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Kriminalgeschichte des Christentums. Band 7: 13. und 14. Jahrhundert: 13. und 14. Jahrhundert. Von Kaiser Heinrich VI. (1190) zu Kaiser Ludwig IV. dem Bayern (1347): BD 7
 
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Kriminalgeschichte des Christentums. Band 7: 13. und 14. Jahrhundert: 13. und 14. Jahrhundert. Von Kaiser Heinrich VI. (1190) zu Kaiser Ludwig IV. dem Bayern (1347): BD 7 [Gebundene Ausgabe]

Karlheinz Deschner
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Kriminalgeschichte des Christentums. Band 7: 13. und 14. Jahrhundert: 13. und 14. Jahrhundert. Von Kaiser Heinrich VI. (1190) zu Kaiser Ludwig IV. dem Bayern (1347): BD 7 + Kriminalgeschichte des Christentums. Band 6: 11. und 12. Jahrhundert. Von Kaiser Heinrich II., dem "Heiligen" (1002), bis zum Ende des Dritten ... zum Ende des Dritten Kreuzzugs (1192): BD 6 + Kriminalgeschichte des Christentums. Band 8: Das 15. und 16. Jahrhundert. Vom Exil der Päpste in Avignon bis zum Augsburger Religionsfrieden: BD 8
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
  • Verlag: rowohlt; Auflage: 1. Ausgabe (9. Januar 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3498013203
  • ISBN-13: 978-3498013202
  • Größe und/oder Gewicht: 22,1 x 15,2 x 4,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 357.474 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Karlheinz Deschner
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Grau in Rot
«Christliche» Kriminalgeschichte
LL. Karlheinz Deschner ist der markanteste und folgerichtig umstrittenste Kritiker der Geschichte des Christentums, insbesondere der Geschichte der katholischen Kirche. Für sein riesiges Lebenswerk ist er nach dem Arno-Schmidt-, dem alternativen Büchnerpreis, dem International Humanist Award jüngst mit weiteren Preisen – dem Ludwig-Feuerbach-, dem Erwin-Fischer-Preis – ausgezeichnet worden. Von seinem monumentalen Hauptwerk, der Kriminal-, der Verbrechensgeschichte des Christentums, legt der 77-Jährige nun den siebenten Band vor, der das 13. und 14. Jahrhundert umfasst. Es ist die Zeit andauernder Kämpfe zwischen Papst- und Kaisertum – und von «Kreuzzügen allerorten», externen im sogenannten «Heiligen Land», internen gegen Albigenser, Waldenser . . . Die Inquisition beginnt. Und das «christliche Judenmorden» nimmt seinen Fortgang. Die Monotonie fortgesetzter Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Zeichen einer angeblichen Liebesreligion könnte ermüdend wirken und der kritischen Intention unfreiwillig abträglich sein. Malt die Philosophie ihr Grau in Grau, so die Kriminalhistorie ihr Rot in Rot: blutige Monochromie. Doch Deschner ist auch in der Rolle des Historikers vorab Schriftsteller. Sein Sinn für den brutalen Zynismus der Geschichte, die grausame Dissonanz von Lehre und Wirklichkeit lässt sich die bösen Pointen nicht entgehen. Der Freitag, die Stunde von Golgatha, ist offenbar die gnadenreichste Stunde, die Feinde Gottes zu massakrieren. Im sogenannten «Kinderkreuzzug» ziehen Halbwüchsige für den göttlichen Kinderfreund ins Verderben. Der gerne idealisierte Kaiser Friedrich II., der edle Falkner, Humanist, Islamist, horstend über den Niederungen im Castel del Monte, stürzt aus seiner Höhe ab. Papst Cölestin V., der einzige Papst, der freiwillig demissionierte, den noch Reinhold Schneider ob seines «grossen Verzichts» rühmte, überlässt als tumber Tor – so muss man ihn nicht sehen – dem eiskalten Kalkulator und freimütigen Atheisten auf dem Papstthron, Bonifaz VIII., das Feld. Und die milde Gottesmutter segnet als neue Durga-Kali bei jedem Kreuzzug die Waffen . . . Kurzum: Deschners Kriminalgeschichte hat auch hier ihren Ruf redlich verdient.

