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Kriminalgeschichte des Christentums: Die Alte Kirche
 
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Kriminalgeschichte des Christentums: Die Alte Kirche [Taschenbuch]

Karlheinz Deschner
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 720 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 3 (2. Dezember 1996)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 349960244X
  • ISBN-13: 978-3499602443
  • Größe und/oder Gewicht: 18,9 x 12,8 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Anders als in den beiden ersten Bänden seiner "Kriminalgeschichte des Christentums", die chronologisch darstellen, mustert Deschner in diesem dritten das antike Christentum in epochalen Längsschnitten systematisch nach bedeutsamen, bisher jedoch regelmäßig kaschierten Verbrechensschwerpunkten: das christliche Fälschungswesen, der Wunder- und Reliquienschwindel, die Wallfahrtswirtschaft, das bildungsfeindliche Erziehungsprogramm und die doppelzüngige Soziallehre bzw. die tatsächliche Sozialpolitik der Großkirche.

Über den Autor

Karlheinz Deschner, geboren 1924 in Bamberg. Im Krieg Soldat, schloß sein Studium der Theologie, Philosophie, Literaturwissenschaft und Geschichte mit der Promotion ab. Seit 1957 veröffentlicht Deschner seine entlarvenden und provozierenden Geschichtswerke zur Religions- und Kirchenkritik. Der forschende Schriftsteller lebt in Haßfurt am Main. Für sein aufklärerisches Engagement und für sein literarisches Werk wurde Karlheinz Deschner 1988 - nach Wolfgang Koeppen, Hans Wollschläger, Peter Rühmkorf - mit dem Arno-Schmidt-Preis ausgezeichnet. Im Juni 1993 erhielt er - nach Walter Jens, Dieter Hildebrandt, Gerhard Zwerenz, Robert Jungk - den Alternativen Büchnerpreis und im Juli 1993 - nach Andrej Sacharow und Alexander Dubcek - als erster Deutscher mit dem International Humanist Award. Im September 2001 erhielt Deschner den Erwin-Fischer-Preis des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten, im November 2001 den Ludwig-Feuerbach-Preis des Bundes für Geistesfreiheit Bayern, Augsburg. Der forschende Autor lebt in dem tief katholisch geprägten Frankenstädtchen Haßfurt am Main und bereitet Band 10 vor.


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21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Selig, die da lesen und die Konsequenzen ziehen, 10. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Kriminalgeschichte des Christentums: Die Alte Kirche (Taschenbuch)
Dieser 3. Band ist unter verschiedenen Gesichtspunkten besonders interessant.

Man pflegt sehr häufig, die von Deschner aufgezeigten Verfehlungen des katholischen Christentums dem jeweiligen Zeitgeist zuzuschreiben. Christen seien halt auch nur Kinder ihrer Zeit und man müsse die Dinge aus ihrer Zeit heraus verstehen.

Zunächst einmal liesse sich hier fragen, warum nicht auch Ausschwitz oder andere zeitgenössische Genozide unter die gleiche Rubrik fallen.
Ferner: Je mehr man die soziologische Determiniertheit menschlichen Handelns betont, desto mehr gerät man in Widerspruch zum Dogma menschlicher Willensfreiheit und Schuld.
Ausserdem spricht man kraft diesen Arguments der katholischen Glaubenspraxis, ihren Gebeten und Ritualen, ab, Ursprung bzw. Quelle einer den Menschen läuternden und veredelnden Kraft zu sein.
Doch abgesehen von diesen allgemeinen Überlegungen zeigt Deschner im vorliegenden dritten Band, wie sehr das katholische Christentum sich bereits in der Antike zu einer kultur- und zivilisationsprägenden Instanz entwickelte.
Sein monotheistischer Absolutheitsanspruch, welcher der römisch-griechischen bzw. hellenistischen Welt fremd war, zog eine seit Konstantin systematisch betriebende Ausrottung konkurrierender Weltanschauungen nach sich, die Deschner sehr schön im Kapitel mit der Überschrift "Vernichtung" aufarbeitet.
Die Kirche vollzog auf diese Weise eine religiöse bzw. ideengeschichtliche Gleichschaltung, deren geographische und chronologische Dimension in der Geschichte vermutlich einzigartig dasteht und deren Intensität vielleicht nur in kommunistischen Totalitarismen des 20. Jahrhunderts eine Parallele findet.
Mit anderen Worten: Die katholische Kirche war nicht Opfer des Zeitgeistes, sondern selber Urheber des Zeitgeistes!
So hat Deschner völlig recht, wenn er im 4. Band (Rowohlt, 1997, S. 325) schreibt:
"Ergo gehört diese nicht zufällig so gerne strapazierte, weil historisch alles "verstehbar", moralisch alles "entschuldbar" machende Floskel zum Lieblingsvokablar ordinierter Anpasser oder Schwachköpfe (häufig beides) und engültig auf den Müllhaufen ausgedienter Apologetentricks. Sie hat, nicht immer, doch in der gängigen Praxis fast stets eine Verharmlosungs-, Entlastungs- und Schönfärbefunktion."

Und wer erfahren will, wieviel wir dem Christentum tatsächlich an der Überlieferung heidnisch-antiken Schrifttums verdanken, dem sei diese Lektüre aus den bereits oben angedeuteten Gründen ans Herz gelegt.

