An der Krimininologieeinführung von Schwind scheiden sich die Geister! Die einen geißeln ihn: eine reißerisches, unwissenschaftliches Buch! Die anderen überschlagen sich vor Begeisterung: ein Standardwerk der Kriminologie! Beide Bewertungen sind jedoch oberflächlich und werden dem Buch nicht gerecht. Vielmehr liegt die Wahrheit - wie so oft - in der Mitte. Mit dem Buch gibt der Autor - als Professor und ehemaliger Justizminister des Landes Niedersachsen ein profunder Kenner der Materie - einen Überblick über den aktuellen Stand der Kriminologie. Dabei streift er neben den klassischen Fragen der Kriminologie - und hierin liegt die große Leistung des Werkes! - faktisch alle derzeit diskutierten Problemfelder der Wissenschaft vom Verbrechen. Man findet ebenso Abschnitte über die Entstehung des Verbrechens wie über den Zusammenhang von Medien und Kriminalität, ebenso Kapitel über Jugendkriminalität wie über den Zusammenhang zwischen Architektur und Verbrechen und kommunale Kriminalprävention. Dabei berücksichtigt der Autor vor allem auch die Anforderungen der universitären Ausbildungsordnungen. Dies alles geschieht in einer derart verständlichen, zugleich Fachbegriffe aber nicht scheuenden Diktion und verbunden mit einer Reichhaltigkeit an Verweisen auf weiterführende Literatur, dass man sich vor dem Buch nur verbeugen kann! Andererseits handelt es sich aber eben nur um eine Einführung. Dementsprechend kommen Kritik und Entwicklung einer eigenen Kriminalitätserklärung eher zu kurz. Letzteres kann und will das Buch aber auch gar nicht leisten! Es ist mithin weniger Handbuch denn Studienbuch, weniger Lehrwerk denn Grundlegung. Als solches ist es aber in Ermangelung vergleichbarer Werke unendlich wertvoll und eignet sich sowohl für die erste Einarbeitung in die Materie wie das schnelle Repitorium vor dem Examen in hervorragendem Maße.