Pressestimmen

"Als 'markantesten' und 'umstrittensten' Kritiker der Geschichte des Christentums stellt der LL zeichnende Rezensent Karlheinz Deschner vor, von dem nun der siebente Band seines 'monumentalen Hauptwerks', der Kriminal-, der Verbrechensgeschichte des Christentums vorliegt, der das 13. und 14. Jahrhundert umfasst. Es ist die Zeit permanenter Kämpfe zwischen Papst- und Kaisertum, der Kreuzzüge, und der beginnenden Inquisition, weiß der Rezensent. Seine anfängliche Befürchtung, die Schilderung fortgesetzter Verbrechen im Namen einer angeblichen Liebesreligion, könnte wegen ihrer Monotonie auf Dauer ermüdend wirken und der kritischen Intention unfreiwillig zuwiderlaufen, erweißt sich als grundlos. Denn Deschner zeigt sich für den Rezensenten auch in der Rolle des Historikers in erster Linie als Schriftsteller. Deschners Sinn für den brutalen Zynismus der Geschichte, die grausame Dissonanz von Lehre und Wirklichkeit, lasse sich die bösen Pointen nicht entgehen. Resümee des Rezensenten: "Deschners Kriminalgeschichte hat auch hier ihren Ruf redlich verdient." (NZZ, 6.8.2002)

