...so könnte das gemeinsame Motto der beiden Romane von Jack Vance lauten.
Die Kriegssprachen von Pao (1958): Auf dem friedlichen Planeten Pao wird der regierende Panarch Aiello Panasper auf Betreiben seines Bruders Bustamonte ermordet. Doch Aiellos Sohn Beran wird von Lord Palafox, einem Lehrmeister des Instituts von Breakness, in Sicherheit gebracht. Auf Breakness, dessen Einwohner im Gegensatz zu den Paonesen krasse Individualisten sind - um nicht zu sagen: Egomanen - genießt er eine Ausbildung, die nur wenigen zuteil wird. Erst im Lauf der Zeit findet er heraus, dass er dabei nur ein Werkzeug in den Plänen von Palafox ist, der gleichzeitig Bustamonte wichtige Unterstützung gegen die Invasoren des Brumbo-Clans des Planeten Batmarsch leistet. Palafox nutzt dazu drei künstlich erschaffene Sprachen, um den von Natur aus kollektivistischen und eher zurückhaltenden Paonesen eine neue Denkweise anzutrainieren. Erst durch diese neuen Sprachen können die Paonesen zu Kriegern, Technikern und Wissenschaftlern werden; doch zugleich entstehen dadurch tiefe Gräben in ihrer Gesellschaft... Hervorragend umgesetzt mit nur geringen Längen, 4 Sterne!
Krieg der Gehirne (1966): Der Wissenschaftler Paul Burke wird von Außerirdischen, den Xaxanern, entführt, um ihnen dabei behilflich zu sein, die Erde von Geistparasiten - den "Nopal" - zu befreien. Die Auseinandersetzung mit ihnen hatte den Xaxanern hundert Jahre Krieg beschert, und Burke überlegt verzweifelt, wie er der Erde ein ähnliches Schicksal ersparen kann. Auch wenn der Plot hinreichend bekannt ist und von einer gewissen Naivität á la "Angriff der Körperfresser" strotzt, hat Vance hier eine Geschichte mit ein paar interessanten Wendungen vorgelegt. Leider verlieren sich die Protagonisten ungefähr ab der Mitte in quälenden Spekulationen, die nahezu selbstverständlich alle zutreffen; die finale Auseinandersetzung mit dem "Gher" wirkt platt und lieblos. Hier kann ich nur knapp 3 Sterne geben.
Das Titelbild hat rein gar nichts mit dem Inhalt zu tun, ist aber eins der schönsten Motive seit langem. Dafür ist der Klappentext gewohnt blödsinnig: "Hochaktuelle Klassiker"... na ja. Insgesamt aber empfehlenswert.