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Kriminalchronik des dritten Reiches Bd. 2: 1938-1945 [Gebundene Ausgabe]

Wolfgang Krüger , Michael Kirchschlager
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Kirchschlager; Auflage: 1., Aufl. (Oktober 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3934277241
  • ISBN-13: 978-3934277243
  • Größe und/oder Gewicht: 23 x 16 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 393.186 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)


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5.0 von 5 Sternen Die lang ersehnte Fortsetzung... 3. November 2010
Von Eskalina TOP 500 REZENSENT
Nachdem ich schon den ersten Teil "Kriminalchronik des Dritten Reiches - Band 1" gelesen habe, habe ich mir nun auch den zweiten Band, der den Zeitraum 1938-1945 umfasst, zugelegt.
Es sind nicht nur die vielen gut recherchierten Fälle, die dieses Pitaval so interessant machen, es sind auch die Geschichten und Schauplätze drumherum, die ein umfangreiches Zeitzeugnis ablegen und außerdem Einblick in die Arbeit der Strafjustiz geben. Die ganz alltäglichen Verbrechen jener Zeit gerieten über den großen historischen Ereignissen schnell in Vergessenheit. In diesem Buch finden sich wieder einige Aufsehen erregende Mordfälle, die die damalige Bevölkerung in Atem hielten; zum Beispiel der Bauernsohn Leitges, der seiner Braut auf dem Weg zum Standesamt die Kehle durch schnitt und sie dann noch ausraubte, oder der Wilderer Paul Schubert, der einen kleinen Jungen ermordete, um seine Wilderei zu verdecken, oder der Schwesternmörder von Urach, der seine Schwester umbrachte, weil sie ihn gemaßregelt hatte, das alles sind Fälle, die trotz der damaligen verschärften Strafen begangen wurden und die in Brutalität und Gewalt nicht hinter den Verbrechen unserer Zeit zurück stehen.

In den Jahren 1940 bis 1945 wurden im deutschen Reich mehr als 12000 Menschen hingerichtet, da die Anwendung der Todesstrafe nach Kriegsbeginn erheblich ausgeweitet wurde. Die 1939 eingesetzten Sondergerichte ersetzten die Schwurgerichte und sie handelten schnell und kompromisslos. Hauptverhandlungen dauerten teilweise nur wenige Stunden, wie der Autor in seinem Vorwort beschreibt und Berufungsverfahren wurden verwehrt. Vorsätzliche Morde wurden mit dem Tode bestraft.
Auch hier wurden wieder unzählige zeitgenössische Tageszeitungen ausgewertet und für die Berliner Mordfälle konnte auf das Material des Landesarchivs zurückgegriffen werden.
Zu den einzelnen Fällen finden sich Abbildungen der Zeitungsausschnitte und teilweise alte Postkarten, die die Umgebung darstellen, sie runden das Gesamtbild sehr gut ab.
Erneut ist es die inzwischen leider selten zu findende gute Herstellungsqualität des Buches, die sofort auffällt, neben hochwertigem Papier und Fadenheftung, ist auch ein Lesebändchen vorhanden und so macht nicht nur das Lesen Spaß - es bereitet auch Freude, so ein sorgfältig gefertigtes Buch in der Hand zu haben.

Mein Fazit: Wieder eine volle Leseempfehlung für Freunde des Pitavals.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schwerkriminalität im Dritten Reich 20. Januar 2011
Von Martin TOP 100 REZENSENT
Das hat es unter Hitler nicht gegeben, so hört man öfter ältere Leute sagen, wenn wieder ein besonders scheußliches Verbrechen die Schlagzeilen beherrscht. Diese Auffassung wird dann noch gelegentlich mit dem Hinweis auf die abschreckende Wirkung der Todesstarfe verknüpft.

Das beides völlig irrige Annahmen sind, zeigt die vorzügliche Kriminalchronik des Dritten Reichs von Wolfgang Krüger. Hier findet man die ganz normalen Kriminalfälle, welche die Bürger im nationalsozialistischen Deutschland erregten. Ob diese dann sagten, dass es so etwas unter dem Kaiser nicht gegeben hätte, sagt uns der Autor nicht, aber beschreibt sehr anschaulich die Zeitumstände und die Hintergründe der jeweiligen Taten. Seine Hauptquellen sind Berichte der Lokalzeitungen, die trotz Pressezensur sehr offen über die Fälle berichteten. Dies nicht ohne Grund, denn so wollten die Machthabe demeonstrieren, dass gegen Gewaltverbrecher anders durchgegriffen wird, als in der vermeintlich laschen Weimarer Republik. Und so endeten auch fast alle der beschriebenen Fälle mit der Hinrichtung der Täter.

