Auf dem Einband dieses Büchleins heißt es in ungelenkem Deutsch, daß "eine komplette Geschichte der internationalen Kriegsmarine dargestellt wird". Diesem Anspruch kann der Band mit seinen rund 160 Schiffsporträts in keinster Weise gerecht werden. Dafür lassen sich mehrere Gründe anführen. Einmal sind die Auswahlkriterien für die einzelnen Schiffe nicht nachvollziehbar. So enthält die Publikation nur sieben Segelschiff-Porträts, dafür aber um die 80 Beschreibungen von Kriegsschiffen, die nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind. U-Boote sind in den Band überhaupt nicht aufgenommen worden. Auch sind von bestimmten Schiffsklassen gleich mehrere Schiffe abgebildet und beschrieben - z. B. allein vier der amerikanischen Fregatten der Knox-Klasse (vgl. S. 136f. und 139f.). Zudem scheinen es Fluzeugträger dem Autor oder den Autoren besonders angetan zu haben. Andere Schiffe wie z. B. das britische Schlachtschiff "Prince of Wales" oder das schwedische Segelschiff "Wasa" fehlen stattdessen. Zudem sind des öfteren technische Daten vergessen worden. So vermisst man manchmal PS-Angaben (vgl. z. B. S. 46, 52, 134) oder die Besatzungsstärke (vgl. S. 16, 26, 29, 30, 31). Die britische "HMS King Edward VII" hatte keine "3,05cm-Geschütze" (S. 35), sondern solche vom Kaliber 30,5cm. Ein ähnliches Mißgeschick findet sich auf S. 44 beim britischen Schlachtkreuzer "HMS Princess Royal". Der Schwere Kreuzer "Prinz Eugen" hatte nicht 97152 PS (vgl. S. 71), sondern 132000, nach anderen Angaben sogar 136000 PS. Dem amerikanischen Zerstörer "Reuben James" werden "815 Offiziere" (S. 82) unter seiner Besatzung angedichtet. Auch bei Zeitangaben schwächelt der Band bedenklich. So sind offenbar am "11. April 1998 US-Truppen nach Kuba geschickt" worden, "um gegen die spanischen Soldaten vorzugehen" (S. 27). Mag es sich hier noch um einen Druckfehler handeln, so ist die Aussage, das deutsche Schlachtschiff "Scharnhorst" sei am 26. Dezember 1939 gesunken (vgl. S. 68), schlichtweg falsch. Richtig wäre das Jahr 1943. Aus der britischen Home Fleet wird die "Home Feet" (S. 28), aus dem Seegefecht von Coronel wird das von "Colonel" (S. 38). Und wer hat gewußt, daß der amerikanische Hubschrauberträger "Iwo Jima" während des Vietnam-Krieges "für Nachschub für die Volksrepublik Vietnam" (S. 107), also für Nordvietnam sorgte? Abschließend sei nochmals auf sprachliche Unzulänglichkeiten des Bandes hingewiesen. So heißt es auf S. 22: "Anlass dafür war die Bedrohung von Freibeutern auf die amerikanische Handelsflotte". Ein anderes Beispiel findet sich auf S. 161: " ... löste die 'George Washington' die in Yokosuka, Japan, vorgeschobenen Flugzeugträger 'Kitty Hawk' ab". Weitere Mängel im Text könnten unschwer angeführt werden. Fazit: eine äußerst nachlässig redigierte und den Käufer verärgernde Veröffentlichung.