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In einem Einleitungskapitel grenzt C. das Thema zeitlich und inhaltlich ein und problematisiert es im Kontext der modernen Forschung. Hier erläutert er auch sein Abweichen von der konventionellen Periodisierung der Republik, die zumeist das Jahr 133 v.Chr. (Volkstribunat des Ti. Gracchus) als Zäsur wählt. Eine m.E. sehr lohnenswerte Abweichung, da auf diese Weise Entwicklungen, die zum Verständnis der Gracchen und der weiteren Geschehnisse auf der gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Ebene wichtig sind, besser verständlich werden.
Die folgenden beiden Kapitel befassen sich mit der römischen Expansion im Westen und Osten zwischen 201 und 133/128 v.Chr.. Hierbei liegt das Augenmerk zuerst v.a. auf der Intensivierung der römischen Herrschaft in Italien und der Expansion in Spanien bis zur Einnahme Numantias. Dann folgt der Eintritt Roms in die hellenistische Welt. Nach einem kurzem Überblick über die Entwicklung der hellenistischen Staaten stehen die Kontakte und Konflikte Roms mit Antiochos III. und Philipp V. im Vordergrund und diese mit den Griechen von deren `Befreiung' durch T. Flaminius bis zur Zerstörung Korinths 146 v.Chr.. Außerdem werden die Politik Roms in Kleinasien bis zum Aristonikosaufstand und der Niedergang des Seleukidenreichs bis zum Makkabäeraufstand besprochen. Am Ende steht eine kritische Wertung der Politik Roms gegenüber den hellenistischen Großmächten. Wie C. feststellt, „ist die römische Expansion, vom Resultat her gesehen, alles andere als eine `Weltherrschaft wider Willen'. Doch ist es ebenso mißverständlich, die römische Politik als `imperialistisch' zu bezeichnen." (S. 66)
Dann folgen zwei Kapitel, die sich weitestgehend der inneren Entwicklung Roms im zweitem Jahrhundert widmen. Zuerst stellt C. u.a. die Veränderungen der Wirtschaftsstruktur in den Bereichen Agrarwirtschaft und Handwerk dar, wendet sich dann der Entwicklung der Sklaverei zu, um daraufhin die römische Führungsschicht exemplarisch an den Beispielen Marcus Cato und Scipio Aemilianus zu betrachten. Außerdem werden das Bundesgenossensystem sowie die Entwicklungen in den Bereichen Religion, Literatur und Kunst dargestellt. Darauf folgt eine ausführliche Darstellung und Bewertung der Reformversuche der Gracchen und ihrer Folgen. Diese wollten, wie C. feststellt, „allem Anschein nach keinen gewaltsamen Umsturz von Gesellschaft, Verfassung und Staat, sie haben ihn jedenfalls nicht planmäßig vorbereitet. Doch sie führten Situationen herbei, die durchaus in einen Umsturz münden konnten." (S. 148)
Jetzt wendet sich C. in den folgenden beiden Kapiteln der römischen Politik im Zeitalter des Marius und Sulla sowie dem Zusammenbruch des sullanischen Systems zu. Er skizziert die außenpolitischen Probleme und den Aufstieg des Marius in den Kriegen gegen Jughurta und die Kimbern und Teutonen, seine folgenreiche Heeresreform und sein innenpolitisches Scheitern in der Krisenzeit um das Jahr 100 v.Chr.. Daraufhin rückt der Konflikt mit den Bundesgenossen und der folgende Bundesgenossenkrieg in den Vordergrund, und schließlich der Bürgerkrieg zwischen Marius/Cinna und Sulla, der dann, unterbrochen von den Auseinandersetzungen mit Mithradates VI., mit dem Sieg und der Restaurationspolitik Sullas endete. Nach einer Einführenden Schilderung der Innenpolitik nach Sulla steht ganz die Person des Pompeius im Mittelpunkt. C. wendet sich dem Sertoriusaufstand, der Seeräuberfrage und dem Spartacusaufstand zu, um dann die großen Imperien des Pompeius und seine Neuordnung des gesamten Ostens zu besprechen, unterbrochen von einer Schilderung der catilinarischen Verschwörung. Das Kapitel endet mit einem Schlüsselereignis der römischen Geschichte, der Bildung des 1. Triumvirats, u.a. eine Folge der innenpolitischen Probleme des Pompeius nach seiner triumphalen Rückkehr.
Die Hauptperson des umfangreichen siebten Kapitel ist Caesar. Von seinem ersten Konsulat und der römischen Innenpolitik im Schatten der Triumvirn, über den schrittweisen Zerfall des Triumvirats - v.a. nach dem verlorenen Partherkrieg des Crassus - bis hin zur blutigen Unterwerfung Galliens wird der stetige Aufstieg Caesars nachgezeichnet. Dann folgen der Bürgerkrieg, Caesars Diktatur und schließlich die Iden des März. Am Ende steht eine kritische Würdigung des Lebens und Wirkens Caesars.
Im achten Kapitel wendet sich C. der Kultur- und Geistesgeschichte des 1. Jahrhunderts zu. Besprochen werden Entwicklungen im Bereich der Religion, Philosophie, Dichtung (Catull, Lukrez), Geschichtsschreibung (u.a. Polybius, Sallust), Rhetorik (L. Crassus, Hortensius, Cicero,...), Rechtswissenschaft, Wissenschaft (M. Varro) und Kunst.
Im letzten Kapitel bespricht C. den Aufstieg Octavians und die Begründung des Principats. Die unübersichtliche Lage nach dem Tod Caesars, das plötzliche Auftreten Octavians und die Rückkehr Ciceros auf die politische Bühne, der folgenden Konflikt mit Marcus Antonius und die Entwicklung bis zur Einigung zwischen Marcus Antonius und Octavian, dem 2. Triumvirat (mit Lepidus) werden geschildert. Dann wendet sich C. der Entwicklung dieses zweiten Triumvirats zu, dem langsamen aber immer deutlicher werdenden Aufstieg Octavians, der Ausschaltung des Sextus Pompeius und des Lepidus und schließlich dem Konflikt zwischen den beiden verbliebenen Triumvirn, der mit dem Untergang des Marcus Antonius endet.
Im Anhang finden sich eine ausführliche Zeittafel der wichtigsten Ereignisse jeweils im westlichen und östlichen Mittelmeerraum und Italien, eine thematisch geordnete und knapp kommentierte Bibliographie sowie ein Nachtrag dazu von 2000, ein Verzeichnis der Abbildungen und ein Register, das den Zugriff auf einzelne Themen sehr erleichtert. Karl Christ ist Prof. em. für Alte Geschichte, Universität Marburg, Dtld.
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