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Format:Gebundene Ausgabe
Die Geschichte im siebten Band handelt von Kaiser Heinrich VI. und Papst Coelestin III., die Tuskulum dem Erdboden gleichmachten und um Sizilien stritten; vom Großverbrecher und Massenmörder Papst Innozenz III., dem mächtigste Papst der Geschichte. Was tat er? Was war er? Er schürte den Thronstreit zwischen Staufern und Welfen und achtet darauf, dass der deutsche Bürgerkrieg nicht zum Erliegen kommt. Er war von klassischem Größenwahn befallen und erstrebte nichts weniger als die Weltherrschaft. Er initiiert nicht nur den Vierten Kreuzzug, läßt Zadar und Byzanz plündern, sondern er führt auch Krieg in Spanien gegen die "Ungläubigen", in seine Zeit fällt der stets geleugnete Kinderkreuzzug und die Kreuzzüge gegen die Albigenser und Waldenser, also Christen gegen Christen. Die ersten Ketzer werden verbrannt und "das heimtückische, verräterische und betrügerische Rom" legt die Maske der Armut an; womit es nicht durchkommt. Es folgen die Kreuzzüge gegen Balten, Preußen und Stedinger - immens grausame Genozide, simple Abschlachtereien zu Tausenden im Namen Christi und der "Mutter Gottes". Unbeschreiblich, was dieser Papst angerichtet hat, was dieser "Mensch" gesegnet und gepredigt hat. Das grausame Kapitel der Inquisition, das Deschner auf knapp 30 Seiten behanelt, dauert Jahrhunderte, hat ganze Landstriche entvölkert, verarmt, verelendet. Es wird die Verleumdung der Eltern von den eigenen Kindern verlangt (sonst verlor man das Erbrecht) und umgekehrt; auch noch posthum konnte man der Ketzerei angeklagt werden, damit die Nachkommen enterbt und selbstredend der Klerus sich das Erbe unter den Nagel reissen konnte und damit unheimlich reich wurde. Das war auch der Hauptantrieb: Konfiskation der Güter. Alles um des "Seelenheiles" willen! Kerkerstrafen, unvorstellbar grausam, bis den Elenden das Fleisch von den Leibern faulte oder bis sie von Ratten und Maden bei lebendigem Leib aufgefressen wurden. Das ist nicht mehr kriminell, das ist schon unmenschlich, unnatürlich, bestialisch. Deschner schreibt richtig, dass nicht einmal Hitlers KZ-Schergen mit derartigem "Eifer", derartig besessen Menschen verfolgt haben (weil sie auch dadurch persönlich nicht reich wurden). Das achte Kapitel handelt vom Dauerkrieg zwischen Papst Innozenz III. und Kaiser Friedrich II., der auf klerikaler Seite mit Lügen und Mordanschlägen gegen den Kaiser geführt wird, der aber immer wieder die Aussöhnung mit dem Papst sucht! Bürgerkrieg in Deutschland, vom Papst entfacht und geschürt, Krieg, vom Papst selber gegen Friedrich geführt - es fehlt nichts an Falschheit und krimineller Energie auf Seiten der Kirche. Das Ende der Staufer, der Aufstieg der Anjou, die nachfolgenden Päpste werden nicht alt ...; dann kommen die Habsburger mit Rudolf, der sich gleich dem Papst zu Füßen wirft; ein Kapitel wieder mal über den Nepotismus (v.a. von Papst Nikolaus III.), die Sizilianische Vesper, ein wochenlanges Massaker; die "Pro Domo"-Politik von Rudolf von Habsburg und das Verwirrspiel um seinen Nachfolger Adolf von Nassau, "von Gott abgesetzt und umgebracht"; dessen Nachfolger wird ebenfalls ermordet. Man staunte schon im 14. Jh. darüber, dass Rudolf eines natürlichen Todes starb. Ein eigenes Kapitel bildet die Judenverfolgung, in dem Deschner in kurzen Zügen nochmal die letzen Jahrhunderte Revue passieren lässt. Wen wundert's, wenn im hochkatholischen Spanien die meisten Juden verfolgt wurden? Dass die Moslems wesentlich toleranter gegenüber Juden und Christen waren als Christen gegenüber ihresgleichen? Die Auflistung der Judenpogrome in Spanien, Frankreich, Deutschland zeigt überall die gleichen Ursachen: klerikale Verhetzung. Aufschlußreich sind die letzten Kapitel über die "französischen" Päpste in Avignon und die gleichzeitigen Zustände in Rom (und Avignon); die Ausrottung der Templer - vor allem die Ursachen dafür: Geld- und Machtgier! - und schließlich der Kampf Kaiser Ludwigs IV. d. Bayers gegen Papst Johann XXII., wo beide horrende Summen für den Kriegsdienst verschleudern, während die Menschen in Deutschland und Italien zu hunderttausenden verhungern. Ein gewaltiges Epos, ein gewaltige Autor!
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20 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Keine Erbauungsliteratur 24. Februar 2003
Format:Gebundene Ausgabe
Angesichts aller Erbauungs- und Beschwichtigungsliteratur ist Deschners Geschichtswerk ohnegleichen. Diese Kriminalgeschichte kompensiert alle Beschönigung der "Untaten in guter Absicht", wie sie in zehntausenden von Titeln die Bücherwände und Bibliotheken als "Sekundär- und Tertiärliteratur" des Christentums überschwemmen. Mit ihrer umfassenden Darstellung einer Unmasse von Tatsachen, welche in der Literatur zwar bekannt, aber für normale Menschen verborgen sind, schafft die Kriminalgeschichte große Erkenntnis. "Zehntausenden Titeln" ist hier symbolisch gemeint; es werden gewiß noch viel mehr sein, aber diese Zahl wird auch dem Räuber David, dem ersten Massenmörder der aufgeschriebenen Heilsgeschichte, zugewiesen, er habe sie ge- oder erschlagen. ("ge" oder "er"? Wenn Sie es nicht wissen, schauen Sie selbst nach: 1. Buch Samuel, Kapitel 18. ... und lesen Sie sich fest!)
Dazu nebenbei meine Empfehlung: "Der König David Bericht" von Stefan Heym. Darin wird wie wahrheitsgemäß berichtet, daß in Salomos Diktatur Ethan ben Hoshaja, der Weiseste der Weisen, in die Bredouille gebracht wird, als er jenen Bericht schreiben mußte, welcher schließlich doch im AT (Bücher Samuel-1 ab Kapitel 16 bis Könige Kapitel 6) untergebracht wurde. Er ließ sich offensichtlich als zu bekannt damals nicht mehr unterdrücken, nur beschönigen. Das Buch zu lesen ist ein Vergnügen. Ende der ersten Abschweifung.
