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Kriegstagebuch: Mit Briefen von Jack Hamesh an Ingeborg Bachmann
 
 
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Kriegstagebuch: Mit Briefen von Jack Hamesh an Ingeborg Bachmann [Gebundene Ausgabe]

Ingeborg Bachmann , Hans Höller
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 107 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (19. April 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 351842145X
  • ISBN-13: 978-3518421451
  • Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 12,6 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 301.568 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Ingeborg Bachmann
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Es ist dies, nach der Publikation des Briefwechsels Herzzeit zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan vor anderthalb Jahren, wieder eine kleine Sensation, die Literaturgeschichte schreiben wird. Auch dank des vorzüglichen Kommentars von Herausgeber Hans Höller entsteht ein Zeitbild, dessen Tentakel bis in Bachmanns künftiges Werk hineinreichen. … Die Besonderheit dieser Tagebuchblätter liegt überhaupt eher im Detail des gelebten Widerstands, im Rausch des unverhofften Friedens, im Glück der Befreiung.«

(Ina Hartwig Die Zeit )

»Ein Fund, früh poetisch, der stark zu Herzen geht. Erst recht durch die angehängten Briefe, die der nach Palästina auswandernde Jack an seine ‘liebe Inge’ schreiben wird: wehe Zeugnisse eines auch sprachlich Zerrissenen, Epiloge einer Begegnung, die beiden viel bedeutet, aber ohne Zukunft ist.«

(Wolf Ebersberger Nürnberger Zeitung )

»...eine wirkliche Entdeckung.«

(Walter Hinck Frankfurter Allgemeine Zeitung )

»... diese Briefe sind ein Dokument aus dem Umkreis der grössten Dichterin deutscher Sprache und rechtfertigen schon deshalb eine Publikation. Es gibt die tiefe Verstörung eines brutal aus seiner Heimat, seiner Kindheit, seiner Familie, seiner Kultur herausgerissenen jungen Menschen wieder, der mit diesem Trauma wiederum ganz allein ist und es, trotz der kurzen Begegnung mit Ingeborg Bachmann, auch bleibt. ... Die wenigen Seiten des Jugendtagebuchs (sie sind in Höllers rororo-Bändchen schon auszugsweise zitiert worden und auch in einer Ausstellung zu sehen gewesen) sollte und wird sich niemand entgehen lassen, der Ingeborg Bachmann liebt. Sie zeigen einen jungen Menschen, der einen Albdruck von sich genommen sieht und gerade zu begreifen beginnt, was das sein kann: Leben und Freiheit.«

(Martin Ebel Tages-Anzeiger )

»Doch beides zusammen, die Empfindungen und Gedanken einer sensiblen Jugendlichen, ihre Träume und Vorstellungen von der Zukunft, und die Hoffnungen und Ängste eines Holocaust-Überlebenden ergeben zusammen ein berührendes Dokument der unmittelbaren Nachkriegszeit.«

(Sigrid Hoff WDR5 )

»Was diesen sensationellen Fund so faszinierend macht, ist nich nur die Tatsache, dass man hier die spätere Literatur-Ikone quasi als Jugendliche kennenlernt, einen Blick in ihr mentales Mädchenzimmer werfen kann. Was vielmehr so verblüffend wie anrührend wirkt, ist die Brechung des Historisch-Politischem im Prisma privater, ja intimer Erfahrung. So als geschähe hier absichtslos und unbewusst, was der Dichterin später in der Lyrik gelang: die Erhellung der Wirklichkeit im Licht der Subjektivität.«

(Alexander Altmann Münchner Merkur )

