Kundig und durchweg auf gutem argumentativem Niveau unterzieht Elsässer die Kosovo-Politik der rot-grünen Bundesregierung und den Kriegseinsatz von 1999 einer vernichtenden Kritik.
Elsässers Buch ist nicht das erste seiner Art, die meisten Argumente sind auch anderswo schon vorgebracht oder zumindest angedeutet worden, aber das ist nicht unbedingt ein Fehler: Dafür wirkt die Darstellung sehr klar und der Autor hat auch die Möglichkeit, die Ereignisse nach dem Krieg (Vertreibung von Juden, Serben und Roma aus dem Kosovo, etc.) zu werten. Wer nicht mehr als ein Buch zu diesem Thema lesen möchte oder eine Einführung sucht, dem sei dieses hier nachdrücklich empfohlen. Nicht zuletzt sprachlich vermag Elsässer zu überzeugen: fundiert und angenehm unprätentiös stellt er seine Standpunkte dar, schreckt aber auch vor einer gehörigen Portion Polemik nicht zurück, wenn diese angeraten erscheint.