Und schliesslich kann Deschner im Kapitel "Fälschung" nachweisen, dass der von der katholischen Kirche postulierte apostolische Ursprung ihrer kanonischen Schriften auf Sand gebaut ist, ja deren ganze Überlieferungsgeschichte durch die abenteuerlichsten Abstrusitäten gekennzeichnet ist.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Erst mühsam - dann Augenöffner, 25. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Kriminalgeschichte des Christentums: Die Alte Kirche (Taschenbuch)
Zunächst dachte ich, dieses Buch sei gerade eine unglaubliche Fleißarbeit, ohne neue Erkenntnisse für mich. Zumindest hatte ich wegen des Titels eine spannendere Lektüre erwartet. Tatsächlich waren mir die beschriebenen Fälschungen, Betrügereien und Verdummungen nichts Neues. Dies alles war mir nur eine Bestätigung für meine Entscheidung, vor vielen Jahren als Jugendlicher die Kirche zu verlassen. Mit weiterem Studium ging mir aber auf, daß Deschner mir in einer ganz wesentlichen Hinsicht die Augen geöffnet hatte. Vor der Lektüre dieses Buches war mir nicht in diesem Umfange klar, wie gewalttätig (inklusive Mord und Terror) die christliche Kirche jahrhundertelang gegen Andersdenkende und deren Kultur vorgegangen war (abgesehen von der mir bekannten unsäglichen Inquisition).
Bei meinen Reisen durch Griechenland hatte ich mich immer wieder gefragt, wie denn all dessen herrliche Kulturplätze so zerstört worden waren. Kriege und Erdbeben fielen als Schuldige für diese absolut durchgehende und umfangreiche Vernichtung aus. Jetzt weiß ich, wer das getan hat. Die christliche Kirche hat sich in ihrer Zerstörungswut in keiner Weise von anderen wütenden Machthabern dieser Welt unterschieden, die die Kultur ihrer Vorgänger versuchten auszulöschen. Die immer wieder auftauchende Berufung auf die Christenverfolgungen erscheint mir nun in völlig neuem Licht. Christliche "Opfer" wurden, wie andere Opfer natürlich auch, ziemlich oft wieder zu "Tätern", die unter dem Vorwand der einzig gültigen Wahrheit mit unfaßbarer Gewalt gegen andere Menschen vorgingen. Wobei es jedoch immer nur um materielle und machthaberische Interessen ging. Ich erinnere nur an die Ausrottung der amerikanischen Indianer durch die aus England vertriebenen christlichen Puritaner. Wenn mir in Zukunft noch einmal jemand vorhalten würde, daß der Koran zur Gewalt aufrufe, dem werde ich empfehlen, die Bibel zu lesen.
Ich empfehle jedem Zweifler, Deschners Kriminalgeschichte des Christentums zu lesen.
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27 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die Geschichte Europas, ideologisch bereinigt, 14. Juni 2004
Von 
Rezension bezieht sich auf: Kriminalgeschichte des Christentums: Die Alte Kirche (Taschenbuch)
nur wenige Menschen wissen, daß es nicht die Antike war und auch nicht die Germanen, welche Europa ursprünglich prägten, sondern die Kelten mit einer, das heutige Europa umspannenden Kultur, deren Einheitlichkeit sich vom heutigen Jugoslawien über Norditalien bis zum Main, dann südlich der Pyrenäen, westlich des Rheins bis nach Schottland und Irland erstreckte, ohne daß sie durch zentralisitisch organisierte auf militärischer Despothie beruhender Gewalten bedurfte. Eben eine Kultur!
Nun sind die Kelten nicht Deschners Thema. Aber seine entideologisierte "Abendländische Weltgeschichte" macht deutlich, wie die Germanen mit Hilfe der Pfaffen die Unsitte römischer Herrschaftshierarchien erlernten und damit begannen, in der Fortsetzung des Erbes Roms als "1. Heiliges römisches Reich Deutscher Nation", das Gesicht Europas zu bis zur Unkenntlichkeit zu brandmarken. Auch die moderne Demokratie ist nur ein verblendeter Abklatsch dieser auf der militärischen Despotie beruhenden bürokartischen Staatsideologie, welche von nahezu allen Brotgelehrten - staatstreu - zum glorifizierten Erbe der Antike hochstilisiert wurde.
Während sie früher auf manifester Gewalt basierte, schöpft sie sie heute heute ihre Legitimatioin aus verinnerlichten Zwängen und Ideologien, welche das real existierende zentralistische, autoritäre und autokratische Staatsgebilde hinter den irrwitzigsten demokratisch genannten Institutionen verstecken, ein mühselig über die Jahrhunderte christlich/germanischer Despotie durch die nackte Gewalt installierte Organisation struktureller Gewalt, welche wie nie zuvor flächendeckend und bis tief in die Herzen der Menschen hinein sich anschickt zur globalen Zivilisation der so Ziviliserten zu werden und hierzu mit dem Krieg auch den Handel mißbraucht, wie eh und je.
Wer Deschner gelesen hat, wird diesen Verblendungszusammenhang leichter durchschauen. Deschner sei Dank für dieses Lebenswerk.
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