Kurzbeschreibung

»Das ist der schönste Sommer meines Lebens, und wenn ich hundert Jahre alt werde – das wird der schönste Frühling und Sommer bleiben. Vom Frieden merkt man nicht viel, sagen alle, aber für mich ist Frieden, Frieden!« 1945, unmittelbar nach Kriegsende, notiert die achtzehnjährige Ingeborg Bachmann diese Zeilen in ihrem Tagebuch. Aus ihnen sprechen die Abscheu vor der NS-Ideologie und die Erleichterung über das Ende der Nazi-Herrschaft. Der euphorische Ton hat noch einen weiteren Grund: Ingeborg Bachmann hat sich in den britischen Besatzungssoldaten Jack Hamesh verliebt, einen Wiener Juden, dem 1938 die Emigration gelang. Er befragt die junge Frau zunächst zu einer Mitgliedschaft im »Bund deutscher Mädel«; es entsteht bald eine enge Freundschaft. Dennoch wandert Hamesh im Frühjahr 1946 in das damalige Palästina aus. Zum ersten Mal wird Ingeborg Bachmanns Kriegstagebuch vom Spätsommer 1944 bis zum Juni 1945 vollständig aus dem Nachlaß publiziert. Der Band versammelt zusätzlich sämtliche erhaltene Briefe von Jack Hamesh an Ingeborg Bachmann. Zusammen mit den Journalaufzeichnungen entsteht so ein einzigartiges Dokument des Dialogs zwischen den Kindern der Opfer und der Täter.

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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Hans Höller hat aus dem Nachlass von Ingeborg Bachmann, der bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikerin und Prosaschriftstellerin des 20. Jahrhunderts, das "Kriegstagebuch" mit "Briefen von Jack Hamesh an Ingeborg Bachmann" herausgegeben. Die Briefe, die der "Sommer Gefährte" und um Aufrechterhaltung zu Bachmann kämpfende Hamesh aus Palästina schreibt, sind das eigentlich Berührende dieses Buches. Unverständlich ist es deshalb das er nicht als Mitautor auf dem Cover aufgeführt ist.

"Kriegstagebuch" ist vielleicht ein nicht so treffender Titel, denn die Aufzeichnungen die mit dem Satz beginnen "Mein geliebtes Tagebuch, jetzt bin ich gerettet" entstanden nach Kriegsende. Es ist ein ganz schmales Tagebuch, das die damals 18 jährige Abiturientin an der Schwelle zum Frieden geschrieben hat, in dem sie einerseits ihre Abscheu vor der NS - Ideologie und ihre Erleichterung über das Ende der Naziherrschaft, so wie andererseits ihre Hoffnung für die Zukunft zum Ausdruck brachte. "Das ist der schönste Sommer meines Lebens" so schreibt sie überglücklich in ihr Tagebuch, nicht nur wegen ihrer Freundschaft zu Hamesh, denn es heißt weiter "für mich ist Frieden, Frieden!" und "ich werde studieren, arbeiten und schreiben". Damit war ihr Lebenskonzept geschnürt.

Erst als ein großes Geschwader über ihrer Heimatstadt mit dem Bombenabwurf begann ging der Teenager in den Keller des Elternhauses. Vorher zeigte sich schon die spätere Bachmann, als sie sich weigerte in den Keller zu gehen zu dem Zeitpunkt als die ersten Bomben auf Klagenfurt fielen. Nein, der Tag ist sonnig, da stellte sie sich einen Sessel in den Garten und las ihren geliebten Baudelaire. Dieser erste Teil des Tagebuches zeigt die Distanz, in der die Dichterin zu den nationalsozialistisch indoktrinierten "Fanatikerinnen" ihrer Umgebung stand. Sie nimmt auch den Missmut ihrer Eltern in Kauf, als sie sich mit einem jüdischen Besatzungssoldaten anfreundet.

In der Zeit nach dem Krieg muss sie Rechenschaft über ihre Mitgliedschaft im "Bund deutscher Mädel" ablegen. Natürlich war auch sie irgendwie in diese Schreckenherrschaft involviert. Sie freundet sich mit dem zehn Jahre älteren Besatzungssoldaten an, der zwar durch den Holocaust und die Ermordung seiner Eltern entwurzelt wurde, aber rechtzeitig, im letzten Moment, aus Österreich nach England fliehen konnte. Er, der sich zur politischen Linken bekennt macht die junge Bachmann mit dem "Kapital" von Karl Marx bekannt und dann unterhalten sie sich in "selig machender Weise" über Bücher von Thomas Mann, Schnitzler, Stefan Zweig und Hofmannsthal, über Bücher die im Dritten Reich verfemt waren. So erlebte die angehende Poetin das Kriegsende als "Befreiung".

