Der in Freiburg umtriebige Comedy-Artist, Literat und Exil-Bayer Jess Jochimsen legt uns mit dem Krippenspiel ein ganz besonderes Schmankerl unter den Christbaum, gleich neben die verunsichert blickenden Maria und Josef und die Krippe, welche nicht als einzige eine Opferrolle in dieser "Kinderheitskatastrophe nicht nur zu Weihnachten" einnimmt. Der Erzähler enttarnt das eiserne Regime der Handarbeitslehrerin, die wahren Absichten des Heiligen Geistes mit einer Treffsichheit aufs Zwerchfell, dass es eine wahre Wonne ist! Und oblgeich, oder gerade weil die Performance gegen Ende entgültig aus abendländischen Vorstellungen driftet, ist den unmündigen Grundschülern, die in Rollen wie Ochse und Esel, Bahnangestellter auf der Strecke München-Bethlehem genötigt werden oder einen Vertreter der bewaffneten Hirten-Freischärler stellen, der Applaus der Eltern sicher! Und so ist das Krippenspiel eine in Grundidee als auch Ausarbeitung eine Geschichte, die durch ihren Authenzitätsfaktor nur noch an Format gewinnt und fast schon ein modernes Märchen darstellt! Hierfür und für die verbale Ausdruckskraft und die facettenreiche Umsetzung gibt's die Höchstzahl von 5 Sternen!