Kurzbeschreibung
Habe verdrängt, um zu leben. Jetzt bin ich erschöpft vom Schweigen. "Die Wunden der Seele lassen sich nicht verbinden". Zu meinem Alltag gehörten die Begriffe wie Luftmine oder Stabbombe so selbstverständlich wie die heutigen Kids vom Handy oder Gameboy reden.
In der Zeit sah ich viele Invaliden an Krücken und in Rollstühlen. Einige versuchten uns Kindern Angst einzujagen und zeigten ihre Beinstümpfe oder nahmen ihre ohne hin viel zu großen Glasaugen aus der furchtbar anzusehenden Augenhöhle heraus. Bei anderen fehlte eine Gesichtshälfte oder sie hatten eine Metallplatte als Schädeldecke. Es war für mich entsetzlich anzusehen, aber die Erwachsenen machten sich daraus einen Spaß. Mich hat der Krieg in kurzer Zeit zu einem Profi des Schreckens erzogen, in der die Wirklichkeit auch mit den heutigen schlimmsten PC-Games mithalten kann.
Erst jetzt, 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, beginnen Experten verschiedener Fachrichtungen, das ganze Ausmaß der Tragödie der damals rund 13 Millionen Kriegskinder wahrzunehmen.
Kriegskinder konnten meist nur überleben, indem sie ihre Gefühle und Erinnerungen unterdrückten. Eine Möglichkeit, das Erlebte zu verarbeiten oder den Verlust von Bezugspersonen, von Heimat, Sicherheit und Geborgenheit zu betrauern, gab es nicht. Eltern, Verwandte und Freunde waren zu sehr mit dem eigenen Leid beschäftigt. Außerdem, so hoffte man, würden die Kinder schnell vergessen. Es galt nach vorne zu schauen, zu funktionieren, ein neues Leben aufzubauen.
Viele Kriegskinder haben dadurch die Erlebnisse abgespalten oder verdrängt und erfolgreich jahrzehnte lang Karriere gemacht. Die Langzeitfolgen der frühen Traumatisierungen zeigen sich bei vielen Betroffenen erst heute oftmals in "posttraumatischen Belastungsstörungen" wie bei "Burn-out". Unerklärliche Schwindelanfälle, Herzrasen, Angststörungen, Panikattacken und Depressionen können Symptome dafür sein. Hinzu kommt: Wer einst in der Kriegszeit und Nachkriegszeit Hunger, Durst, Kälte und Entbehrungen erleben musste, hat häufig auch das Gespür für den eigenen Körper verloren.
Wie ich aus dem Teufelskreis heraus kam, erfahren Sie in diesem Buch. Ich empfinde heute mit meinen 64 Jahren echte Lebensfreude und bin u.a. erfolgreich als Wissenschaftler und Autor tätig.
Der Verlag über das Buch
Klappentext
Als Generation der Kriegs- und Trümmerkinder lebte ich mit meinen Eltern in Westberlin und habe die Berlin Blockade mit Hunger und Kälte erlebt. Ich habe im Wald Beeren, Blätter und Gräser gegessen und mit Tränen in den Augen am Flugfeld Tegel die Landungen der "Rosinenbomber" erwartungsvoll zugesehen.
Erst jetzt, 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, beginnen Experten verschiedener Fachrichtungen, das ganze Ausmaß der Tragödie der damals rund 13 Millionen Kriegskinder wahrzunehmen.
Kriegskinder konnten meist nur überleben, indem sie ihre Gefühle und Erinnerungen unterdrückten.
Über den Autor
Er war als Gutachter für die IHK-Berlin tätig und hat als Dozent und Publizist wissenschaftlicher Sachverhalte und Forschungsergebnisse diverse Urkunden, Auszeichnungen und Anerkennungen für seine Arbeiten und Erfindungen erhalten.