Deschner hat die Tatsachen und Niederschriften über die christlichen Untaten in seinem Lebenswerk für uns Normalleser erschlossen, und welche Quellen es dafür überhaupt gibt in großem Stil zusammengefaßt: Der staunende Zweifler kann in Bibliotheken nachlesen, er muß nicht selbst forschen, suchen und sich mühen.
Ebenfalls nebenbei: Sekundärliteratur sind theologische Deutungen, Kirchenväterlichkeiten, Umdeutung und Hermeneutik; Tertiärliteratur faßt alles davon Abgeschriebene und Interpretierte zusammen, und selbstverständlich läßt sich Tertiärliteratur zweiten, dritten usw. Grades bestimmen oder Quartärliteratur definieren, welche dann unversehens "wissenschaftlich" wird und zur Erlangung akademischer Titel gut geeignet ist.
Egal, die Abschreiber und Hineindeuter sind Legion(en), unzählige! Im Teiche der feisten Religionskarpfen aber tummelt sich der Antichrist Deschner als Hecht, und sie kommen ihm partout nicht bei, es gelingt ihnen einfach nicht, denn alles, was er schreibt, ist akribisch belegt und fundiert. Er wäre längst zerrissen und zerfleischt, gäbe er sich eine Blöße. Wäre er mit seinem Werk nur verwundbar, und von den (heute) zahnlosen Würmerfressern - ich meine die Karpfen - mit Aussicht auf Erfolg zu attackieren, hätte es längst aufgehört zu existieren, wäre vom Verlag eingestellt worden, und der Autor hätte den Kopf beschämt einziehen müssen. Das Gegenteil ist der Fall. Deschner gilt heute als der Kirchen- und Christentumskritiker des Jahrhunderts oder überhaupt als der bedeutendste von allen. Wobei dies freilich kein Wunder ist, denn in früheren Zeiten sind solche wie er dem Feuer überantwortet worden, bevor sie ihr Werk zuende denken konnten, wie Giardano Bruno im Jahr 1600, beispielsweise.
Dennoch lesen auch heute die Funktionäre und Adepten der christlichen Religion mit Vorliebe, nein: mit Vorhaß gequält, Deschner und lesen jedes Wort akribisch auch, um es zu prüfen, auch gleichsam von rückwärts wie jener vortreffliche Junge aus Lichtenbergs Bekanntschaft, der, als er kaum sechs Jahre alt war, schon das Vaterunser rückwärts herbeten konnte.
Was wird gegen ihn angeführt, gegen Deschner, um ihn wenigstens ein wenig zu attackieren, um nicht hilf- und wortlos zu erscheinen, von denen, die schon noch im Glauben verhaftet sind? - Nichts Bedeutendes: Daß er die "guten Absichten" (s.o.) nicht würdige, daß seine spirituelle Kompetenz zu wünschen übrig lasse, daß er angesichts der kriminellen Machenschaften nur selektiv wahrnehme und banale Vorwürfe erhebe, anstatt tief-existentielle Versenkung in Gottes Unendlichkeit zu üben; er bliebe an der Oberfläche und berühre nicht zutiefst menschlichen Seinsurgrund wie die wahrhaft tiefgründigen Denker. Die Kritiker also stellen sich als hilflos und mental im Hintertreffen dar, nur an Zahl, an "Köpfen", sind sie ihm hoffnungslos überlegen.
Gegen "Köpfe" oder gar "Denker" in diesem Zusammenhang hätte ich freilich Einwände, zutiefste, aber ich will ja hier nur Deschners Buch besprechen. Also folgen noch einige Hinweise auf einzelne Kapitel des siebenten Bandes. Unabhängig davon sei schon jetzt empfohlen: Wer beispielsweise eine teure Rolex oder mehrere Paar Hosen hat oder sonst welche Wertsachen, mache diese zu Geld und schaffe sich alle bisherigen Bände an.
Die 14 Kapitel des siebenten Bandes betreffen die Jahre 1190 bis 1347; sie sind geprägt von Zweikämpfen zwischen Kaisern und Königen einerseits und Päpsten andererseits, rückhaltlos nur um die Macht: also Heinriche, Friedriche, Ludwige, Rudolfs usw. gegen Coelestine, Gregoren, Innozenzien, Bonifaze etc. Es ist die Zeit der Kreuzzüge nicht nur in Richtung "Heiliges Land", inklusive des Kinderkreuzugs 1212, sondern auch gegen Katharer, Albigenser, Balten, Templer und natürlich Juden. Die Inquisition wird erfunden und besonders in Spanien, aber auch überall in der christlichen Welt, oft mit inbrünstiger Entschlossenheit ausgeübt.
Das Ausmaß des Grauens die Jahrhunderte entlang wird nach den "uns" vorliegenden Berichten berichtet; das wirkliche Leiden der einzelnen aber, auch der wirklich gutgläubigen, die in die Fänge derer kamen, die sich an höheren Werten orientierten, an (um) Gottes Willen also, kann nicht geschildert werden. Dafür sind die Leserinnen und Leser da, um es sich ein bißchen vorzustellen, sich die Verzweiflung auszumalen im gemütlichen Sessel unter der Leselampe, wie Frauen und Männer in den Verließen bei Schmerz und Elend verdorrten.
Wenn jedoch auch in solchen Momenten die vermeintlichen Übeltäter und Sünderinnen den Glauben nicht verloren haben, erfuhren sie die Tröstung, daß jenseits aller Vernunft und jenseits ihres Erdendaseins sie, respektive ihre Seele, gewiß doch selig werden könnten. Um diese Erbauung zu schaffen - und das ist keine Übertreibung - ließ "man" sie unerträglich leiden, zur höheren Ehre dessen, der alles geschaffen hat. - Gibt es solche Perversionen heute eigentlich immer noch? Wahrscheinlich zuhauf.
Wer aber "man" war, also jene Persönlichkeiten, die das Leiden organisiert haben, und ihre vermutlichen Motive, darüber gibt Karlheinz Deschners Werk umfassend Auskunft.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Pflichtlektüre! 25. Mai 2007
Format:Gebundene Ausgabe
Auch dieser Band seiner Kriminalgeschichte des Christentums zeigt Deschner voll auf seiner Höhe. Seine Gabe, die Dinge prägnant auf den Punkt zu bringen, der energische Schwung seiner Rede erinnern deutlich an Nietzsche; sein Talent, Pfeile pointenreich zugespitzt mit einer saftigen Dosis Satire zu verschiessen, an Voltaire.