Hiier wird einmal die politische Dimension der Justiz in Dritten Reich deutlich, die der Autor nur in Ansätzen berührt. Krüger gelingt es, das Bild des vermeintlich kriminalitätsarmen national-sozialistischen Sttaates zu erschüttern und es zeigt sich, dass vom Raubmord über Serienmörder bis hin zum Sexualmord an Kindern die gesamte traurige Bandbreite der Schwerkriminalität existierte.
.

Im zweiten Band, der die Jahre 1938-1945 umfasst schildert Krüger 21 Fälle. Darunter den des Eisenbahnmörders Schmidt oder den eines Sexualmordes in Mannheim, bei dem die Polizei zum modernen Mittel der Öffentlichkeitsfandung mittels Phantombild griff.
Auch im zweiten Band wird wieder die Absurdität der Zeit deutlich. Während der Staat einerseits als Massenmörder in KZs Juden zu Tausenden tötet, findet in Berlin 1943 ein Mordprozess gegén einen Mann statt, der sich mittels Mordes in den Besitz des Eigentums untergetauchter Juden bringen wollte. Hier verhängte die Justiz die Todesstrafe. Individueller Mord aus Gewinnsucht muss betraft werden, der statlich organierte ideologisch begründete Mord ist straffrei.

Man kann auch aus aus diesem Buch viel über das Alltagsleben im dritten Reich und über die Arbeitsweise von Justiz und Polizei lernen. Der zweite Band zeigt, wie sich auch die Strafjustiz unter den Bedingungen des Krieges radikalisiert. Sondergerichte und Massenhinrichtungen treten an die Stelle der geordneten Rechtsprechung.

Auch für den zweiten Band gilt: Spannendes Thema, gut und anschaulich geschrieben, hochwertig gestaltet und ausgestattet.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr informativ und spannend 7. November 2010
Von Sardor
Kaum ein Bericht oder Buch beschäftigt sich mit Mordfällen bzw. Kriminalität im Dritten Reich. Dem Historiker Wolfgang Krüger ist es daher zu verdanken, dass durch seine akribische Recherche dieser so gut wie nicht berücksichtigte Teil der Kriminalgeschichte nach und nach aufgedeckt wird. Dies bereits in dem nun veröffentlichten zweiten Band der im Kirchschlager Verlag erschienenen Kriminalchronik des Dritten Reiches. Insgesamt 21 Fälle werden in dem Buch aufgelistet und in Reportageform wiedergegeben. Die einzelnen Fälle reichen von Raubmord oder Mord aus Habgier über Kindsmord bis hin zu Mord aus Liebe. So ist z.B. die Rede von einem Bauernsohn, der seine Verlobte umbringt, um sie nicht heiraten zu müssen, oder von einer Frau, die ihre Vermieterin einzementiert, um es sich in deren Wohnung bequem zu machen. Andere Berichte wie die des Taxifahrermordes, einer grässlichen Tat in einem Schlachthaus oder einem Doppelmord in einem Zuchthaus sind nicht weniger schauerlich.

Wolfgang Krüger recherchierte in den Archiven verschiedener Lokalzeitungen und rekonstruierte dadurch die einzelnen Fälle, was keineswegs einfach war, da die Presse aufgrund der Kriegsberichterstattung kaum noch über Ereignisse dieser Art berichtete. Die dargestellten Kriminalfälle sind äußerst spannend und lebendig geschildert. Als Leser fühlt man sich teilweise, als würde man mitten bei den diversen Gerichtsverhandlungen dabei sein. Wolfgang Krüger geht es jedoch nicht um Sensationslust, sondern um die Hintergründe der Taten. Somit sind die einzelnen Kapitel zugleich Rekonstruktionen tragischer Schicksale und Biographien. In seine Texte fließt ebenfalls die Beschreibung der damaligen Polizeiarbeit ein, was die einzelnen Kapitel zusätzlich interessant werden lässt. So berichtet er über Fahndungsmethoden, wie über den ersten Fahndungsaufruf im Fernsehen in der Geschichte der Polizeiarbeit oder dem Vergleich von Blutgruppen, um den Täter zu überführen. In der Regel dauerten aufgrund der Sondergerichtsbarkeit die darauf folgenden Prozesse nur wenige Stunden und wurden meistens mit dem Todesurteil besiegelt.

Fazit: Erneut ein lesenswertes Buch von Wolfgang Krüger, das Historie mit Spannung verbindet.
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