Das Buch handelt nicht von Schlachten, Generälen oder Politikern. Es werden vielmehr die politische und später strategische Situation festgestellt und die möglichen Strategien erläutert. Das beginnt mit dem Polenfeldzug, wo interessante Punkte gebracht werden wie die polnische Forderung eines Großpolens oder die Haltung Polens, die auf falschen Versprechungen seitens Frankreichs aufbauten. Das erklärt, warum Polen einfach nicht verhandlungsbereit war. Ebenso werden Entscheidungen erläutert wie das Halten vor Dünkirchen. Manche Erklärungen sind womöglich bekannt, allerdings werden von Magenheimer viele Aspekte gebracht, die so noch nicht beschrieben wurden.
Ebenso werden der Russlandfeldzug und einige der großen Entscheidungen beleuchtet, wo viele Handlungen seitens des deutschen Oberkommandos und Hitlers gut argumentiert werden. Vieles wird logisch begründet und am Ende ist man um einige Antworten reicher zu Fragen, die man sich schon lange gestellt hat.
Das Buch füllt eine Lücke, da Deutschland nicht als böser Aggressor hingestellt wird, sondern einfach die damaligen Optionen durchgegangen werden. Dazu muss man sagen, dass Magenheimer meist recht fair die Lage beurteilt und begründet. Der Schwerpunkt liegt aber auf Deutschland und Strategien von Japan oder Russland werden nur erwähnt, wenn diese die deutschen Strategien betroffen haben. Großbritannien wird überhaupt nur als stur und unvernünftig hingestellt. Der Titel leitet somit in die Irre.
Wer an den Schlüsselentscheidungen Deutschland im 2. WK und deren logischen Erklärungen interessiert ist, dem wird dieses Buch gefallen. Für die russische Seite empfielt sich das qualitativ schwächere Buch von Viktor Suworov und für die britische Seite das Buch "Untergang des britischen Empires".