Endlich einer, der die Dinge beim Namen nennt!

Dass des Lesers Begeisterung indessen nicht vollends in lauten Jubel ausbricht, liegt in der Sache selbst begründet. Denn was Deschner da vor unseren Augen wiederauferstehen und Revue passieren lässt, ist ein unübersehbares Meer der menschlichen Niedertracht, des vor keiner Grausamkeit zurückschreckenden Machttriebs und unvorstellbaren Leidens. Dem Leser bleibt das Lachen gewissermassen im Halse stecken. Auch wenn diese Ereignisse sieben- bis achthundert Jahre zurückliegen, erfüllen sie uns doch mit einer Mischung aus tiefer Empörung und bestürzter Anteilnahme.

Wer sich mit dieser bewegten Epoche beschäftigt, für den führt kein Weg am vorliegenden Werk vorbei. Denn angesichts der fundamentalen Bedeutung der Kirche für die abendländische Geschichte ist Deschners Kriminalgeschichte ebenso wie sein ganzes Werk keineswegs nur von religions- oder kirchengeschichtlichem Interesse.

Was Deschner da ans Tageslicht schafft, sind gewöhnlich Vorgänge, die von der gängigen Geschichtsschreibung notorisch verzerrt, beschönigt oder einfach unterschlagen werden. Deschner lässt es sich denn auch nicht nehmen, immer wieder die betreffenden geradezu skandalösen Passagen der sogenannten Referenz- und Standardwerke zu zitieren.

Es mag nun überaus verwunderlich erscheinen, wie man nach der Lektüre Deschners überhaupt noch Katholik sein kann. Doch erstens kann man Deschners Behauptungen schlicht apriori anzweifeln und sich damit zufrieden geben. Denn wäre er ernstzunehmen, hätte die Kirche dann nicht schon längst einen ihrer vielen klugen Geister entsandt, um ihm das Handwerk zu legen? Oder man sagt sich, jene Zeiten seien nun mal rauh und auch die Diener Gottes Kinder ihrer Zeit gewesen. Und vor allem: die heutige Kirche sei nun mal ganz anders. So entledigt man sich des ganzen Deschner mit einer Handbewegung, rettet seinen Glauben und Punkt.

Hier fehlt gewissermassen ein Deschner zweiter Instanz, der nachsetzte und derlei Argumentationen den Fluchtweg abschneidet.

Ferner ist in der Tat verwunderlich, warum die Kirche Deschners Fehdehandschuh nicht aufgenommen hat und offenbar vorzieht, ihn totzuschweigen. Wo sind die einst für ihren Scharfsinn bekannten Jesuiten, wo die katholischen Historiker? Man möchte ihnen zurufen: 'Stehet auf und werfet nieder Euren mächtigen Widersacher aus Hassfurt!'

Aber vielleicht hat man ja nicht mehr als das berühmte Haar in der Suppe gefunden. Vielleicht weiss man, dass man in einer offenen Auseinandersetzung den Kürzeren ziehen würde.

Dass man ihm unterdessen nicht am Zeug hat flicken können ist ausgesprochen erstaunlich. Denn wenn Deschner zwar mit Hilfe zahlreicher Gelehrter, aber doch letztlich als einzelner die herkulische Aufgabe unternonmen hat, zwei Jahrtausende abendländischer Geschichte aufzuarbeiten, wäre nur allzu natürlich, wenn ihm dabei sogar zahlreiche historische Ungenauigkeiten unterliefen.

Und doch: angesichts der Tatsache, dass ihm bereits 80 Lebensjahre vergönnt waren, möchte man doch fast wieder an die Existenz Gottes glauben. Gebe dieser also, dass Deschner und seinem Schaffen noch viele Jahre beschieden sein mögen!

Und schliesslich vergesse man nicht, der Wahrheit auch in unseren Schulbüchern zu ihrem Recht zu verhelfen. Gemäss dem biblischen Gebot: Du sollst nicht lügen.
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