In welcher Gesellschaft leben wir? Wie haben sich die Bedingungen für Gesellschaftskritik gewandelt? Warum erleben wir eine seit mehr als 25 Jahren andauernde allgemeine Krise? Wie wird die Gesellschaft in einigen Jahrzehnten aussehen? Gibt es Auswege aus der Krise, die eine nachhaltige Entwicklung einleiten?
Teil 1 dieses Buches beschäftigt sich in einigen Aufsätzen mit der Aktualität des Denken des Philosophen und Gesellschaftskritikers Herbert Marcuse. Insbesondere Visionen einer besseren Gesellschaft und die Betonung der Notwendigkeit des aktiven, selbstorganisierten Handelns der Menschen gegen alle Formen der Unterdrückung sind Ideen Marcuses, denen heute für die Lösung der großen gesellschaftlichen Probleme besondere Bedeutung zukommt.
Teil 2 diskutiert aktuelle gesellschaftliche Veränderungen und die Krise der bestehenden Gesellschaftsformation. Dazu werden verschiedene krisentheoretische Ansätze vorgestellt (Regulationstheorie, marxistische Krisentheorie, Neoschumpterismus) und ihre Erklärungen geprüft. Des weiteren wird ein allgemeines Modell entwickelt, dass die kapitalistische Gesellschaftsformation als antagonistisches, krisenhaftes, komplexes System begreift. Mit dessen Hilfe wird die anhaltende Gesellschaftskrise erklärt.
Die Entwicklung der modernen Gesellschaft hat an einen Punkt geführt, in dem die Ambivalenz einerseits großer Risiken (Zerstörung der Menschheit etc.), andererseits großer Chancen auf positive, progressive Veränderungen besteht. Die weitere Entwicklung ist offen, ist aber insbesondere davon abhängig, ob es den Menschen gelingt, aus der anhaltenden Verwaltung des Denkens auszubrechen und ihre Selbstorganisationspotentiale zu verwirklichen.
Auch erhältlich ist der erste Teil dieser Arbeit („Soziale Selbstorganisation im informationsgesellschaftlichen Kapitalismus“)