Hamesh wählt Israel als neue Heimat, ohne je die Liebe an seine Klagenfurterin aufzugeben. Er schreibt rührende Briefe an Ingeborg Bachmann in denen er sein Leben in Palästina schildert, ihr von seiner Wandlung vom Marxisten zum Zionisten berichtet, von seiner Sehnsucht nach Heimat, Familie und Geborgenheit, die er vorübergehend in Ingeborgs Familie gefunden hatte, obwohl ihr Vater Parteimitglied der Nationalsozialisten war. Er sehnt sich nach einem Wiedersehen, kämpft um die Aufrechterhaltung der Beziehung und je größer die Distanz zwischen ihnen wird, so eindringlicher werden seine "Liebesbeschwörungen".

Wie Ingeborg Bachmann darauf reagierte geht aus dem "Kriegstagebuch" nicht hervor, denn ihre Briefe sind darin nicht enthalten. Ob Hamesh sein Glück im Leben gefunden hat konnte der Herausgeber trotz intensiver Recherchen nicht feststellen. Ein mustergültiges Nachwort über den Kontext des Tagebuches zum Gesamtwerk der Autorin reichert die faszinierende Lektüre an.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von J. Fromholzer TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Ich hätte gerne mehr gelesen von Ingeborg Bachmanns Leben und Denken im Krieg. Das Tagebuch ist einfach, ohne jeden literarischen Anspruch geschrieben, ehrlich, informativ in Nebensätzen, auch zwischen den Zeilen. Man staunt, dass es nach knapp 20 Seiten (im Original sind es 6 eng mit der Maschine beschriebene DIN A 4 Blätter) schon aus ist, ausgelesen. Der verbleibenede Rest des Buches, das sind die Briefe von Jack Hamesh, ihrer kurzen, fernen Liebe, und das Nachwort des Herausgebers.

Erstaunlich auch, dass der weitere Lebensweg von Jack Hamesh nach Ende des Briefwechsels, nicht recherchiert werden konnte.

Fazit: auch so wenige Seiten eines Tagebuchs rechtfertigen die Veröffentlichung in Form eines gebundenen Suhrkamp-Buches. Daüberhinaus - ein Blickfang fürs Kaffeehaus.
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mag Wolfgang Neubacher TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
In der vorliegenden Ausgabe umfasst der Text des Kriegstagebuchs nur rund 17 Seiten. Es geht darin einerseits um die Zeit vom Spätsommer 1944 bis zum Kriegsende im Mai 1945, die die Autorin in Kärnten in einer totalen Naziumgebung miterleben musste; andererseits um wenige Tage im Juni 1945, in denen Ingeborg Bachmann den britischen Soldaten Jack Hamesh kennen-(und lieben)lernte.
An das Kriegstagebuch schließen 11 Briefe von Jack Hamesh an Ingeborg Bachmann an (geschrieben zwischen Ostern 1946 und Juli 1947). Danach brach der Briefverkehr offensichtlich ab.
Diesen Jack Hamesh umgibt ein Geheimnis: Er konnte 1939 als 18-Jähriger(!) mit einem Kindertransport aus Wien nach Großbritannien flüchten und taucht 1945 als britischer Soldat in Kärnten auf. Im Sommer 1946 wandert er nach Palästina aus; ab Sommer 1947 verliert sich seine Spur - bis heute (trotz vieler Recherchen).
Das kluge und auch für Nichtfachleute verständliche Nachwort des Salzburger Germanisten Hans Höller trägt sehr viel zum Verständnis dieses Bachmannschen Werkes bei. Der Leser erfährt hier u.a., wie wichtig dieser Text (bzw. die Erlebnisse) der Autorin für ihr weiteres Schaffen waren: 2 junge Menschen treffen sich knapp nach Kriegsende. Da ist einerseits die junge Ingeborg Bachmann, in deren - auch familiärem - Umfeld es immer noch nur so von Nazis wimmelt - und auf der anderen Seite der elternlose - die Eltern wurden offensichtlich im KZ ermordet - junge britische Soldat, der bis zu seinem 18. Lebensjahr in Österreich lebte.
Das Ergebnis ist ein spannender Text mit den entsprechenden Umfeldinformationen.
Wirklich eine Leseentdeckung!
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