diskutiert: Koreakrieg 1950 Ostdeutschland 1953 Ungarn 1956 Suezkrise Berlinkrisen 1948/49 und 1958 bis 1963 Kongo 1960 bis 1964 Kubakrise 1962 Operation »Anadyr« 1962 Chinesisch-sowjetische Krisen 1966 bis 1969 Korea 1968/69 Prager Frühling 1968 Jom-Kippur-Krieg 1973 Polen 1980/81 »Able Archer« 1983 Angola und Namibia 1988. Zu Wort kommen renommierte Historiker, die sich auf neu zugängliches Quellenmaterial stützen und zugleich Anregungen für künftige Forschungen geben. Ihre Beiträge fügen sich zu der bisher umfassendsten Betrachtung von Krisen im Kalten Krieg in deutscher Sprache.